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The September Issue: DVD-Kritik

Regie: R. J. Cutler
Darsteller: Anna Wintour, Hamish Bowles, Sarah Brown
USA/2009
DVD-Starttermin: 25.08.2011

Der Dokumentarfilm zeigt die Entstehung der berühmten Septemberausgabe der amerikanischen VOGUE unter der Leitung der als eiskalt wahrgenommenen Herausgeberin Anna Wintour.

Anna Wintour umweht spätestens seit DER TEUFEL TRÄGT PRADA der Mythos eines eiskalten Monsters; die mediale Darstellung einer Frau, die ihre Augen immer durch Sonnenbrillen verdeckt und nie lächelt. THE SEPTEMBER ISSUE löst dieses Image auf schönste Weise auf. In kurzen Interviewszenen – ganz ohne Sonnenbrille und mit sekundenlangem Lächeln – entsteht ein ganz anderes Bild dieser zierlichen eleganten Frau: einer Frau, die weiß, was sie will. Von mutwilliger Bösartigkeit ist hier keine Spur. Der fokussierte klare Blick, das manchmal scheue Zur-Schau-Stellen privater Themen – Wintour ist ein ganz normaler Mensch, der hart in einer Branche arbeitet, die eben nicht normal ist. Ihre Mitarbeiter beschreiben sie als: „She’s busy. She’s not warm and friendly. She’s just doing her business.“

Und genau darum geht es. Wintour verschwendet keine Zeit mit Nichtigkeiten: ihr Blick schweift genervt ab, wenn jemand zu ausführlich wird, vom Thema abkommt. Sie ist fokussiert auf das Wesentliche, ihr Stärke ist ihre Entscheidungsfähigkeit und Entschlossenheit. Allerdings wirkt es nie unfreundlich, eher ungeduldig. Sie ist getrieben davon, das Beste aus sich und den Mitarbeitern zu holen.

Die wahre Hauptfigur im Film ist allerdings Grace Coddington, Creative Director und ehemaliges Model. Coddington fällt alleine wegen ihres Aussehens aus der Rolle: rote, wilde Haare, ungeschminktes Gesicht und legere Kleidung, was alles nicht so richtig in das Hochglanzimage der VOGUE passen will. Sie wird hochgeschätzt von ihren Kollegen, da sie die einfallsreichsten Fotostrecken organisiert, ohne das Thema zu ernst zu nehmen: „Fashion is this world of play and make-belief“. Ihre Kreativität bezieht sie aus allem, was ihr begegnet, deshalb sei es wichtig, nie die Augen zu schließen, auch nicht im Auto – „keep watching“.

In Versailles, Location für ein Shooting, spürt man förmlich, welche Ehrfurcht sie vor der historischen Kulisse hat. Grace Coddington ist einfach wahrhaftig, an ihr ist nichts falsch oder gekünstelt, sie blickt hinter die Oberfläche. In einem tollen Moment macht sie den Kameramann der Doku zum Teil eines Fotoshootings. Natürlich ist dieser kein Model und man sieht deutlich seinen Bauch auf den Fotos, was Anna nicht so gut gefällt. Coddington beruhigt ihn aber: „Everybody isn’t perfect in this world … You don’t need to go the gym“. Witzig, wie Coddington als Teil dieser bizarren Welt diese immer wieder hinterfragt und manchmal ins Lächerliche zieht. „Looks like a garbage bag – but it looks good!“

Counterpart zu Wintour ist auch ihre Tochter, die lieber Jura studieren möchte als auf Wunsch der Mutter als Redakteurin bei der Vogue zu beginnen. Sie könne diese Welt nie ernst nehmen, ohne despektierlich klingen zu wollen …

Der Film wirft also immer wieder die Frage auf, welchen Stellenwert Mode hat, wie oberflächlich und verrückt die Branche eigentlich ist, was Mode ausmacht: „Fashion is not about looking back. It’s about looking forward“, meint Wintour – gleichzeitig erscheinen in der Septemberausgabe aber Modestrecken im Stil der 20er-Jahre oder alter italienischer Filme. „There is something about fashion that can make people very nervous“ -und wenn sie nicht zur Branche gehören, machen sie sich eben darüber lustig, stellt sie weiterhin fest. Aber: will man zu dieser Welt gehören? Zu einer Welt, die Titelcover wegen eines zu starken Lächelns („It’s very teethy“) auswechselt?




Eine Antwort zu “The September Issue: DVD-Kritik”

  1. Sylvio sagt:

    Also wenn ich das so lese, klingt das eher für Leute interessant, die tatsächlich in der Branche arbeiten. Für alle anderen … weiß nicht. Da bleibe ich lieber bei dem Frankel-Vehikel.

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Autor:
Filiz Schulz



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