best business loans SBA Loans Small Business Loans Short Term Loads Big Lines of Creditbusiness loans Long Term Loans Working Capital Equipment Financing Merchant Cash Advances

Unknown Identity: Kritik mal ZWEI!

Unknown IdentityRegie: Jaume Collet-Serra
Darsteller: Liam Neeson, Diane Kruger, Bruno Ganz
D/2011; Start: 3.3.2011

Zwei Stühle, eine Meinung. Nachdem Thorsten Krüger bereits vorletzte Woche seine Sicht der Dinge zu UNKNOWN IDENTITY kundgetan hat, legt Sebastian Selig nun noch nach. Beide kommen zwar am Ende auf die gleiche Wertung, doch Sebastians Blickwinkel ist dabei auf „was wäre wenn“-Höhen. UNKNOWN IDENTITY hätte 96 HOURS 2 sein können und verendet letztendlich auf gerade noch okayem Mittelmaß. Ein Film mit riesigem Potential, gekappt durch Unverständnis und mutlose Entscheidungen.

Die Kritik von Thorsten Krüger:

Der Biologe Martin Harris (Liam Neeson) reist mit seiner Frau Liz (January Jones) zu einer Tagung in Berlin und verliert bei einem Autounfall länger das Bewusstsein. Als er erwacht, kennt ihn seine Frau nicht mehr und hat einen anderen (Aidan Quinn), der sich als Harris ausweist. Zwei Killer hetzen ihn durch die Stadt, nur eine Taxifahrerin (Diane Kruger) und ein früherer Stasi-Agent (Bruno Ganz) helfen.

Der frostige Berlin-Thriller über Identitätsraub, Killer und Spione, die aus der Kälte kommen, verlegt Polanskis FRANTIC in die deutsche Hauptstadt und besetzt die Harrison-Ford-Rolle mit dem 58-jährigen Charaktermimen Liam Neeson, der nach 96 HOURS weiter an seiner zweiten Karriere als Actionpapi feilt. Er erwacht mit genau jener Teilamnesie, ohne die solche Filme sofort zu Ende wären und fragt sich wer bin ich – und wenn ja wie viele? Zumeist ist er jedoch auf der Flucht und muss sich seiner Haut erwehren, bis er die totale Erinnerung erlangt.

Nach ORPHAN scheint der spanischstämmige US-Regisseur Jaume Collet-Serra einen Narren an verborgenen Identitäten und schizophrenen Rätseln gefressen zu haben. Dafür streift er das Horrorgewand ab und legt das monochrome Graublau eines winterlichen Verschwörungsthrillers an, der sich nicht entscheiden kann, ob er psychologisches Drama, Paranoia-Verfolgungsjagd oder Agenten-Hommage sein soll, kurzum: klassisches Hollywood oder modern-realistische Kost.

Unknown Identity

Dabei wandelt er schmalspurig auf Hitchcock-Terrain, handelt vornehmlich von dem Mann, der zu viel wusste, biedert sich aber bei den BOURNE-Filmen an, ohne deren packende Dynamik zu erreichen. Zwar verheddert sich die nur vordergründig durchdachte Story in all jenen Fußangeln, die solche Plots so unglaubwürdig machen (und findet gleich noch ein paar neue, über die noch kein Vorgänger gestolpert ist), gerät aber solide und routiniert genug, um zunächst gefallen.

Zumindest, so lange man sich nicht über die halbgaren Figuren, den unrunden Fortgang sowie die interessanten Themen ärgert, die Collet-Serra streift, mit ihnen aber nichts anzufangen weiß: Illegalität und Identität etwa. Dazu kommen noch ein paar instinktlose Kommentare zu Fragen wie Stasi oder Immigration. Dafür zündet nach halber Strecke die Action: Wenn das Hotel Adlon gesprengt wird, vergisst man vorübergehend, dass Bruno Ganz‘ formidabler Auftritt einen ganz anderen, viel besseren Film hätte einleiten können.

