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Wir sind was wir sind: Kritik

Wir sind was wir sindRegie: Jorge Michel Grau
Darsteller: Francisco Barreiro, Alan Chávez, Paulina Gaitan, Carmen Beato
MEX/2010; Start: 2.6.2011

Eine aus Armut zum Kannibalismus getriebene Familie in Mexiko City kämpft nach dem Tod des Vaters ums Überleben. Die Suche nach neuen Opfern gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht.

Bereits die Eingangssequenz von WIR SIND WAS WIR SIND bringt die grimme Weltsicht, die Jorge Michel Graus Langfilmdebüt durchzieht, nachhaltig auf den Punkt. Ein derangiert wirkender älterer Mann schleppt sich eine Rolltreppe hinauf, taumelt auf ein Schaufenster voller Mannequins in bunten Bikinis zu und stirbt schließlich unter Krämpfen, schwarzes Blut würgend, auf dem glänzenden Marmorboden. Zwei Männer vom Reinigungspersonal erscheinen, einer zieht die Leiche aus dem Blickfeld, während der andere das Blut aufwischt und den Ort des Geschehens umgehend wieder ohne Makel hinterlässt.

Die hinterbliebene Familie sieht sich nun mit der Notwendigkeit konfrontiert, selbst etwas zu Essen auf den Tisch zu bringen – da das ursprüngliche Geschäft des Vaters, das Reparieren und Verkaufen alter Uhren auf dem Markt, die Sippe schon längst nicht mehr ernähren kann, ist offenbar irgendwann Menschenfleisch auf dem Speiseplan gelandet. Die dominante Mutter erklärt kurzerhand den ältesten, introvertierten Sohn Alfredo zum neuen Ernährer, der sich daraufhin mit seinem soziopathischen Bruder Julián auf die verzweifelte Suche nach geeigneten Opfern macht, während ihre Schwester Sabina zusammen mit der Mutter zuhause die Vorbereitungen für das „Ritual“ trifft: den abstrakten Euphemismus der Familie für das Töten und Zerlegen eines Menschen.

We are what we are

Obwohl einige schwarzhumorige Szenen zu Beginn im Gesamtkontext etwas deplaziert wirken, ist WIR SIND WAS WIR SIND doch ein mehr als bemerkenswertes Debüt. Wer sich allerdings einen expliziten Schocker im Geiste gewisser französischer Genreproduktionen erhofft, wird unweigerlich enttäuscht sein, denn Graus Film ist eben nicht das (auf dem britischen DVD-Cover) behauptete „cannibal gore-fest“. Anstatt sich in grafischen Details zu ergehen, erzählt er stattdessen bedächtig ein abgrundtief böses Familiendrama in ausgesucht düsteren, stilisierten Bildern, das weitgehend mit Andeutungen und Geräuschen arbeitet; erst als die Handlung im letzten Drittel in der Durchführung des „Rituals“ und schließlich einem drastischen Finale kulminiert, fließt auch auf der Leinwand Blut. Bis dahin spielt der mit einem phänomenalen und vielseitigen Soundtrack unterlegte Film zwar vereinzelt mit Genreelementen, unterläuft diese aber immer wieder, indem das Drehbuch den Blick auf das moralische Dilemma der grundverschiedenen Charaktere statt auf Eimer voller Eingeweide lenkt.

We are what we are

So gerät Graus WIR SIND WAS WIR SIND letztlich zu einer erschütternden Elegie, die ihre Protagonisten nicht als blutgierige Monster, sondern vielmehr als Opfer des inhumanen Molochs Mexiko City zeichnet (der Darsteller des Julián, Alan Chávez, wurde kurz nach Abschluss der Dreharbeiten tatsächlich von Polizisten erschossen). Die Stadt als urbane, diesseitige Hölle, in der ausschließlich das Recht des Stärkeren zählt und die soziale Rangordnung längst im wörtlichen Sinn zur Nahrungskette degeneriert ist: Fressen oder Gefressen werden.




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Autor:
Jan Zeleny
Kinematopath



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