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This Is Not A Film By Khavn: ein Portrait

Khavn De La Cruz

Khavn De La Cruz

Regisseur, Musiker, Lyriker: der Philippine Khavn De La Cruz gilt als »Vater des digitalen philippinischen Kinos« und kann die Bezeichnung mittlerweile wohl selbst nicht mehr hören. Aber griffig und stimmig bringt sie es auf den Punkt. Und wer ihn einmal in persona erlebt hat, sei es bei seinen Filmvorfüh-
rungen, Konzerten (eine wilde Mischung aus Piano-Punk und Pop, hier und da mit ekstatischen Gesangs-
einlagen seinerseits) und auch Lesungen (den Stil seiner Filme auf dem Papier weiterführend: philippi-
nische Geschichte, vermengt mit Post-Punk-Rock aus tiefstem Herzen), ist geneigt, diesem Mann innerhalb seiner Arbeit die vielgescholtene »message« zuzugestehen.

Seine Themen findet er daheim, die philippinische Hauptstadt Manila mit ihren momentan rund 1,5 Millionen Einwohnern im Zentrum der Stadt ist meist der Schauplatz seiner filmischen Arbeiten, genauer der nordöstlich gelegene Teil Quezon City mit seinen Slum-Gebieten. Wer den mittlerweile beträchtlichen Umfang seines Werkes noch nicht kennt, kann einen hübschen Einstieg finden mit ADARNA & THE MEMORY OF CRYSTAL, AN OPEN LETTER TO ALL THE TERRORISTS OF THE WORLD (immer noch einer meiner absoluten Favoriten: In poetischen Worten wird eine höfliche Aufforderung an Terroristen vorgelesen, mit der freundlichen Bitte, doch einmal »in meinem Land vorbeizuschauen, bei uns läuft so einiges schief«, der Briefschreiber geht des nächtens auf einem öffentlichen Parkplatz auf und ab und trinkt Tee), LITERATURE, RUGBY BOYZ (eine Punk-Kaskade, Armut zeigend, Lösungsmittel zur Benebelung des Verstandes und Zärtlichkeit, Traurigkeit, Freundschaft, Verlorenheit – eigentlich also doch alles ganz normal), BARONG BROTHERS (was so passiert, oder auch nicht, wenn ein paar philippinische Jungs traditionell gewandet durch die Innenstadt von Manila laufen, eben im »Barong«, dem recht minimalistischen Lendenschurz philippinischer Ureinwohner), BLACKWORMS, THE DROWNING SEA oder etwa ULTIMO, eine Hommage an den philippinischen Extrem-Poeten Jose Rizal.

Rugby Boyz

RUGBY BOYZ

Wenn man Khavn begegnen will muss man eigentlich nur viel in der Filmwelt auf diesem Erdenball unterwegs sein, Khavn ist dies nämlich auch. Ob das Internationale Filmfestival Rotterdam ihm ein Special widmet oder die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen: Khavn lehrt das digitale Kino und zeigt, dass Ideen dank mittlerweile günstig zu erstehender Technik verwirklicht werden müssen. In seinem Manifest erklärt er das auf seine ganz eigene Art und Weise. Ebenso mit seinem eigenen Filmfestival.

SquatterpunkDer 38-jährige „begleitet“ zum Beispiel in SQUATTERPUNK acht- bis zwölfjährige obdachlose Kinder bei ihrer täglichen Arbeit: Sie sammeln Plastikmüll am Strand auf, um diesen dann zu verkaufen. Die offensichtlich unterernährten Kinder begrüßen einander mit Handabklatschen und breitem Grinsen im Gesicht, kurze Regenschauer im feuchtheißen Klima bieten Gelegenheit, sich gemeinsam irgendwo unterzustellen, herumzualbern und zu singen, und die Kamera ziehen sie dabei mit sich. Die sich neckende Truppe sucht eine Unterkunft für die Nacht: Hieraus erklärt sich denn auch der Titel des Films, etwas frei übersetzt „verdreckte Hausbesetzer“. Khavn weiß, was er zeigt. Er filmt nicht von außen, sondern ist mittendrin und lässt sich führen, ist unwissend für die 79 Minuten des Films und lässt sich die so völlig andere Welt der Kinder in ihrer eigenen Sprache zeigen.

Es gibt hier weder einen Originalton, noch einen eingesprochenen Kommentar, allein die Musik -von The Brockas, Bobby Balingit, Tengal, Buccino P. De Ocampo- überlässt dem Zuschauer seine ganz eigene Interpretation und lässt ihn einfach sehen, was „ist“, ohne zu belehren. Gitarrenkratzen und Bässe bis in die Magengrube lassen eine atemlos gute Laune entstehen, wenn da nicht diese Bilder von Holzbaracken und Dächern aus Plastikplanen wären, so dass der Kontrast beim Zuschauer weiter seine Kreise ziehen kann.

Mit dem ganzen internationalen Erfolg im Gepäck verliert er aber nie einen hübschen Schuss an Ironie: vor ein paar Jahren konnte man ihn in Rotterdam bei seinem Publikumsgesprächen noch selbst im „barong“ bewundern, und sein Interviewpartner machte das Publikum noch höflich darauf aufmerksam, dass Herr Khavn nur Tagalog spreche und eh etwas wortkarg sei. Ein Filmemacher aus einem armen Land, aus einer armen Stadt? Manche waren verwirrt, andere kicherten und wussten Bescheid. Heute sind es wohl ein paar mehr.

Die imdb-Seite von Khavn
Seine offizielle Webseite
Seine offizielle Facebook-Seite

Eine Antwort zu “This Is Not A Film By Khavn: ein Portrait”

  1. Khavn De La Cruz is a digital cinema inspiration of mine

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Autor:
Claudia Siefen


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