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The Soviet Story: Kritik

The soviet storyRegie: Edvins Snore
LV/2008

Geschichte wird von den Siegern geschrieben – auch die der Besiegten. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dessen exorbitanten Auswirkungen auf das Gleichgewicht der Kräfte hat sich eine Wertekonstellation entwickelt, die für die meisten Spätgeborenen als Selbstverständlichkeit hingenommen wird. In der Erziehung, aus dem Geschichtsunterricht und durch die Medien haben wir gelernt, wer am Ausbruch dieser schlimmsten Katastrophe in der Geschichte der Menschheit als Schuldiger zu nennen und wer als Befreier zu feiern ist. Die Karten waren schon gemischt, lange bevor wir uns kritisch mit denen, die sie auf den Tisch legten, auseinandersetzen konnten. Die slowenische Musikgruppe Laibach brachte ihren Standpunkt dazu einmal wie folgt: „Die Alliierten bekämpften den Teufel mit dem Beelzebub, und das größere Übel kam schließlich zum Sieg.“

Autor und Filmemacher Edvins Snore, Jahrgang 1974, unternimmt nicht den Versuch, die Geschichte neu zu interpretieren. Das wäre auch ein aussichts- und zugleich pietätloses Unterfangen. Weil es unmenschlich und unmoralisch wäre, die Schuld, die eine Nation auf sich geladen hat, nach Opferzahlen zu bewerten. Seine nach mehrjähriger Recherche nun endlich veröffentlichte Dokumentation mit dem unprätentiösen Titel THE SOVIET STORY zeichnet in nüchterner Akribie die Rolle der Sowjetunion vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg nach und kommentiert die verblüffenden Ereignisse, die uns scheinbar wider besseren Wissens vorenthalten werden.

Praktisch zeitgleich mit den Forschungsarbeiten an seinem Film veröffentlichte der umstrittene polnische Historiker Bogdan Musial bislang geheime KGB-Akten, die klar und unmißverständlich vor Augen hielten, dass Stalin einen Überfall auf Polen bereits vor Hitler geplant und vorbereitet hat. Was Snore noch hinzufügt, sind Dokumente, welche die Kooperation zwischen Nazis und Kommunisten unter Beweis stellen, als es um den konkreten Angriffskrieg, deren Ausführung und den Umgang mit Kriegsgefangenen ging. Dazu gehörte auch die Deportation polnischer Juden, die zuvor auf sowjetisches Gebiet flüchteten und unter russischer Mithilfe wieder zurück in die Konzentrationslager transportiert wurden. Das alles könnte man als zeitgeschichtlich überholt und für den Ausgang des Krieges, die Schuldfrage und alles, was danach kam, als unwesentlich und von der bereits voreilig beantworteten Frage nach Schuld und Sühne abtun – wenn da nicht dieses Gefühl von planmäßig und arglistig unterdrückter Wahrheit bliebe, die es ein und für allemal aufzuarbeiten gilt.

THE SOVIET STORY ist ein intellektueller Racheakt. Klar und kühl berechnend, setzt er einen Schlußstrich unter das hemmungslos verbreitete Ammenmärchen, das verlauten will, die unter Lenin begonnene und unter Stalin so kompromisslos praktizierte Restrukturierung der Gesellschaft sei eine von Humanismus und tiefer sozialer Verantwortung für die Gemeinschaft unternommene Leistung, die nur Frieden und Harmonie unter den Menschen zur Absicht hatte. Fakt jedoch ist, wo immer sich kommunistische Dikatoren Macht verschaffen, beobachtet man vor allem eines: Die zielgerichtete und kaltschnäuzige Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung von Menschen, die nicht in das homogene Gesellschaftsbild passen; Menschen, deren Leistungsbereitschaft über dem Durchschnitt liegt, Akademiker und Intellektuelle, Ingenieure. Die ausgerufene „Diktatur des Proletariats“ sah für diese Individuen keinen Platz, sie mussten weg.

