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Wir sind die Nacht: DVD-/BD-Kritik

Wir sind die NachtRegie: Dennis Gansel
Darsteller: Nina Hoss, Karoline Herfurth, Jennifer Ulrich
D/2010; Start: 14.4.2011 (DVD & BD)

Die Kleinkriminelle Lena wird von der Vampirfrau Louisa transformiert, um deren Weggefährtin und Geliebte zu werden. Lena ist nach dem anfänglichen Schock fasziniert von ihrem neuen Leben in Luxus und Glamour und genießt die Zeit inmitten der Vampir-Clique. Doch sie führt die Polizei durch eine Bekanntschaft mit dem jungen Polizisten Tom nach und nach auf die Spur der mordenden Vampire und muss sich entscheiden: Louisa oder Tom?

Eine schöne Frau mit gewelltem blonden Haar stolziert den Gangway eines Flugzeugs entlang. Das Kostüm nachtschwarz, der Mund blutverschmiert. In den Flugzeugsitzen hängen ausgesaugte Passagierleichen. So vielversprechend WIR SIND DIE NACHT beginnt, endet der Film leider schnell in Langeweile und Vorhersehbarkeit.

Zu Beginn kann man noch über die sehr „amerikanische“ Art des Films staunen: ein gewisser Style in den Bildwelten, rasante Verfolgungsjagden mit dynamischen Schnitten. Doch spätestens wenn die ersten Dialoge beginnen, fragt man sich, ob man den Rest des Films ertragen kann: „Behalt das Geld als Anzahlung dafür, dass ich in deine wunderschönen Augen blicken darf“. Das ist keine schmierige Anmache von einem Herrn sondern von der wunderschönen Vampirin Louisa, die Lena in ihren Bann ziehen will. Und hier beginnt die platte Motivwelt des Films: die kühle, unnahbare, wundersame Louisa angelt sich in einem peinlichen Lesbentanz die Aufmerksamkeit des hässlichen Entleins. Die unersättlichen weiblichen Vampire tauschen heiße Diskoküsse aus, Glieder zucken im Stroboskop-Licht. Stereotype Männerphantasien deluxe.

Wir sind die NachtDurchgenudelt wird außerdem der Mythos des Vampirdaseins: die typischen Transformationsprozess-Symptome wie Übelkeit, unkontrolliertes Zucken, Heißhunger und Selbsthass. Sonnenlicht ist natürlich tödlich und ein Spiegelbild existiert nicht. Ist die Transformation dann geschafft, wird aus dem hässlichen Entlein in einem Art Taufbad ein rothaariger Schwan.

Erfüllt mit Lebenslust und strotzend vor Kraft genießt die 4er-Clique der Vampirfrauen die Unsterblichkeit: schnelle Autos, Hotelsuiten, Shoppingexzesse. Nur etwa 100 von ihnen gibt es noch auf der Welt erklärt Louisa. Und die männlichen Vampire sind ausgerottet. Sie waren „zu laut, zu gierig und zu dumm“ erklärt sie verächtlich der ahnungslosen Lena. Das bedeutet absolute Unabhängigkeit: „Seit 200 Jahren lasse ich mir von keinem Mann mehr sagen, was ich zu tun habe. Welche Frau kann das schon von sich behaupten“. Aha. Diese arg bemühte Emanzipationsbetonung wird ad absurdum geführt, wenn man den Frauen bei ihren Shoppingexzessen zusieht. Überhaupt wahnsinnig bemüht diese Männerverachtung. „Je böser der Mann, desto süßer das Blut“, das trifft vor allem auf Zuhälter zu, die die ethischen Vampirinnen zutiefst verurteilen und gerne jagen.

Wir sind die NachtWas natürlich in einem ordentlichen Vampirfilm nicht fehlen darf: die Last der Immortalität und die damit einhergehende immerwährende Einsamkeit. Louisa sucht verzweifelt nach einem Weggefährten, einem „Seelen“verwandten. Scheinbar lässt sich die Unabhängigkeit doch nicht so leicht zu ertragen und es wird Zweisamkeit gepredigt.

Der Film überrascht leider in keiner Sekunde. Obwohl er einige Ansätze beinhaltet, die Potential gehabt hätten. Denn durch den kompletten Film zieht sich zum Beispiel das Motiv des Auges als Indikator zur Seele, das man sowohl inhaltlich als auch visuell kreativer umsetzen hätte können. Ein bisschen metaphorisch wird der Film dann doch, als sich die Vampirin Charlotte dem Hals eines Wachmanns nähert: Mit einer einzigen Buchseite zerfetzt sie dessen Kehle. Hemingway: For whom the bell tolls. Zum Glück schon nach 96 Minuten Filmzeit.

Die DVD & Blu-Ray: (Bestellen bei Amazon)
Eine Scheibe für High End-Heimkinoanlagen. Und die dicke Ladung Extras (u.a. Audiokommentar, Making Ofs, alternative Enden, Videotagebuch und Trailer) kann ebenfalls überzeugen.



Wir sind die Nacht

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3 Antworten zu “Wir sind die Nacht: DVD-/BD-Kritik”

  1. Martin Beck sagt:

    Der erste Schritt bei diesem Film wäre gewesen, die komplette Marketing-Kampagne rauszuschmeißen. Wer steht denn bitte vor DIESEM Poster und sagt dann: „geil, muss ich sehen!“

  2. Jens sagt:

    Das problem an dem Film ist, dass er nicht komplett crap ist, sondern gerade in den kampfszenen zeigt dass durchaus visuell viel drin gewesen wäre. Schuld am desaster ist meiner meinung nach auch die besetzung:
    Bei aller Liebe – Nina Hoss ist nicht verführerisch. kein stück nehm ich ihr den vamp ab. udn dann nervt es einfach.

    Logische unerklärlich: wieso ist es kein problem dass der dicke drauf geht aber nicht der dünne ;) das nehm ich persönlich *g*

    Wohliger Lichtblick IAMX nightlife – aber selbst die technoparty szene ist typisch deutsch – da tanzt alles organisiert. da hätte man sich das mal von Blade abgucken sollen.

    alle sin allem hat ich das gefühl dass sich jemand nicht getraut hat wirklich die sau rauszulassen. schade eigentlich.

  3. Sylvio sagt:

    Vielen Dank. Wird ausgelassen.

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Autor:
Filiz Schulz



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