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Wir sind was wir sind: DVD-Kritik

Regie: Jorge Michel Grau
Darsteller: Francisco Barreiro, Adrián Aguirre, Miriam Balderas
Mexiko 2010; Start: 28.10.2011 (DVD)

Eine mexikanische Familie lebt von Menschenfleisch, um einen bestimmten Ritus einzuhalten. Als der Vater plötzlich stirbt, gerät die Welt der ärmlichen Familie aus den Fugen. Das Ritual muss eingehalten werden, aber wer besorgt das nötige Menschenopfer? Der sensible Alfredo soll als ältester Bruder die Rolle des Familienoberhaupts übernehmen. Doch die alte Struktur gerät immer mehr ins Wanken.

WIR SIND WAS WIR SIND, nämlich Außenseiter, macht der mexikanische Film in jeder Minute klar. Alle Figuren, die vorkommen, sind nicht gerade vom Schicksal begünstigt. Von den mittellosen Kannibalen, über die Prostituierten bis hin zum nicht geschätzten Gerichtsmediziner und den erfolglosen Polizisten. Dementsprechend spricht der Film bis zur letzten Minute von Armut, Dreck, unkontrollierten Gelüsten und psychischen Störungen. Der tote Vater wird gleich zu Beginn wie ein Stück Müll vom Asphalt eines schicken Einkaufzentrums gezerrt, eine Putzkolonne wischt die Todesspuren weg, sodass ja nichts bleibt.

Neben dem gesellschaftlichen Konflikt, in dem die Kannibalenfamilie steckt, spaltet der Tod des Vaters auch die internen Strukturen: Der älteste Sohn Alfredo ist zu weich, zu sensibel, um als tougher Anführer ein Menschenleben zu vernichten. Es ist der starke Zuspruch eine Frau nötig, um ihm zum Handeln zu zwingen. Sabina, die jüngere Schwester, ist die Einzige, die weiß, dass es auch ohne den Vater weitergehen muss.

Also gehen die beiden Brüder auf die Jagd, die natürlich nur mit Mühe klappt. Der jüngere, hitzköpfige Bruder vergeht sich fast an der verzweifelten Prostituierten. In ihm schlummert ein Kampf, den die Familie nicht richtig einschätzt. Tito ist gewalttätig, vorurteilsbeladen und lüstern, sogar vor seiner Schwester schreckt er dabei nicht zurück. In all ihrer Armseligkeit klammern sich Tito und die Mutter krampfhaft an verquere Grundsätze: Sie essen keine Huren, keine Homosexuellen.

Einziger leiser Sympathieträger ist Alfredo. In einer Diskothek scheint er zum ersten Mal loszulassen, küsst einen anderen Jungen, lässt sich von der Musik mitziehen. Nur, um seinen Angebeteten mit nach Hause zu nehmen – als Opfer. Doch in den letzten Filmminuten zeigt er wieder seine Größe. Er rettet Sabina, drückt ihr einen Zettel in die Hand, den er von einer Frau in der U-Bahn bekommen hat: „Du lebst“.

Und vielleicht kommt es auf mehr gar nicht an für die Familie, die keinen hohen Lebensstandard gewohnt ist. Freunde, geschweige denn einen Partner, Luxus, all das ist fremd, einzig das Leben bleibt.

Der Film überzeugt durch viele kleine visuelle Szenen: Etwa wenn Alfredo in einem überfüllten Bus steht, die Passagiere die Arme nach oben strecken und sich festhalten – und unweigerlich an aufgehängte Schweinehälften in einem Schlachthaus erinnern. Oder eine kleine Armee von Prostituierten langsam auf die Mutter zuschreitet, um den Tod ihrer Kollegin zu rächen.

Die DVD: (bei Amazon bestellen)
Extras: Jorge Michael Graus Kurzfilm „Mi Hermano“, Making of, Trailer




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Autor:
Filiz Schulz



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