Karl Marx hat das bereits in seinem im Jahre 1856 veröffentlichten Artikel im englischsprachigen MARX PEOPLE’S PAPER offen ausgesprochen: „The classes and the races too weak to master the new conditions of life must give way… They must perish in the revolutionary holocaust“. Ein Unterschied zur Nazi-Ideologie lässt sich hier freilich nicht mehr feststellen, schlimmer noch: Joseph Göbbels bezog sich in seinen Berliner Jahren direkt auf Karl Marx und dessen Sozialismus-Theorien, wie der Film eindrücklich anhand von Zeitdokumenten beweist. Einzig anders am von Deutschland aus gestarteten Genozid war die Definition der Bevölkerungsgruppen nach rassischen Merkmalen. Der Kommunismus hingegen nimmt die Bewertung, wer lebenswert oder -unwert sei, danach vor, welche Klassen der Idee vom „neuen Menschen“ im Weg stehen.

Was THE SOVIET STORY zweifellos erreichen will, ist ein radikales Umdenken und eine Veränderung des Bewusstseins im sträflich undifferenzierten Umgang mit sozialistischen und kommunistischen Tendenzen weltweit. Er stellt die berechtigte Frage, weshalb es als „cool“ gilt, sich mit Ikonen und Kennzeichen einer menschenverachtenden Ideologie zu schmücken, während es -zumindest in Deutschland- unter Strafe verboten ist, Symbole eines anderen Dogmas nach aussen zu tragen. Alleine während des Jahres 1933 starben in der Ukraine geschätzte sieben Millionen Menschen an den Folgen einer planmäßig geschaffenen Hungersnot, indem das Stalin-Regime alle Getreideerzeugnisse konfiszieren ließ und an den Westen verkaufte. Diese und andere ungeheueren Abscheulichkeiten, an denen sich letzten Endes ein ganzer Erdteil mitschuldig gemacht hat, müssen endlich diskutiert und aufgearbeitet werden, damit Millionen von Toten aus ihrer Anonymität und dem Vergessen herauskommen und wenigstens mit der Würde bedacht werden, die ihnen zusteht. Vielleicht verbannt der eine oder andere sein aus Leichtsinn erworbenes „CCCP“-T-Shirt dann für immer im Wandschrank.

THE SOVIET STORY ist als DVD direkt beim Produzenten in den USA oder über Amazon.com
erhältlich, in 30 verschiedenen Sprachfassungen. Die volle Punktzahl bekommt der Film nur deshalb nicht, weil die Untertitel oft zu spät oder gar nicht einsetzen, also aus rein technischen Gründen.



Die offizielle Webseite

10 Antworten zu “The Soviet Story: Kritik”

  1. Ernst sagt:

    @Martin

    Schade, ich dachte sie belegen auch mal ihre Aussagen mit Fakten! Ihre sehr persönliche Kritik gut und schön (für sie), aber lediglich verstehen sie sich nur im diffamieren.
    Sie versuchen die Macher des Films sogleich in eine politische Ecke zu drängen, um diesen nur deshlab Seriösität abzusprechen – das sagt schon allerhand über sie aus, als über den Film – in dem sie sogleich mit der Kategorie „Rechts“ kommen…den „Rest“ soll man sich dann als Leser schon zurecht reimen, schon klar… so einfach macht man sich die Welt.
    Eine sachliche Kritik lassen sie vollends vermissen.
    Dabei wäre man doch gerade bei diesem Thema auf eine seriöse Kritik gespannt.
    Und dass sie diesen Film auch noch in irgendeinem Vergleich mit diesem Schundpropagandastreifen aus der Nazizeit bringen verschlägt einem auch fast die Sprache. Als wollten sie entgegen aller Fakten einfach nur Dampf ablassen: weil nicht sein soll, was nicht sein darf!
    Sowie sie den in dem Film zu Wort kommenden auch noch Seriösität absprechen (womit belegen sie das?) hat schon was komisches, wenn es sich doch beispielsweise um namenhafte Historiker wie Norman Davies handelt.

