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FFF // The Woman: Kritik

Regie: Lucky McKee
Darsteller: Sean Bridgers, Pollyanna McIntosh, Lauren Ashley Carter u.a.
USA 2011, Kinostart Deutschland: bislang unbekannt, gesehen im Rahmen des Fantasy Filmfest

THE WOMAN zeigt die Zivilisation als Schreckgespenst, das hinter den Fassaden wütet.

Die Zivilisation als Schreckgespenst, das hinter den Fassaden wütet. So könnte man THE WOMAN von Lucky McKee in einem Satz zusammenfassen. Denn der Film über das Zivilisierungssprojekt einer „ganz normalen amerikanischen Familie“ seziert das mittelständisch konservative Leben vermeintlich normaler Menschen auf eine derart unangenehme Weise, dass man im Anschluss an die Rezeption eigentlich nur noch „zurück zur Natur“ möchte.

Der Anwalt Chris Cleek (Sean Bridgers), der mit seiner Frau, zwei Töchtern und einem Sohn irgendwo auf dem Lande sein scheinbar normales Leben führt, entdeckt auf einem seiner Jagdausflüge eine „wilde Frau“ im Wald. Mithilfe eines Netzes fängt er den weiblichen Kaspar Hauser ein und kerkert die schmutzige, grunzende Laute von sich gebende Gestalt in seinem Keller ein. Unter dem Deckmantel der „Zivilisierungsbemühung“ stellt er „die Frau“ seiner Familie vor – und erntet zunächst entsetzte Blicke, vor allem von den weiblichen Protagonisten. Doch das ist nur der Beginn einer Tour de Force, die Schritt für Schritt die Fassade vom Horrorhaushalt der Cleeks reißt.

THE WOMAN beginnt zunächst wie ein Re-Imaging von GREYSTOKE, DIE LEGENDE VON TARZAN, HERR DER AFFEN oder auch EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN. Der Außenseiter – oder in diesem Fall die Außenseiterin – wird zum Spiegel der Zivilisation. Doch schon das Anketten der Frau aus dem Wald, die Demütigungen, die diese bald erleiden muss, zeigen eben doch, dass es hier um gnadenlosen Schrecken und Terror geht: Die MARTYRS-Version von AMERICAN BEAUTY. An Drastik und Blutrausch kaum zu überbieten.

Als THE WOMAN in Sundance die Leinwand erschütterte, waren die negativen Kritiken und der Skandal nicht weit. Frauenverachtend wurde der Film genannt, bösartig überzogen, unhaltbar. Vollkommen falsch. Denn nachdem sich im weiteren Verlauf von THE WOMAN auch das Verhältnis zwischen dem Vater, seiner Ehefrau und seinen beiden Töchtern als von Gewalt und Unterdrückung geprägtes Terrorregime entpuppt, wandelt sich THE WOMAN mehr und mehr in Richtung eines feministischen Ermächtigungsmanifests. „Die Frau“ ist schließlich nur die selbstbestimmte Frau, die sich der Zivilisierung durch den Patriarchen noch nicht unterworfen hat. Die Mutter hingegen ist bereits verloren, die Teenager-Tochter auf dem schmalen Grat zur Selbstaufgabe, nur die kleinste Vertreterin der Frauenfiguren noch recht einfach aus der Unterdrückung zu befreien. Alle Frauenfiguren stehen für verschiedene „Zivilisierungsstufen“ der Frau an sich.

Das große Finale ist schließlich ein Sieg des Prinzips Frau im Kampf der Geschlechter, eine Befreiung aus der Unterdrückung, ein drastischer Abgesang auf das Patriarchat als Unterdrückungssystem. Dass man hierbei als Zuschauer einen starken Magen braucht und sich auch nach Sichtung des Films das flaue Gefühl über mehrere Stunden zu halten vermag, das ist einer der Aspekte von THE WOMAN, den man nicht kritisieren, sondern dem Film hoch anrechnen sollte. Denn so hämmert er seinem (bei dieser Art von Film vor allem männlichen) Publikum die Botschaft unvergesslich ein. Auch wenn es schmerzt: das ist auch im 21. Jahrhundert noch immer notwendig.




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Autor:
Björn Eichstädt



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