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Visions of hell – The films of Jim Van Bebber: DVD-Kritik

Visions of hellJim Van Bebbers bisheriges Gesamtwerk liegt in bestechender Qualität und großzügiger Ausstattung als eine vier Scheiben umfassende DVD-Box aus den USA vor. Während der 1987 veröffentlichte DEADBEAT AT DAWN -für seine Fans bis heute der schockierendste und brutalste Straßengang-Film überhaupt- weltweite Rezeption und Beachtung genoss, findet man hier endlich seine übrigen Kurzfilme, die vor und nach DEADBEAT entstanden sind. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und meinen Artikel dem durch einen tragischen Unfall versehrten Uwe-Hamm Fürhölter und der viel zu früh verstorbenen Donna Klemm von Artware proVison und Artware Audio widmen. Ihrem großartigen Engagement ist es zu verdanken, dass DEADBEAT AT DAWN bereits im Jahre 1989 hierzulande zu sehen und erwerben war. Uwe Hamm-Fürhölter organisierte seinerzeit sogar eine Vorführung im Rahmen des Wiesbadener ExGround on Screen-Festivals.

Neben DEADBEAT ist als zweiter Hauptfilm THE MANSON FAMILY in der Box vertreten (2003 nach etwa 14-jähriger Drehzeit fertiggestellt), in welchem Stab und Besetzung aus DEADBEAT erneut glänzen dürfen. Vor VISIONS OF HELL war dieses, Van Bebbers bislang ehrgeizigstes Projekt als Einzel-DVD unter anderem in Tschechien und Großbritannien erschienen. THE MANSON FAMILY ist ein beeindruckendes Zeitdokument einer Epoche geworden; einer Ära, die mitten in all ihrer medial übermittelten und propagierten, grell-bunten Friede-Freude-Eierkuchen-Dauerlaune blitzschnell und über Nacht, wie mit einer Rasierklinge durchschnitten, ihrer unschuldigen Utopie beraubt wurde. Vom 8. auf den 9. August 1969 drangen einige junge Leute in das Anwesen des Filmregisseurs Roman Polanski in Hollywood ein und ermordeten in unaussprechlicher Grausamkeit alle Bewohner des Hauses, darunter die hochschwangere Frau Polanskis, das Filmsternchen Sharon Tate. Dieses Verbrechen (die Opfer waren völlig willkürlich gewählt, Manson selbst vermutete in dem Gebäude einen Musikproduzenten, von dem er sich hintergangen fühlte und an dem er sich rächen wollte) grub eine tiefe Schneise in die Entwicklung der Popkultur des zwanzigsten Jahrhunderts. Nichts war mehr so wie vorher, die harmlosen Botschaften der ansonsten friedlichen Hippie-Bewegung zerstieben im Dauerfeuer der Medien und der Politik.

The Manson family

Man war gespannt, wie ein Filmemacher wie Jim Van Bebber eine solche Geschichte umsetzen würde; und vor allem, warum er es tat, worum es ihm ging. THE MANSON FAMILY ist schließlich nicht gerade die erste filmische Umsetzung des Stoffes, es gab darüber zuvor schon gute und sehr gute Abhandlungen in Film und Fernsehen. Van Bebber musste also einen anderen Weg einschlagen, was er dann auch tat. Er bettete die bekannten und weniger bekannten Details der Ereignisse auf der Spahn-Ranch von jenem Sommer in einen komplexen und zuweilen experimentellen Film, der auf drei Handlungsebenen einen Bogen zur Gegenwart spannt. Mit diesem Unterfangen gelingt es dem Regisseur auf verblüffende Weise, das Terrain des typischen Serienmörder- oder Gerichtsfilms gar nicht erst zu betreten, sondern in erster Linie die Charaktere selbst in fiktiven Interviews zu Wort kommen zu lassen. Dort, in den Hochsicherheitsgefängnissen, sprechen Leslie Van Houten, Tex Watson, Susan Atkins und die anderen; Manson ausgenommen. Van Bebber selbst mimt dabei den Musiker und Maler Bobby Beausoleil, der selbst zwar behauptet, nie offiziell Mitglied der Family gewesen zu sein, aber zur selben Zeit im Streit einen Drogendealer tötete und dem die Nähe zu einzelnen Personen der Family zum justiziablen Verhängnis wurde.

Manson familyDer Film suggeriert ein Zusammenschnitt von Gesprächen mit den Verbrechern von damals zu sein, die heute, noch immer inhaftiert und stigmatisiert, aus ihren Knastzellen über ihre Taten und ihr Leben berichten. In satten Farben und 16-mm-Optik werden die Ereignisse von 1969 glaubhaft und greifbar veranschaulicht. Auf der dritten Ebene schließlich befasst sich THE MANSON FAMILY mit der hemmungslosen Vermarktung von Mansons Konterfeit und die nach außen noch immer funktionierende sensationsgierige Berichterstattung in den Medien. Ein Spiel mit dem Feuer: Der Film schafft sehr eindrucksvoll und überzeugend dies zu verdeutlichen, indem er die Ermordung des Programmverantwortlichen eines TV-Senders durch eine Gruppe von blutjungen Manson-Verehrern zeigt. Alle Erzählebenen werden in dramaturgischer Parallelität so montiert, dass am Ende ein dicker Kloß im Halse stecken bleibt. Gerade die Schilderung der Morde im August ’69 ist in ihrer Grausamkeit nicht zu überbieten und stellt die Intention ihres Autors heraus: dem leichtsinnigen Hinterhereifern einer Mörderbande durch eine unwissende Jugend ein Ende zu bereiten.

