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This Prison Where I Live: DVD-Kritik

Regie: Rex Bloomstein
Darsteller: Zarganar, Michael Mittermeier, Rex Bloomstein
GB/Deutschland 2010, DVD: 04.11.2011

Zarganar ist der bekannteste Komiker Burmas. Doch in einem Land, das seit Jahrzehnten unter der brutalen Militärjunta leidet, kann es lebensgefährlich sein das Regime zu kritisieren. Schlimmer noch, wenn man ein Lautsprecher ist, der Witze über die Unterdrücker reißt. Nach ersten Haftstrafen sprach Zarganar in Folge der blutig niedergeschlagenen Safran-Revolution und des zerstörerischen Zyklon Nargis mit dem britischen Dokumentarfilmer Rex Bloomstein und sagte offen, wie Burma langsam ausblute – und wurde zu 59 Jahren Gefängnis verurteilt. Für Comedian Michael Mittermeier Grund genug, um auf das Schicksal seines Kollegen aufmerksam zu machen.

Zarganar. Das bedeutet übersetzt so viel wie „Pinzette“. Ein passender Name für einen Mann, der erst Zahnmedizin studierte, um dann im Sinne eines burmesischen Sprichwortes mit seinen Witzen einer Pinzette gleich den Splitter der Angst aus den Herzen der Menschen zu ziehen. Mit Worten, Komik, Filmen und Poesie stellte er sich gegen das Regime und bezahlte einen hohen Preis dafür. Fünf Jahre Gefängnis, Berufsverbot, Hausarrest und eine erneute Haftstrafe von 59 Jahren, die auf 35 Jahre reduziert wurde und dennoch unverhältnismäßig war.

Rex Bloomstein, britischer Dokumentarfilmer, interessierte sich für den Mann, der an Tabus rüttelte und für seine Überzeugungen seine Freiheit einbüßte. Nach einem zweitägigen Interview mit Zarganar 2007 sucht er Geldgeber für die Umsetzung von THIS PRISON WHERE I LIVE, fand jedoch niemanden, bis Michael Mittermeier auf ihn zukam. Mittermeier, für den ein Komiker in Burma noch unwahrscheinlicher erschien als ein Deutscher mit Humor, war von der Geschichte Zarganars gefesselt. „Wissen Sie, bei Comedy geht es um mehr als Lachen“, sagt Mittermeier und meint damit die wegweisenden Worte, die in Militärstaaten nur durch die Mutigen ausgesprochen werden können, verpackt in Humor und Witz, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen.

Zusammen mit Bloomstein und einem kleinen Team begibt er sich als Touristen getarnt „undercover“ nach Burma, um mit Zarganars Wegbegleitern und Freunden zu sprechen. Doch Angst und Furcht vor Spitzeln erschweren die Gespräche. Niemand will sich so leicht zur Zielscheibe des Regimes machen. Also beschließen sie mit ihren kleinen Handkameras so nah wie möglich an Zarganars Aufenthaltsort, ein Gefängnis im Norden des Landes, zu reisen und für seine Sache einzustehen, indem sie der Welt zeigen, was mit ihm geschah.

Man kann die noblen Absichten Mittermeiers und Bloomsteins in jeder Minute des Films erkennen, muss aber auch festhalten, dass mit einer fast schon naiven Fahrlässigkeit agiert wird. Ist die erste Hälfte der Dokumentation noch ein auf Archivaufnahmen und Interviewschnipseln basierendes Portrait über einen friedliebenden Mann, der seine Kunst für die Freiheit und Menschenrechte seines Volkes einsetzt, ist die zweite Hälfte ein direkter Kontakt mit einem totalitäten System, das zermübt und entmutigt. Mittermeier und Bloomstein, die als Reisende das nicht von ungefähr kommende Gefühl haben verfolgt zu werden und „nur“ die Ausweisung zu fürchten haben, setzen mit jedem geführten Interview die Freiheit und Rechte ihrer Gesprächspartner aufs Spiel. Diese machen in diesem mutigen Akt zwar freiwillig mit, setzten sich aber auch einem enormen Risiko aus.

Dennoch ist THIS PRISON WHERE I LIVE ein entwaffnendes Werk über Mut und Menschlichkeit gegenüber einer auf Unterdrückung und Angst aufbauenden Obrigkeit. Stärke bezieht die Doku aus seinem steten Appell an die Freiheit, wenn Mittermeier z.B. nach der frustrierenden Erfahrung, nicht mehr für Zarganar tun zu können, als ihm ein Sprachrohr zu sein, in dessen verlassener Wohnung die Worte findet, die Zarganar so lange nicht sagen konnte.

Mittlerweile ist der Komiker seit gut drei Wochen wieder frei, da die neue Regierung unter Präsident Sein gut 1.000 politische Gefangene aus ihren Kerkern entlassen hat.

Die DVD: (bei Amazon bestellen)
Das Bonusmaterial umfasst neben dem Original-Kinotrailer (englisch) und einer Special Performance Mittermeiers für Zarganar auch dessen Rede bei der Verleihung des 6. Amnesty-Menschenrechtspreises, Deleted Scenes und ein Statement von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die selbst jahrzehntelang von der Militärjunta unter Hausarrest gestellt wurde.




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Autor:
Daniel Rehn
Popcorn. Gezuckert. Nicht gerührt.



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