    Martin, außer Diffamierungen nichts gewesen, was soll man davon halten?
    Da fühlt sich wohl jemand in seiner Weltanschauung gekränkt, anders kann man es sich nicht erklären.

  2. Martin1 sagt:

    Wie sie bellen, wenn sie getroffen sind, diese Linken.

    Die Wahrheit ist: Egal, ob Nationalsozialisten oder Internationalsozialisten, beides sind und bleiben Sozialisten! Sie bekämpfen das Bürgertum und ihre Politik beruht auf Marx und Engels. Dass sich die beiden Schattierungen des Roten untereinander bekämpfen, ist naheliegend. Trotzkisten und andere Linke wurden ebenfalls jeweils von der stärkeren, politischen linken Strömung unterdrückt.

  3. Martin sagt:

    Ich habe bislang noch keine Rezension zu MEN BEHIND THE SUN (der ja nebenbei bemerkt ein Spielfilm ist) gelesen, in der sich der Autor genauso vehement mit der Aussage des Filmes identifiziert wie diese Rezi, ganz abgesehen davon, dass das Gezeigte ja nachweislich ziemlich nahe an der Wahrheit ist, was bei SOVIET STORY nicht der Fall ist. Es fehlt in der Rezi eben jede kritische Distanz zum Film.
    Und man muss seine Koffer sicher nicht in Moskau haben (was übrigens schon mal eine ziemlich bösartige Unterstellung ist), um sich über die politische Richtung dieses Filmes aufzuregen. Nimmt man die imdb-Kommentare zum Maßstab, dann scheint der Film auf um so mehr Kritik zu stoßen, je informierter der Rezipient ist, und umgekehrt.

  4. Jan sagt:

    Ich habe definitiv keinen Koffer in Moskau stehen (eher im Gegenteil: meine Eltern sind damals vor den russischen Panzern geflüchtet, die den Prager Frühling niederwalzten), muss nach Ansicht des „Trailers“ aber auch sagen, dass ich mir zumindest einen kurzen Absatz zu der manipulativen Machart des Ganzen gewünscht hätte – „nüchterne Akribie“ geht in meinen Augen auf jeden Fall anders als Stilmittel des Melodramas und Horrorfilms für eine Dokumentation zu instrumentalisieren. Womit SOVIET STORY in der Wahl seiner Waffen dann auch nicht so weit von MEN BEHIND THE SUN entfernt ist…

  5. Martin Beck sagt:

    Jetzt Moment mal. Unreflektiert ist hier gar nichts, und zunächst geht es nur um den Film und seine Aussagen. Das sind Ideen und Meinungen, die eine bestimmte Sichtweise vertreten. Was ist denn mit sowas wie „Men behind the sun“? Andere Mittel, aber letztendlich das gleiche Thema. Auch alles Humbug??

    Dass der Film nicht allzu bekannt ist, kann 1000 Gründe haben. Ich finde solche Filme und auch solche Texte sehr wichtig, weil sie über das „Normale“ hinausgehen und mindestens diskussionswürdig sind. Und wenn sich dann jemand aufregt, weil er offensichtlich noch einen Koffer in Moskau hat, ist das eigentlich genau das, was hier erreicht werden soll.

  6. Martin sagt:

    Mich stört, dass Du auf einer Filmseite den Inhalt eines prinzipiell nicht weiter beachtenswerten Propagandafilmes unreflektiert wiedergibst und damit auch weitertransportierst und dich offenbar auch selbst damit identifizierst. Die politische Tendenz und die völlige Einseitigkeit dieses Filmes sind auch ohne ausgewiesene Fachkenntnis auf diesem Gebiet leicht zu durchschauen, was von Dir aber nicht einmal erwähnt wird. Eine kurze Recherche über das Machwerk im Internet hätte auch zutage gefördert, dass der Großteil von den im Film interviewten Experten entweder keine solchen sind, oder als politische Aktivisten keine sachliche Meinung zum Gegenstand vertreten können und wollen, was man den Interviews auch deutlich anmerkt. Hier hätte man in der Rezi ja mal die verwendeten Manipulationstechniken hinterfragen können, die ja nun wirklich sehr auffällig sind.
    Auf Deine Frage, was ich denn wolle: Eigentlich nur über Deine Rezi und den Film diskutieren, auch wenn das natürlich ein wenig an eine Phantomdiskussion gemahnt, da der Film zu Recht weitesgehend unbekannt ist.