Deadbeat at dawnDie von Dark Sky Films herausgegebene DVD-Box beinhaltet zusätzlich eine Bonus-Disc mit einem Making Of und Interviews zu THE MANSON FAMILY. Disc drei enthält die qualitativ restaurierte Fassung von DEADBEAT AT DAWN. Gelegentliche Überbelichtungen, die beim Ansehen früherer Versionen als störend empfunden wurden, sowie allzu auffälliges Bildrauschen wurden korrigiert. Im Anhang findet sich umfangreiches Zusatzmaterial über die Entstehung des Films, garniert mit Interviews und einer kompletten Behind-the-scenes-Dokumentation. Auf einer vierten Scheibe sind alle zum Veröffentlichungszeitpunkt fertiggestellten Kurzfilme Van Bebbers vereint: MY SWEET SATAN (1994), der thematisch bereits Motive von späteren Sequenzen in THE MANSON FAMILY anreißt, indem er eine junge Gruppe von klischeebeladenen Teufelsanbetern und ihre Nöte zeigt. Von dem ursprünglich als Langfilm geplanten, unglaublich harten und immer noch schwer verdaulichen ROADKILL – THE LAST DAYS OF JOHN MARTIN (1994) existiert nach wie vor nur ein ausgedehntes Fragment, bei dem es auch bleiben wird. Diese Entscheidung fällte der Regisseur auch auf Wunsch seiner Fans. Mit ROADKILL verhalf sich Van Bebber unter anderem in England zu Publicity, um Geld für MANSON zu beschaffen. Diese beiden Werke wurden 1994 von Film Threat Video, zusammen mit der quasi-Dokumentation DOPER (1994), auf VHS herausgebracht. Der fünfminütige KATA (1990) gewährt uns einen Einblick in Van Bebbers Martial-Arts-Vorlieben. Den Abschluß bildet INTO THE BLACK, ein 1983 entstandener, etwa 23-minütiger Super-8-Kurzfilm über zwei Ausbrecher und deren Kampf mit einer Streetgang. Bereits hier sind einige der Zutaten vertreten, die man ein paar Jahre später in technischer Vollendung wieder bestaunen durfte: MAD MAX-ähnliche Kostüme, wilde Schlägereien, Martial Arts und richtig gute Auto- und Motorradstunts. Die Musik des Stummfilms stammt von The Knife Of Simpson, einer Chicagoer Metalband.

Chunk BlowerAuf den DVDs nicht enthalten ist der Trailer zu der Kooperation mit dem inzwischen verstorbenen „Splatter-Papst“ Chas. Balun, CHUNK BLOWER – einer Geschichte über den mörderischen Inhaber eines Abschleppdienstes, der auf den Highways gestrandete Autofahrer abschlachtet, die direkt an den Erfolg von DEADBEAT anknüpfen sollte. Balun verfasste dazu das Drehbuch und man packte bereits gegen 1989 einen Teaser auf ein Compilation-Video, das hierzulande ebenfalls von Artware vertrieben wurde. Der vielversprechende Teaser deutet leider auch darauf hin, dass Chas. Balun als Verfasser des Scripts einzig eine Vielzahl seiner persönlichen Lieblingsfilme darin vereinen wollte. Somit ist es vielleicht ganz in Ordnung, dass der Film nie fertiggestellt wurde. Andererseits wäre es spannend gewesen zu sehen, wie Van Bebber diesen Zitatemix umgesetzt hätte, ohne seine Radikalität und Kompromisslosigkeit aufzugeben. Die beiden hätten den Tarantinos oder Rob Zombies unserer Zeit bereits sehr früh das Wasser abgraben können.

Des weiteren fehlen eine Handvoll Musikvideos, die Van Bebber für die Bands Skinny Puppy, Front Line Assembly und Necrophagia hergestellt hat. Gerade letzteres, THROUGH THE EYES OF THE DEAD (2002), stemmt den Versuch, die ästhetische Form eines (Metal-)Musikclips bis zum Äußersten zu strapazieren. Die darin enthaltenen expliziten Sex- und Gewaltorgien sind definitiv nicht jugendfrei, was das auf VHS in kleiner Auflage erschienene Bandvideo inzwischen etwas schwer zu finden macht. Einzelne Musiker wiederum von Skinny Puppy und FLA sollten als Darsteller im nicht realisierten CHUNK BLOWER mitwirken.

Es besteht schon lange kein Zweifel, dass es sich bei Jim Van Bebber um den vielleicht vielversprechendsten und begabtesten amerikanischen Underground-/Independent-Filmemacher handelt. Er ist Autor, Regisseur, Cutter, Darsteller, Stuntman und Effektkünstler in einer Person. Darum ist es wünschenswert, wenn sein Antrieb und seine Schaffenskraft sich auch in Zukunft nicht der Öffentlichkeit entziehen, sondern, wie der vorliegende Überblick hervorragend zeigt, in adäquater Form zugänglich werden.



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Autor:
Florian Resch



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