Die Kritik von Sebastian Selig:

Im Kino gesessen und regelrecht gezittert vor Wut über die verschenkten Möglichkeit von UNKNOWN IDENTITY. Das Buch hat den Machern wahrlich einen weiter gedachten 96 HOURS (inklusive dem damit verbundenen +220 Mio. Dollar Box Office/ weltweit) in den Schoß gelegt, doch die Verzagtheit aller (außer dem Casting Director) am Film Beteiligter führt jetzt dazu, dass man sich nicht mal mit der Hälfte zufrieden geben muss.

Angefangen natürlich bei der Regie. Die ist sehr guter europäischer Standard. THE PROTOCOL, SECRET DÉFENSE, SKY FIGHTERS…genau dieser Level Kino. Aber eben kein Paul Greengrass und auch kein Pierre Morel.

Kein Gespür für Druckaufbau, gepaart mit (und das macht UNKNOWN IDENTITY fast unmöglich auszuhalten) ein völliges Missverstehen von dem, was Liam Neeson mit 96 HOURS geschaffen hat.

96 HOURS, der für das Jungskino heute mindestens die Bedeutung von STIRB LANGSAM hat, zeigt Neeson als kühl überlegt agierende, gewissenlos brutale, wie dabei berauschend effektive Killermaschine. Ein Film, der genau deswegen (auch kommerziell) wie eine Bombe eingeschlagen ist, weil er in einem insgesamt inzwischen eher verweichlichten Weltkino unbeirrt nach vorne geht und auf die wundervoll simpelste Weise Starke-Mann-Träume erfüllt. Mehr noch, eingebettet in einen wahrlich großartigen Pitch, werden hier niederste väterliche Beschützerinstinkte bedient. Wird geradezu ein Gegenpol gesetzt zur Luschigkeit heutiger Nido-Väter.

Unknown Identity

UNKNOWN IDENTIY hätte nun der Film sein können, der in diesem Kosmos jetzt noch das Frau-Mann-Ding durchspielt (nachdem das Vater-Tochter-Ding mit 96 HOURS ein für alle Mal zur Serienreife gebracht wurde). Die Vorlage bietet dafür mehr als eine Gelegenheit. Wirft immer wieder neue Haken aus, die der Film in seiner traumwandlerischen Verschlufftheit dann aber stets ungenutzt verstreichen lässt.

Liegt es an dem deutschen Geld, das hier drin steckt oder wo ist der Grund für diese Luschigkeit zu suchen?

Am tollen (wenn auch viel zu ausgestellt gefilmten) Berlin-Setting liegt es nicht. Der rund um Neeson mit Vollgas agierenden Besetzung ist auch kein Vorwurf zu machen. Es ist nur der Film, der Antrieb, der einfach nicht in die Gänge kommen will.

Ich muss kurz im Detail drauf eingehen, was hier alles verbockt wurde (einfach auch um es mir von der Seele zu schreiben).

Unknown Identity

Der Hauptfehler liegt natürlich darin, dass Neesons Figur überhaupt nicht verstanden wurde. Wie das Buch es sehr clever auflöst (HIER BITTE NICHT WEITERLESEN; WENN MAN DEN FILM NOCH NICHT GESEHEN HAT) spielt Neeson auch hier wieder denselben top ausgebildeten Killer wie zuletzt in 96 HOURS. Man könnte es auch wie der deutsche Verleih tun und nicht zu Unrecht eine Brücke zu Jason Bourne schlagen, nur sieht das der Film völlig anders. Er glaubt uns einen Neeson zeigen zu müssen, der mit verzagtem Gesicht durch Berlin irrt, der sich auch dann noch weg duckt, wenn längst klar ist, dass es an der Zeit wäre, den Spieß umzudrehen. Schlimmer noch: wegen all seiner Tapsigkeit meint ihm die Regie natürlich noch ein paar Frauen an die Seite stellen zu müssen, die ihm dann regelmäßig den Arsch retten.

