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X-Men – erste Entscheidung: Kritik

X-Men erste EntscheidungRegie: Matthew Vaughn
Darsteller: James MacAvoy, Michael Fassbender, January Jones
USA/2011; Start: 9.6.2011

X-MEN – ERSTE ENTSCHEIDUNG beschreibt die Zeit vor dem erbitterten Streit zwischen Professor X und Magneto. Eine Zeit in den 60er Jahren, in der die beiden noch Erik und Charles heißen und die inkognito lebenden Mutanten gemeinsam entdecken und aufsuchen. Im Kampf gegen den skrupellosen Sebastian Shaw trainieren die beiden vor der Kulisse des Kalten Krieges und der atomaren Bedrohung eine kleine Armeeeinheit, um dessen Vorhaben zu stoppen. Doch Magneto hat noch eine alte Rechnung mit Shaw zu begleichen.

Wer die drei X-Men Verfilmungen kennt, ist natürlich umso gespannter auf das Prequel. Was auffällt: Die Stringenz der Charakterdarstellungen von X-MEN – ERSTE ENTSCHEIDUNG ist überraschend gut. Man nimmt allen Figuren, die in den späteren Filmen eine wichtige Rolle spielen, ihre Entwicklung und ihre Beweggründe für ihre Entscheidungen und Taten ab.

Besonders schön zu beobachten ist das Leinwandpaar Erik und Charles. Charles, der privilegierte, herzensgute, feierfreudige Uni-Absolvent und der temperamentvolle, sich grämende, kompromisslose Erik passen nahtlos zusammen – der eine ergänzt den anderen, so unterschiedlich sie auch sein mögen. „We’re brothers“, meint Erik. Umso schmerzvoller ist es, mitanzusehen, was die beiden letztlich entzweit.

X-MenErik ist durch seine Erlebnisse im Dritten Reich ein Getriebener. Da er sich indirekt die Schuld am Tod seiner Mutter gibt, sinnt er auf Rache und verfolgt ihren Mörder Shaw um die ganze Welt. Wahnsinnig eindrucksvoll ist die Darstellung seiner Kräfte in jungen Jahren: Erfüllt mit Hass, Schmerz und tiefster Traurigkeit lässt er eine Nazi-Folterkammer erbeben, die Folterinstrumente, sterile Metalltische, den kompletten Raum zertrümmert er in höchster Agonie. Hier bei den Nazis wird der Grundstein für Eriks Kompromisslosigkeit und spätere Brutalität gelegt. „Everything you did made me the weapon I am. You are my creator“ stellt Erik fest, als er final auf Shaw, seinen Frankenstein, trifft. Mit Shaws Tod beraubt Erik sich der Möglichkeit sein Leben selbst zu gestalten, da es ihm nun an einem Ziel fehlt, das nicht von Zorn und ewigem Kampf geprägt ist. Als Zeichen für seine künftigen Streitzüge setzt er sich schlussendlich Shaws Schutzhelm auf, der ihn von diesem Moment an vor Charles’ telepathischen Kräften schützen wird.

X-Men erste EntscheidungCharles hingegen fungiert in der getarnten Begabtenschule als Lehrer, Mentor und Psychologe. Er hilft den jungen Mutanten, zu ihren Fähigkeiten zu stehen. Auch seinem gleichgestellten „Bruder“ hilft er bei der Entfesselung und Kontrolle seiner Kraft – ohne zu ahnen, dass sich diese gegen ihn richten wird. Eine der stärksten Szenen im Film: Charles dringt in Eriks Gedanken ein und eröffnet ihm den Zugang zu einer Erinnerung, die er längst verloren glaubte. Nicht Hass und Wut entfesseln seine ganze Kraft, sondern Ruhe, Konzentration und Liebe. Als es ihm gelingt, eine Satellitenschüssel zu drehen, läuft beiden simultan eine Träne hinunter. Ein wunderschönes Spiegel-Symbol und eine Vorahnung dessen, wozu Erik imstande ist und was letztlich ihren Bund zerstören wird. Nun führt kein Weg mehr zurück.

Andersartigkeit, Außenseiter – das ist das große Thema der X-MEN Filme. Die Mutanten im Teenageralter verstecken meist ihre Fähigkeiten, um sich eingliedern zu können, nicht anders zu sein. Mangelndes Selbstwertgefühl und keine Selbstakzeptanz führen zur Unterdrückung ihrer Selbst. Mystique, von klein an auf Charles’ Seite, versteckt ihr blau-rotes reptilienhaftes Äußeres permanent hinter der Fassade einer schönen Blondine. „Mutant and proud“, versucht Charles sie zu lehren. Doch erst Eriks Bewunderung führt sie dazu, sich ihrem Aussehen und wahren Ich zu stellen. Der Film ist in seinem Grundthema höchst aktuell und sozialkritisch: Integration – kann sie gelingen oder scheitert sie am kleinlichen Denken der Beteiligten? Und eben dieses Grundthema spaltet Charles und Erik; „against the world“ oder „apart of it“?

Einzige Schwachstelle des Films sind die pathetischen Dialoge. Vor allem Charles sticht hier heraus: Als er Mystique beim Einbrechen und Plündern des Kühlschrankes erwischt, bietet er ihr an, zu bleiben: „in fact, you never have to steal again“. Vielleicht liegt es auch an seinem britischen Akzent, dass in allem mehr Pathos als nötig liegt. In der englischen Originalfassung spricht Kevin Bacon zudem einige Zeit mit Erik auf Deutsch, was sich für Muttersprachler sehr bemüht anhört. Szenenapplaus verdient sich der kurze Auftritt von Wolverine, der, von Charles und Erik bei ihrer Rekrutierung angetroffen, zwischen Bier und Zigarre nicht mehr als ein „Go fuck yourselves“ übrig hat.

X-Men

Visuell orientiert sich der Film an der Kulisse der frühen James Bond-Filme. January Jones als eiskühle Mutantin Emma Frost, platinblond und fast ausschließlich in knappen weißen Outfits vor einer meist goldenen oder strahlendweißen Ausstattung einer Yacht oder eines U-Boots. Passend dazu agiert Kevin Bacon als Shaw wie Mick Jagger in seinen jungen Jahren. Die sonstige Ausstattung ist etwas zu modern, um authentisch zu wirken. Es wirkt so, als hätten die Ausstatter gegen Ende Angst vor zu viel 60er Jahre Mief gehabt: Eriks Lederjacke ist einen Tick zu fesch geschnitten und die Kleider der Frauen zu kurz für diese Zeit.

Völlig überzeugend sind aber wiederum die Special Effects bei der Darstellung der Mutantenkräfte. Hier wirkt nichts künstlich oder unecht, sondern sehr real. Eindrucksvoll ist die Szene, in der Shaw in das CIA-Quartier einbricht, um Mutanten zu entführen. Tote CIA-Mitarbeiter fallen vom Himmel, als er sich Einlass verschafft. Ebenso die Vogelperspektive von mehreren Tausenden Bomben, die auf die X-MEN zurasen und die nur Magneto zum Stillstand bringen kann.

Action, Humor, Tiefe machen X-MEN – ERSTE ENTSCHEIDUNG zu einem unterhaltsamen Film, der nicht an der Oberfläche verweilt. Und selbst nach 127 Minuten hat man nicht genug vom ungleichen Paar Magneto und Professor X. Stilistisch eine bunte Mischung aus James Bond, WATCHMEN, SPIDER-MAN und MAD MEN.



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Autor:
Filiz Schulz



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