best business loans SBA Loans Small Business Loans Short Term Loads Big Lines of Creditbusiness loans Long Term Loans Working Capital Equipment Financing Merchant Cash Advances

Wer wenn nicht wir: Kritik

Wer wenn nicht wirRegie: Andres Veiel
Darsteller: August Diehl, Lena Lauzemis, Alexander Fehling
D/2011; Start: 10.3.2011

Anfang der 60er Jahre. Bernward Vesper lernt beim Studium die Pfarrerstochter Gudrun Ensslin kennen und lieben. Gemeinsam gründen sie einen Verlag, auch, um das Werk seines Vaters, des NS-Schriftstellers Will Vespers, zu verlegen. Ihre Beziehung ist schmerzhaft: Sie wird überschattet von Bernwards Untreue, bis beide heiraten und mit Nachwuchs nach Berlin ziehen. Dann trifft Gudrun den radikalen Andreas Baader und verlässt ihre Familie für den Terrorismus.

Die RAF-Vorgeschichte als tragisches Liebes-Ringen ist wie ein Prequel zum BAADER-MEINHOF-KOMPLEX, aber doch ein Gegenentwurf zu jener eichingerisierten Best-of-Terror-Nummernrevue. In gelb-braunem Look präsentiert Andres Veiel, der mit BLACK BOX BRD bereits einschlägiges Terrain erforschte, den deutschen Vorherbst als gut recherchierte Kombination aus Psychostudie, Biografie, milieuechtem Personenportrait und dem Drama einer zum Scheitern verurteilten wilden Ehe.

Der Vesper-Ensslin-Komplex ist persönliche Geschichtsstunde statt Agitprop. Er zeichnet mit intimer Kenntnis der Zeit die Beweggründe für den bewaffneten Widerstand aus anfänglicher Rebellion gegen völkische Elternhäuser („Ohne den Führer hätte es dich gar nicht gegeben!“) und das konservative Bürgertum nach, anstatt nur mit Bildern vom Schahbesuch, Vietnam und der Kubakrise aufzuhetzen. Die gibt es natürlich trotzdem, aber ironisch unterlegt mit Sixties-Rock. Veiel zeichnet die charakterliche Entwicklung zunächst Vespers, dann auch Ensslins, schließlich Baaders nach, in einer Ménage à trois, die sie alle vergiftet.

Wer wenn nicht wirFakt und Fiktion gehen eine Koalition ein, vereinen Seelenleben, Historie und den Zeitenlauf zu einem prägnanten Profil jener Tage, ohne dafür abgenutzte Bildfolgen zu bemühen. Dieser Strom von Erlebnissen kann Psyche und politisches Geschehen nicht widerspruchslos vereinen. Das ergibt ein paradox flirrendes Biopic mit Ecken und Kanten – und ohne moralisches Urteil.

Dank starken Darstellerleistungen und deftigen Dialogen (die besten seit langem!) steht eine Generation auf, deren Träume von einer besseren Welt zerplatzen. Veiel ist nah an den Figuren und schildert ihre Entwicklung ungefiltert, auch wenn er die Zeit zu sehr rafft, als dass die Schicksale tief berühren können. Doch alles mit stimmigen Charme, den die deutsche, spröde Steifheit ausnahmsweise entfaltet.

Ensslins Anlage zur schizoiden Borderlinerin detoniert spätestens, wenn sie ideologische Dispute vom Zaun bricht und dem Terror-Dandy Baader verfällt, für den alle anderen ohnehin nur saturierte Säcke sind. Ensslin mutiert zur eiskalten Mordmaschine, die wie der Terminator ihre Emotionen abstellt und einen verzweifelten, drogenverlorenen Vesper auf dem THEMROC-Trip zurücklässt: Der Beginn der bleiernen Zeit.



Der offizielle Blog zum Film

Hinterlasse eine Antwort

Autor:
Thorsten Krüger



Neueste Kommentare:
"Heul doch. Und: Danke, ist ausgebessert...."
Bei: Noch eine Liste - die besten Filme 2013
""erste Mal in der Filmgeschichte, das ei..."
Bei: Noch eine Liste - die besten Filme 2013
"Der erste war definitiv der coolere… der..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser
"Dem kann ich nur eines hinzufügen: Das s..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser
"Der erste Teil war jetzt nich so der Ham..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser