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True Grit: Kritik

True GritRegie: Ethan Coen, Joel Coen
Darsteller: Jeff Bridges, Matt Damon, Hailee Steinfeld, Josh Brolin
USA/2010; Start: 24.2.2011

Die 14-jährige Mattie Ross heuert den abgefuckten US-Marshal Rooster Cogburn an, um den Mörder ihres Vaters zur Rechenschaft zu ziehen und macht sich mit ihm und dem Texas Ranger LaBoeuf auf den Weg durch den Mittleren Westen. Im großen Showdown treffen sie schließlich auf den Mörder Tom Chaney.

Die Coen-Brüder haben sich mit TRUE GRIT nach NO COUNTRY FOR OLD MEN wieder an einen Western gewagt, der uramerikanische Werte wie Moral, Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und Patriotismus vor einer wunderschönen Winterkulisse auflöst. Aber TRUE GRIT erzählt daneben viel mehr: Durch die ungleichen Geschäftspartner Mattie und Cogburn wird vor allem deren Beziehung in den Mittelpunkt gerückt.

Mattie ist kein kleines Mädchen mehr, ganz selbstverständlich nimmt sie nach dem Tod des Vaters den Platz des Familienoberhaupts ein und kümmert sich um alle anstehenden Geschäfte. Ihr selbstsicheres Mundwerk und ihre waffengleiche Schlagfertigkeit sind bald gefürchtet: „You give out very little sugar with your pronouncements“. Als Zuschauer meint man wirklich, Mattie könne durch ihre verbale Überzeugungskraft alles erreichen, einfach alles. Oder zumindest ihr Anwalt.

True Grit

Im Gegenzug überzeugt Rooster Cogburn durch seine physische Präsenz: die erste Begegnung der beiden findet in/vor einer Latrine statt, Cogburn hat wichtige Geschäfte zu erledigen. Meistens betrunken, übergewichtig und haltlos von sich überzeugt torkelt der Marshal durch den Film. Seinen Slang versteht man noch schlechter, da er ihn unwirsch in seinen Bart nuschelt.

Die beiden ergeben das schönste platonische Filmpaar, das seit langem auf der Leinwand zu sehen war. Lagerfeuerromantik kommt auf, wenn sie alleine durch die wunderschöne Winterlandschaft reiten, Schneeflocken auf Matties übergroßem Herrenmantel; Cogburn erzählt Anekdoten aus seinem verlotterten und heillos verlorenem Leben.

True Grit

Bis zur Begegnung mit dem Mörders ihres Vaters, Tom Chaney, dient Cogburn Mattie als verlängerte Waffe und Guide. Ihre Initiation erfolgt während des Showdowns am Bach, als Mattie Tom Chaney gegenüber steht. Und hier wird ihre physische Schwäche und Unterlegenheit gegenüber den hartgesottenen und ungewaschenen Gangstern bewusst.

Die stärksten visuellen Momente hat der Film neben den grandiosen Landschaftsaufnahmen bei den unterschiedlichsten verbalen „Duell“-Szenen, die vor schnellem Witz und knallharten Wahrheiten überborden. Der Film kommt aber auch zur Ruhe durch die langsame und fließende Kameraführung. Der ruhig-melancholische Soundtrack tut sein Übriges. Die Figuren haben so Zeit, sich mitzuteilen und zu entwickeln: LaBoeuf wird durch seine Sporen und einem Pfeifen-Streichholz eingeführt, das sein Gesicht erhellt. Im Laufe des Films wird aber klar, dass die anfänglich virilen Charaktermerkmale bei ihm nicht im Vordergrund stehen. Er ist das Gegenteil von Cogburn: auf seine Mission bedacht, zielstrebig, diszipliniert. Deswegen zweifelt Mattie auch kurzzeitig an der Wahl ihres Geschäftspartners.

True Grit

Der Film zeichnet eine Welt, in der normale Lebensverhältnisse keinen Platz haben. Keine einzige intakte Familie wird gezeigt, der Fokus liegt auf den Gesetzeshütern und Gesetzlosen. Als Chaney Mattie am Lagerfeuer gegenüber sitzt, konfrontiert mit dem Vertrauensbruch seiner Bande, hadert er mit seinem Schicksal. Alleingelassen in einer unwirtlichen Welt voller Widerstände, Kämpfe und Verletzungen. Allein, auf der Suche nach einem Platz, in der Welt, im Glauben, dass diese sich gegen einen verschworen habe.

Der einzige Wermutstropfen an TRUE GRIT ist die unübersehbare Verwandtschaft zum gleichnamigen Vorgänger mit John Wayne aus 1968. Obwohl auf einer „Neuverfilmung beharrt wird, ähneln sich die beiden Filme stellenweise sehr und die Dialoge wurden eins zu eins übernommen. Nicht verwunderlich, da beide Versionen auf der Romanvorlage von Charles Portis (1968) beruhen. TRUE GRIT von den Coens weicht dramaturgisch ab und zu vom Original von Henry Hathaway ab: Mattie und Cogburn sind alleine unterwegs, LaBoeuf ist nur partiell auf ihrer Mission mit dabei. Und am allerdeutlichsten wird der Unterschied am Ende: Während Hathaway eine heile Welt mit Happy End zeichnet (Mattie ist wohlbehütet und gesund daheim angekommen und blickt einer Zukunft mit Ehemann und Kindern entgegen), bleiben die Coens realistischer: Matties Verletzung zollt ihren Tribut und sie und Cogburn sehen sich nie wieder. „You must pay for everything in this world, one way and another. There is nothing free except the grace of God.“



Gleich ist den beiden Filmen die unglaublich moderne Darstellung einer weiblichen Hauptrolle. Sonst auf die Rolle der treu sorgenden Ehefrau, Barbesitzerin oder Freudenmädchen reduziert, darf Mattie Hosen tragen, sich richtig aufs Pferd setzen und muss nicht den albernen Damensattel benutzen. Sie zeigt während der langen Ritte keine Müdigkeit und Angst schon gar nicht. Vermeintlich von Cogburn im Stich gelassen und Gangstern ausgeliefert, vergießt sie keine Träne, sondern nutzt wieder ihre verbale Stärke, um die Situation zu handlen. Bei den Coens gibt sie sogar den Todesschuss auf Chaney ab. Heiraten kommt bei der Coen-Version auch nicht in Frage, für solche Flausen ist keine Zeit. Viel wichtiger ist die Buchhalter-Tätigkeit. Damit das Weltbild aber wieder ins richtige Licht gerückt wird, darf Cogburn als heroischer Retter die kleine Mattie in einer schweißtreibenden Grenzerfahrung unter einem idyllischen Sternenhimmel zum Arzt bringen. Die kleine „Sister“ ist in Sicherheit. Und Rooster Cogburn hat mit Mattie seine männliche Ehre gerettet – „they tell me you’re a man with true grit“.



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4 Antworten zu “True Grit: Kritik”

  1. Günter M. sagt:

    „dann nimm am besten mal eine Schaufel in die Hand und grab die italienischen Westernhelden wieder aus. Vielleicht langt’s ja noch für ein, zwei Filme.“

    Zwei Filme sollten sich ausgehen: „Immer Ärger mit Django“ und „Die drei Begräbnisse des Sabata“. „True Grit“ fand ich groß… ganz, ganz groß. Dabei war die Erwartungshaltung schon riesig, und doch wurde sie mit Leichtigkeit getoppt. Die Szene mit den Schlangen gegen Ende war so ziemlich das Spannendste, was ich seit langem im Kino sehen durfte. Und dann noch das bittere Ende…

  2. irfan uygun sagt:

    dein kritik ist hervorragend dein papa

  3. Martin Beck sagt:

    Ja, gut, dann nimm am besten mal eine Schaufel in die Hand und grab die italienischen Westernhelden wieder aus. Vielleicht langt’s ja noch für ein, zwei Filme.

    Ansonsten aber sehe ich eher wenig Chancen, dass die italienische Art, Western zu drehen, in Hollywood auf absehbare Zeit Freunde finden wird.

  4. Stefan Weidelich sagt:

    Hali Hallo, die KRitik gefällt mir gut, der film leider nicht so. Das Westergenere ist niht mehr das was es mal war vor viellen JAhren. Ein Guliano Gema kann durch ein Jeff Brides ersezt werden. Der italienische Western muss Holywood erobern!

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Autor:
Filiz Schulz



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