  7. Florian Resch sagt:

    Lieber Martin,
    interessiert las ich gerade Deine jüngste Stellungnahme. Vielleicht kannst Du mir und den übrigen Lesern noch erklären, worum es Dir geht und was Du überhaupt willst?

  8. Martin sagt:

    Hab gestern die erste Hälfte dieser „Doku“ geschaut und dann ausgemacht. Ein tendenziöseres, unseriöseres und manipulativeres Stück Propaganda ist mir seit „Der ewige Jude“ nicht mehr untergekommen, und man muss sicher kein Politikexperte sein, um die verunglimpfende Intention dieses Machwerks zu erkennen. Jede Guido Knopp-Doku ist verglichen damit ein Musterbeispiel an Objektivität und Sachlichkeit.
    BTW, der Sprecher klingt wie jener, der in den billigen Exporttrailern diverser fernöstlicher Filme die reißerischen Ankündigungen vorträgt, sehr passend.

  9. Florian Resch sagt:

    Danke für den Kommentar.
    Die im Europaparlament vertretenen „Rechten“ befinden sich innerhalb unserer demokratischen Gesellschaftsordnung. Sollte die Behauptung, sie hätten den Film finanziert, stimmen, so ist daran genauso wenig auszusetzen, wie wenn ein ähnliches Projekt von den Linken, den Postmarxisten, den Katholiken oder den Muslimen gesponsort werden würde. Demokratie setzt voraus, dass man sich mit allen Facetten gesellschaftspolitischen Denkens auseinandersetzt. Alles andere mündete wahrscheinlich in einer Art von Zensur, und die willst Du sicher ebensowenig wie die anderen Besucher, die den Text gelesen haben.
    Der Korrektheit wegen: Hier wird nicht die Nähe des Kommunismus zum Faschismus herausgestellt (davon ist weder im Film, noch in der Kritik die Rede), sondern einzig zum deutschen Nationalsozialismus. Das Zitat von Karl Marx beispielsweise ist fester Bestandteil seiner Biografie, und wenn es nicht interessant wäre, sich damit zu beschäftigen, so wäre es höchstwahrscheinlich die von Dir unterstellte Naivität, es außer Acht zu lassen.
    Die Rezension ist mitnichten als politische Stellungnahme zu verstehen – Politik interessiert mich persönlich allenfalls in einem Maße wie jeden anderen Menschen auch, der eine Tageszeitung liest. Aber wie hilfreich ist eine Filmbesprechung, wenn der Inhalt eines Werkes dem Leser vorenthalten wird? Hätte ich mich auf die technische Umsetzung, den flotten Schnitt, die musikalische Untermalung beschränken sollen? Wie bei einem normalen Spielfilm auch sollte man sich bei dessen Urhebern beschweren, wenn man anderer Meinung ist. Vielleicht aber beschweren sich auch „die Rechten“ darüber, dass ihren Kindern im Schulunterricht „Der Gelbe Stern“ vorgesetzt wird.
    Obwohl ich es normalerweise vermeide, mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen: Ich spreche mich gegen jede Art von Tyrannei, Diktatur und Unterdrückung aus.
    Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind.

  10. Martin sagt:

    Diesen von der UEN-Fraktion (die europäischen Rechten im EU-Parlament) gesponsorten geschichtsrevisionistischen Propagandafilm als Beleg für die Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus zu nehmen, zeugt ja mal mindestens von politischer Naivität. Abgesehen davon liest sich der Beitrag weniger wie eine Rezension denn ein politisches Pamphlet.

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Autor:
Florian Resch



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