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Uwe Boll vs. Berlinale

Boll vs BerlinaleBockig ist er, der Uwe. Im Zuge der Berliner Filmfestspiele schnappte sich Regisseur Uwe Boll ein Mikrofon, ein Lichtspielhaus und einiges an medialer Aufmerksamkeit, um gegen Erzfeind Dieter Kosslick oder die Steuergelder-in-den-Arsch-blasende Filmindustrie zu wettern und nebenbei fett Werbung für seinen AUSCHWITZ-Film zu machen. Der übrigens laut Professor Doktor Boll am liebsten zu Bildungszwecken in Schulen gezeigt werden soll. Die armen Kinder, denkt man sich da. Die solch eine Grütze über sich ergehen lassen müssen. Ist Schule an sich nicht Quälerei genug? Muss man sich da noch freiwillig einer Boll Pseudo-Dokumentation stellen?

Uwe will Auschwitz zeigen wie es wirklich war. Woher er das weiß? Das weiß er selber nicht so wirklich. Eine sechsteilige BBC Doku hat er sich zur Vorbereitung angeschaut, von Anfang bis zum Ende. Na ja, das sollte wohl reichen. Trotzdem steht er immer noch im Schatten der Branche und geht nicht über den roten Teppich. Versteht nicht, warum keiner sich einen Ruck gibt und ihm mal gratuliert. Er habe schließlich Millionen-Dollar-Produktionen gestemmt und mit DARFUR oder RAMPAGE echte Meisterwerke abgeliefert.

Ja, an Selbstbewusstsein fehlt es dem Goldene Himbeere-Preisträger (2009: Goldenen Himbeere für das schlechteste Lebenswerk und schlechtester Regisseur; 2008: für SCHWERTER DES KÖNIGS, 1968 TUNNEL RATS und POSTAL) nicht und eigentlich will der kleine Boll doch nur mal gestreichelt werden und nicht immer so böse und beleidigende Kritiken lesen. Er fühlt sich so, als würde auf ihn eingedroschen werden, wie der kleine Nerd in der Schule, den keiner leiden kann. Dr. Boll, der Brett Kelly der deutschen Regisseure? Ach was, er kann ja auch austeilen:



AuschwitzNicht nur im Boxring, sondern auch kürzlich im Babylon in Mitte musste Boll mal seine angestaute Wut über alles und jeden raus lassen. Das Berliner Filmfestival verklagt er auf 125 Euro Film-Einreich-Gebühr und Festival-Direktor Dieter Kosslick wird mit Ex-Diktator Mubarak verglichen. Mit Kosslick hat er übrigens schon eine langwierige Fehde am laufen. Seit dieser Bettina Böttinger Sendung (B TRIFFT), als Boll dem Arsch mal so richtig die Meinung gesagt hat: „Förderheinis sind doch eh nur Bürokraten, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben“, schmiss er dem frisch zum Chef der Filmstiftung NRW gewähltem Kosslick an den Kopf. Seitdem ist Sense mit finanzieller Unterstützung. Doch all das konnte Boll nicht aufhalten, künstlerisch anspruchsvolle Filmperlen wie HOUSE OF THE DEAD, BLOODRAYNE: THE THIRD REICH oder jetzt eben AUSCHWITZ zu produzieren. Ein Film, der den Alltag im KZ zeigt, die Kamera immer dann drauf hält, wenn es brenzlig wird und nicht wie dieser „andere Filmschund feige wegdreht und auf eine heulende Nicole Kidman schwenkt“.

Bolls Lehrmethoden sind nun mal eben hart und AUSCHWITZ überlässt wirklich keine Grausamkeit der Fantasie. Uwe zeigt die Vergasungen und lakonische Nazis, die ihren Dienstplan besprechen, während im Hintergrund Säuglinge erschossen werden. Wir sehen Archivmaterial von Leichenbergen und Öfen, in denen Kinder verbrennen. Was die Schulkinder bei Geschichtslehrer Boll daraus lernen sollen? Man weiß es nicht.

Die Kids, die in dem dokumentarisch anmutendem Werk im Gegenschnitt zu Bolls AUSCHWITZ-Vision gezeigt werden, haben auf jeden Fall ein paar Stunden Nachsitzen verdient. Trotz intentionaler Fragen-Stichelei von Boll himself und dem sozial schwachem Hintergrund der Kinder ist es schon traurig zu hören, was sie alles nicht über den Holocaust und die Konzentrationslager wissen. Doch sicher kann auch Bolls Film kein Licht ins Dunkle der Sonderschulköpfe bringen. Eher vielleicht die sechsteilige BBC Doku, die es laut Boll auch auf DVD zu kaufen gibt.

Also, da sitzt er nun in Berlin-Mitte, der bockige Uwe, von den Kritikern zusammen gedroschen und von dem deutschen Filmbusiness verbannt. Ganz Unrecht hat er mit seinen Äußerungen über bürokratische Förderer in Deutschland ja nicht, aber sein AUSCHWITZ Film wird sicher nie wieder so viel Aufmerksamkeit haben wie an diesem Berlinale-Montag. Auch das ist ja immerhin eine Leistung.



Noch mehr gefällig? Hier ist die ganze Veranstaltung in fünf Teilen:



Und dann noch das Q&A nach der Vorführung:



So, was fehlt jetzt noch? Genau: der Teaser für AUSCHWITZ!

5 Antworten zu “Uwe Boll vs. Berlinale”

  1. Sylvio sagt:

    Nein, das heißt „Talent“.

  2. Martin Beck sagt:

    Ja, schon, aber so ganz verstehe ich’s trotzdem nicht. Die beste Option ist immer noch, sich den Film einfach nicht anzusehen. „Respekt“ hat für mich einen verdammt subjektiven Beigeschmack, der auch viel zu sehr von einer öffentlichen Meinung getragen wird, der ich mich eigentlich nicht anschließen mag – ganz einfach, weil mir das zu diffus ist.

    Das mit dem Recycling von Sets machen nebenbei ganz viele Regisseure, nur steht’s bei denen dann halt nicht in der Zeitung. Boll steht eigentlich nur vor einem wirklich großen Hindernis, und das heißt „Boll“.

  3. Olli sagt:

    Auch ich, der eigentlich völlig neutral an das Thema rangeht weil nicht miterlebt, muss sagen: Schon der Trailer geht mir zu weit. Zähne ziehen, vergasen, Kinder verbrennen… das gehört nicht auf die Leinwand. Jedenfalls nicht, um die Karriere eines Mittelklasse-Regisseurs zu pushen. Hätte das einen sinnvollen, dokumentarischen aufklärerischen Charakter, wäre das etwas ganz anderes.

    Viel schlimmer ist jedoch, dass der Depp vier Nazi-Filme gleichzeitig am selben Set dreht – und das alleine sollte Beweis genug sein, dass er mit Auschwitz nur polarisieren will. Wenn man so einen Film macht, dann bitte das Thema aufrichtig und mit dem nötigen Respekt behandeln!

    …So, ausführlich genug? :)

  4. Martin Beck sagt:

    Oha. Könntest du das vielleicht noch etwas ausführen?

  5. Olli sagt:

    Dieser Mann gehört eingesperrt für Auschwitz.

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Autor:
Markus Breuer



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