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Tura Satana ist tot (1938-2011)

Tura SatanaMan stelle sich dies bitte genüsslich vor: Der amerikanische Regisseur Billy Wilder zieht im Jahr 1962 gemeinsam mit seiner Ehefrau Audrey gutgelaunt durch diverse Tingeltangel-Bars, um sich nach glaubwürdigen Nebendarstellerinnen für seinen Film IRMA LA DOUCE umzuschauen, und bekommt dabei im Pink Pussycat Club eine Tänzerin vor die dicken Brillengläser, welche ihrerseits mit einer unendlich langen pechschwarzen Haarmähne und üppigen Kurven beeindruckt. Die asiatischen Schlupflider tun ihr Übriges und Billy und Audrey sind verständlicherweise hin und weg. Die Rolle der Suzette Wong, eine temperamentvolle „chinesische“ Kollegin der Prostituierten Irma, genannt „die Süsse“ (Shirley MacLaine), ist optimal besetzt.

Nun, mit Sicherheit ging die Besetzung viel strikter vonstatten (Satana war immerhin seit Jahren schon auch ein professionelles erotisches Model für diverse Nacktmagazine), aber sympathisch ist diese Geschichte allemal und zeugt von der Entspanntheit, Freundlichkeit und Wärme, die Satana zeitlebens nachgesagt wurde. In der Nacht zum 6. Februar ist sie in Reno, Nevada, infolge eines Herzversagens gestorben.

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte sie zu jenen Amerikanern mit japanischen Wurzeln, die ins kalifornische Lone Pine deportiert wurden. Die kleine Tura Luna Pascual Yamaguchi zog mit ihren Eltern nach Chicago, um dort die volle Bandbreite an Fremdenhass abzubekommen. Die Frühreife wurde Opfer einer Gruppenvergewaltigung: Die Täter wurden gerichtlich nicht belangt und Tura nahm sich den Rat des Vaters zu Herzen, Karate zu erlernen. Sie trat einer Motorradgang bei und ging in jungen Jahren wieder nach Kalifornien, um als Aktmodel zu arbeiten und sich für diverse Nacktmagazine fotografieren zu lassen.

Tura SatanaDer Stummfilmschauspieler Harold Lloyd ermutigte sie als erster, sich aufs Schauspiel zu verlegen, da sie nicht nur über den entsprechenden Look verfügte, sondern auch über das nötige Charisma für die große Leinwand. Derweil ging es mit ihrer Burlesque-Karriere weiter steil aufwärts, die Bars und Fotostudios wurden exklusiver und Satanas erotische Darstellungen und Interpretationen hatten den Level des künstlerisch Performativen erreicht. Sie tanzte in Clubs wie dem Peacock Alley und dem Starlight Burlesque. Der damit einhergehende Vorbildcharakter ist bis heute zu sehen.

Die frühen Fotos von ihr zeigen eine starke weibliche Persönlichkeit, Humor und eine Körperlichkeit, die auch heterosexuelle Frauen anzusprechen vermag. Ihre Professionalität, Humor und Loyalität wurden sehr geschätzt, und über die elektrisierende Angst, die sie manchen Männern machte, konnte sie selbst noch gut lachen und darüber auch bedauernd die Schultern zucken. Echte Männer, so sagte sie immer wieder gerne in Interviews, sind „echte Freunde und gut im Bett und haben keine Angst davor, wenn Frauen auch etwas im Kopf haben. Alle anderen Typen sind nur Dreck“.

Privat musste sie in den frühen 1970ern einen versuchten Mordanschlag gesundheitlich überstehen. 15 Operationen zog dieser Anschlag für sie nach sich. Daraufhin arbeitete sie in einem Krankenhaus und später in einer Polizeistation von Los Angeles, wo sie ihren Ehemann kennenlernte.

Wir haben es hier also mit einem absoluten Superstar der amerikanischen Burlesque-Szene zu tun, für die ihr asiatischer Touch sich nun zu einem Garant des grossen Erfolgs wandelte. Und dann war es 1965 und Russ Meyer kam. Der Rest ist nicht nur Filmgeschichte, sondern auch eine Geschichte der Emanzipation.

Hautenge schwarze Jeans, derbe Stiefel, schwarze Lederhandschuhe und ein kleines, tief ausgeschnittenes schwarzes Leibchen, die hüftlangen schwarzen Haare mitsamt kurzem Pony von Wüstenstaub zerzauselt. Wie üblich bei Russ Meyer, waren diese Jeans und dieses Leibchen natürlich atemberaubend prall gefüllt – von der weiblichen Brutalität einmal ganz abgesehen. Der Look bleibt unsterblich und der Titel des Films hat sich sprachlich und augenzwinkernd schon längst verselbstständigt: FASTER, PUSSYCAT! KILL! KILL!

Tura Satana

Filmografie:
Billy Wilder IRMA LA DOUCE (1963)
Daniel Mann WHO`S BEEN SLEEPING IN MY BED? (1963)
Marc Daniels BURKE`S LAW: WHO KILLED THE PAPER DRAGON? (1964)
Marc Daniel THE MAN FROM U.N.C.L.E.: THE FINNY FOOT AFFAIR (1964)
Russ Meyer FASTER, PUSSYCAT! KILL! KILL! (1965)
Daniel Mann OUR MAN FLINT (1966)
Barry Shear THE GIRL FROM U.N.C.L.E.: THE MOULIN ROUSE AFFAIR (1967)
Ted V. Mikels THE ASTRO ZOMBIES (1968)
Ted V. Mikels THE DOLL SQUAD (1973)
Ted V. Mikels MARK OF ASTRO ZOMBIES (2002)
Cody Jarrett SUGAR BOXX (2009)
Rob Zombie THE HAUNTED WORLD OF EL SUPERBEASTO (2009)
Ted V. Mikels ASTRO ZOMBIES: M3- CLONED

Die offizielle Webseite

Eine Antwort zu “Tura Satana ist tot (1938-2011)”

  1. Sylvio sagt:

    Wow, was für ein toller Text! Ich mag den sehr gern und bin nun ein bißchen schlauer. Noch schlauer. Junge! Im selben Atemzug muß ich mir natürlich den Meyer’schen Output bestellen. Aber sicher doch. In der limitierte Version mit noch größeren Brüsten.

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Autor:
Claudia Siefen


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