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The Silent House: Kritik (Gérardmer)

Regie: Gustavo Hernández
Darsteller: Florencia Colucci, Gustavo Alonso, Abel Tripaldi
URU/2010

The Silent HouseManchmal kann ein Film ja aus den durchaus falschen – oder zumindest: nicht den wichtigsten – Gründen zu Ruhm kommen. Auf THE SILENT HOUSE trifft das insofern zu, als der Film vor allem dadurch ein wenig Bekanntheit erlangt hat, weil er sich als der erste Streifen vermarktete, der mit einer handelsüblichen Fotokamera in einer einzigen, durchgehenden Einstellung gefilmt worden sei. Nun ist es für einen kleinen Film aus einem international nicht eben viel in Erscheinung tretenden Land wie Uruguay im Grunde egal, mit welchen Methoden er sich ins Rampenlicht befördert oder befördern lassen kann – und ganz gelogen ist es ja auch nicht.

Nur ist eben der Umstand, dass in diesem Film kein Schnitt wirklich zu sehen ist (und die Macher, wenn überhaupt, nur eine sehr kleine Handvoll in schwarzblendigen Momenten hätten unterbringen können), zwar vielleicht ein Alleinstellungsmerkmal, aber nicht der Grund, warum man sich THE SILENT HOUSE ansehen sollte.

Womit der Erstling von Regisseur Gustavo Hernández allerdings sehr wohl wuchern kann, ist der Effekt der formalen Selbstbeschränkung: eine unheimlich (und unheimliche) dichte Atmosphäre, die der Film schon nach kurzer Zeit aufbaut und dann bis zum Schluß aufrechterhält – sie saugt die Zuschauer_innen in den Film hinein und sorgt für akute Herzinfarktgefährdung, wenn dann plötzlich diese Hand, scheinbar aus dem Nichts…

Aber ich greife voraus. Die junge Laura (Florencia Colucci) und ihr Vater (Gustavo Alonso) sollen ein altes Haus samt seines Gartens ein wenig auf Vordermann bringen, da der Besitzer (Abel Tripaldi), der ein alter Freund des Vaters ist, es demnächst verkaufen möchte. Nur ins Obergeschoß sollen sie nicht gehen, weil dort der Fußboden schon recht morsch und beschädigt sei – doch genau von dort oben hört Laura seltsame Geräusche.

The Silent House

Der Rest ist von der Grundidee her Standardware des Horrorfilms, samt allerdings durchaus klug eingefädeltem Twist zum Schluß hin; und alles ist derartig clever und dicht inszeniert, dass man sich dem Film kaum entziehen kann. Das Team geht mit den (selbst auferlegten) Beschränkungen so kreativ und effektiv um, dass man immer wieder überrascht ist, wie viel Effekt sich mit wie wenig Ausrüstung offenbar erreichen läßt; die geringe Zahl der Einstellungen beweist zudem, mit wieviel akribischer Planung das Projekt angegangen worden sein muß.



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Mit bestem Dank an Butt-Kicking Babes

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Autor:
Rochus Wolff



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