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Was du nicht siehst: Kritik

Was du nicht siehstRegie: Wolfgang Fischer
Darsteller: Ludwig Trepte, Frederick Lau, Alice Dwyer
D,AT/2009; Start: 7.7.2011

Der 15-jährige Internatsschüler Anton fährt mit seiner Mutter Luzia und ihrem neuen Lebensgefährten in den Urlaub in die Bretagne. Im etwas älteren Herumtreiberpärchen David und Katja findet er fragwürdige Freunde, die ihn manipulieren und in ein Verhängnis aus Gewalt und Verlangen locken.

Totem, Tabu, Traumzeit und Teenage-Angst: Selten wartete eine deutsche (Co)Produktion mit derart eindrücklicher Kinoästhetik auf. Einen Märchenwald voller seelischer Abgründe erkundet der Amstettener Spielfilmdebütant Wolfgang Fischer. Die berauschend durchkomponierten Impressionen einer rauen, mythischen Natur verdankt er seinem Landsmann Martin Gschlacht, der eine verwunschene Landschaft wie in Hausners HOTEL heraufbeschwört und in Nebel, Licht und Schatten schwelgt.

Diese wilde Seelenlandschaft von Kiefernwäldern, Steilküste und Stränden im steten Wind bildet die Grundlage eines mit psychologischen Symbolen reichlich aufgeladenen Coming-of-Age-Dramas mit Psychothriller-Qualitäten. Da nimmt man die -typisch deutsch- furchtbar hölzern agierenden Erwachsenen des Fünf-Personen-Stücks in Kauf; ebenso das sehr schematische Konzept, das alle Figuren einer Funktion unterordnet. Die drei Jungmimen aber sind natürlich genug, um die voller Hinweise auf Freud, Jung, Nietzsche und diverse Maler der deutschen Romantik versehene Mär vom Erwachsenwerden aufzuwerten.

Was du nicht siehst

Vieles erfährt man erst spät: Dass der Spätzünder Anton um seinen Vater trauert, der sich selbst entleibte. Oder dass David und Katja Geschwister wie aus einer Story von Henry James sind, die ein inzestuöses Verhältnis leben. Es brodelt unterschwellig, wenn David, dieser amoralische Doppelgänger, und Katja, die erotische Sphinx, den ihnen bereitwillig hinterher stolpernden Anton in einen Zauberwald aus dunklen Geheimnissen und verbotenen Wünschen locken.

Was du nicht siehst

Ihre Dreierkonstellation oszilliert gefährlich mit derjenigen zwischen Anton und den beiden Erwachsenen, was seine Ängste katalysiert und in einer ödipalen Wende gipfelt, die alles Vorangegangene in Frage stellt. Das spätsommerliche Idyll vermittelt durch Sounds und Choräle die Ahnung einer permanenten Bedrohung, die auch dann halbwegs für Suspense sorgt, wenn sonst wenig passiert. Diese atmosphärische Wildnis durchdringt das vieldeutige Mystery-Werk, wie sie schon in Hanekes CACHE oder Ozons UNTER DEM SAND als Resonanzraum vorlag und rätselhaften Trugbildern Vorschub leistete.



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Autor:
Thorsten Krüger



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