Kaum mitanzusehen: die EKG-Szene. Da scheint der Film kurz da angekommen zu sein, wo wir ihn schon mindestens 15 Minuten früher haben wollten. Neeson liegt im dröhnenden Elektrokrach der Maschine und kurz meinen wir einer Verwandlung beizuwohnen. Da scheint was in ihm aufzubrechen. Der Moment hätte nicht perfekter dafür gewählt sein können (auch wenn man ihn in der Unfallszene auf der Oberbaumbrücke hätte natürlich idealerweise noch intensiver vorbereiten müssen). Aber auch da wieder nur hilfloses mit den Armen rudern und schwankende Flucht nach draußen.

Fuck, überhaupt die Oberbaumbrücke. Neeson, das sagt der Film sehr deutlich, ist ein gewissenloser Killer, mit reichlich Erfahrung in solch dramatischen Situationen. Der Film scheint das aber völlig zu vergessen, zeigt uns stattdessen sein in einer langen Zeitlupe ausgekostetes, ängstliches Gesicht beim gen Wasseroberfläche segeln. Ja, nicht mal das kalte Wasser löst dann irgendwie so etwas wie eine Rückbesinnung auf die alten Trainingsinstinkte aus. Wie ein nasser Sack bleibt er hilflos auf der Rückbank (im Kindersitz?) hängen und schluckt reichlich Spree.

Unknown Identity

Noch einschneidender verbockt: das Telefonat mit Aidan Quinn. Verdammt, wie konnte man da nicht das selbst schon im Trailer von 96 HOURS rauf und runtergespielte Telefonat mit den Entführern seiner Tochter im Kopf haben:

Neeson: „I don’t know who you are. I don’t know what you want. If you are looking for ransom, I can tell you I don’t have money. But what I do have are a very particular set of skills; skills I have acquired over a very long career. Skills that make me a nightmare for people like you. If you let my daughter go now, that’ll be the end of it. I will not look for you, I will not pursue you. But if you don’t, I will look for you, I will find you, and I will kill you.“

Kidnapper: [after a long pause] „Good luck.“

Und was passiert in UNKNOWN IDENTITY? Neeson, den Gegner an der Strippe, macht nur ein blödes Gesicht und legt ohne ein Wort zu sagen auf.

Da erübrigt es sich fast auf den Kampf mit den beiden Killern in der Dachwohnung von Diane Krüger näher einzugehen (trotz gut aufgelegtem Stipe Erceg fast komplett daneben).

Erst ganz, ganz am Ende, wirklich fast schon nachgereicht und viel zu spät, dann doch noch ein kurzes Aufblitzen von dem, weswegen man eigentlich gekommen war. Ein kurzer (viel zu wenig schmerzhafter) Faustkampf im grauen Staub des Adlons. Das soll es dann schon gewesen sein.

Fuck.



Die offizielle Webseite
Die offizielle Facebook-Seite

5 Antworten zu “Unknown Identity: Kritik mal ZWEI!”

  1. Sylvio sagt:

    Neeson wird in China gesperrt.

  2. Martin Beck sagt:

    Was wat?? TAKEN 2, mein Lieber, mit Neeson. Werden solche News in China gesperrt??

  3. Sylvio sagt:

    Wat? Woher kommt denn diese Information? Die haste geträumt. Guter Traum, übrigens.

  4. Martin Beck sagt:

    Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob das überhaupt TAKEN 2 sein möchte.

    Weil, der kommt ja noch separat, ne wa?

  5. Sylvio sagt:

    Verdammt, nach Sebastians Kritik kommen tatsächlich die ganzen verwegenen Fehler wieder hoch. Ich hatte mich auch so auf den Film gefreut und wurde dann mit so ’nem halbgaren Kindersitztaucher abgespeist. Schade.

Hinterlasse eine Antwort

Autor:
Thorsten Krüger



Neueste Kommentare:
"Heul doch. Und: Danke, ist ausgebessert...."
Bei: Noch eine Liste - die besten Filme 2013
""erste Mal in der Filmgeschichte, das ei..."
Bei: Noch eine Liste - die besten Filme 2013
"Der erste war definitiv der coolere… der..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser
"Dem kann ich nur eines hinzufügen: Das s..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser
"Der erste Teil war jetzt nich so der Ham..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser