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The Tree of Life: Kritik

The Tree of lifeRegie: Terrence Malick
Darsteller: Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain
USA/2011; Start: 16.6.2011

Terrence Malick ist kein Takashi Miike. Beide teilen sich zwar ihre Initialien, doch während der eine für jeden Kalendermonat des Jahres gefühlt einen Film parat hält, darf man beim anderen schon froh sein, wenn er über-
haupt an einem Projekt arbeitet. Malick ist kein Arbeitstier, sondern ein Genießer, einer, der einen Grund für das Filmemachen braucht. Dafür gab es dann dieses Jahr die Goldene Palme in Cannes – THE TREE OF LIFE hat den Preis bestimmt verdient. Und sei es nur, weil es ansons-
ten keine besseren Beiträge gab.

Der große Existenzialismus war ja schon immer ein zen-
trales Thema für Terrence Malick. Wichtigstes Stilmittel seiner Werke waren und sind die allgegenwärtigen Mono-
loge, die Fragen, die Konversationen mit einem höheren Ich. Oder einer höheren Entität? Egal: Ob in THE NEW WORLD oder Malicks grandiosem Kriegsdrama DER SCHMALE GRAT, stets sprechen die Protagonisten aus dem Off mit sich selbst, fabulieren in verklausulierten Textbrocken über das Warum, das Wie, das Woher.

The tree of lifeInsofern ist es wohl nur konsequent, dass THE TREE OF LIFE nun die Schöpfung selbst ins Handlungszentrum stellt. Leben, Lieben, Leiden, Sterben, das ganze Spektrum des menschlichen Seins eben, findet in der zweieinhalbstündigen Zäsur eines Familienschicksals statt. Brad Pitt ist hier der strenge Patriarch, dessen drei Söhne die Welt der Wunder entdecken, reifen, spielen und ihre Unschuld verlieren. All das erzählt Malick wie gewohnt mit stoischer Ruhe, in langen, wirklich langen Einstellungen. Kino am Rande der Super-Zeitlupe.

Diese Art des Erzählens kann man bewundernswert finden oder aber sterbenslangweilig. Gerade Malicks Bildsprache, sein Auge für die Schönheit von Natur und Leben, der Einsatz von natürlichem Licht und die intimen Nahaufnahmen, verleihen seinen Filmen immer auch etwas Hypnotisches, geradezu Magisches – die nötige Liberalität vorausgesetzt. Denn Malick jongliert mit kontroversen Themen, eingebettet in zutiefst religiöse Ansätze.

Es spricht Bände, dass man THE TREE OF LIFE nach spätestens 10 Sekunden seinen Regisseur ansieht, so omnipräsent ist Malicks Stil. Manche werden das als Stillstand auf hohem Niveau abstrafen, wieder andere feiern einen Regisseur, der hier in dem was er tut, wie er es tut, seine absolute Meisterschaft erreicht hat. Und wie zuvor werden sich die Geister daran scheiden – wie das Feedback aus Cannes beweist. Im Kino Buhrufe, als Resultat die Palme.

The Tree of Life

Fakt ist: THE TREE OF LIFE wirkt zu großen Teilen wie ein fragmentarisches Gebilde aus Monologschnipseln und traumhaften, aber oft zusammenhanglosen Bildern. Ein narrativer Rahmen existiert nur grob, selbst die Familiengeschichte hangelt sich frei von jeder Bodenhaftung durch willkürliche Stationen. Mittendrin dann plötzlich: Wabernde Lichtströme, Lavaeruptionen und Dinosaurier – Kubricks 2001 lässt grüßen. Irgendwann läuft Sean Penn durchs Bild, Schnitt auf Brad Pitt, dann wieder bedeutungsschwangeres Off-Geflüster: „Wo komme ich her? Was hat das zu bedeuten?“ Gute Frage.

Hier zeigt sich, dass Malicks einst so visionärer Stil ohne erzählerischen Faden einfach nur erdrückt. Unter der Last an Bildern, Schwermut und Anspruch wird jeglicher Unterhaltungswert einfach zerdrückt. Was in Einzelmomenten sicherlich seine Faszination hat, wirkt auf zweieinhalb Stunden gestreckt schlicht langweilig. THE TREE OF LIFE ist einer dieser Filme, nach denen man aus dem Kino kommt und sich fragen muss, ob dies überhaupt noch derselbe Wochentag ist.



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4 Antworten zu “The Tree of Life: Kritik”

  1. Bartel sagt:

    Nicht schlecht…das Avon Theatre Film Center in Stanford USA weist darauf hin das Malicks THE TREE OF LIFE für manch Kinobesucher zu visionär sein könnte und sie keinerlei Eintrittsgeld zurückerstatten!

    http://www.ifc.com/news/2011/06/movie-theater-posts-hilarious.php?fb_ref=news

  2. Bartel sagt:

    Mein Tip: Schaut euch doch einfach „Koyaanisqatsi“ an.
    Der Vorteil: Mann bekommt ein visuell und akkustisch weitaus hochwertigeres Trommelfeuer aus der esoterischen Gulaschkanone und kann, dank der Tatsache das hier kein Brad Pitt mitspielt, sich vollkommen auf Meditation und die Verwaltung seines Karmakontos konzentrieren!

  3. Martin Beck sagt:

    Es gibt aber auch jede Menge Jubelkritiken, so ist’s ja nicht. Warte am besten, bis der auf DVD/BD rauskommt, dann kannste notfalls spulen:-)

  4. Wulf sagt:

    Mh, schon deprimierend was sich hier lesen lässt, hatte ich mich doch im Vorfeld auf diesen Film ziemlich gefreut. Bei erster Sichtung war für mich zwar schon klar, dass dieses Werk für mich definitv Heimkinomaterial ist und nichts für die große Leinwand, aber selbst da bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher, schreckt mich doch das Fragmentarische ein wenig und die Tatsache, dass die Handlungsstränge um die Familie in keinem ersichtlichenZusammenhang mit der „Schöpfungsgeschichte“ zu stehen scheinen…

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Autor:
David Hain



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