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The Help: Kritik

Regie: Tate Taylor
Darsteller: Emma Stone, Viola Davis, Bryce Dallas Howard
USA/2011, Kinostart: 08.12.2011

Denkt man an die 1960er in den USA, so hat man Dank dem TV-Hit MAD MEN sofort ein Bild purer Eleganz, Klassik und Stilsicherheit im Kopf. Männer erscheinen noch als echte Kerle, die sich in einer wandelnden Welt per Job zurechtfinden, und Frauen entwachsen ihrer Rolle als reiner Erfüllungsgehilfin, die einzig und allein Familie und Haushalt verpflichtet ist. Dass es sich dabei aber nur ein Bild der progressiven Entwicklungen innerhalb der Städte wie New York oder Los Angeles handelt, geht dabei oftmals verloren. Denn mit Ausnahme weniger angedeuteter Szenen, in denen eine klare Trennung zwischen Weißen und Schwarzen beispielsweise in MAD MEN angedeutet wird, ist die Situation auf dem Land komplett unerwähnt.

So greift THE HELP auch ein Kapitel US-amerikanischer Geschichte auf, das erst mit der Veröffentlichung der gleichnamigen Romanvorlage von Kathryn Stocketts 2009 wieder ins Bewusstsein der (US-)Öffentlichkeit rückte: Die Bedeutung von afroamerikanischen Dienstmädchen, die die weißen Upperclass-Damen insbesondere in den Südstaaten beim Führen des Haushalts und der Erziehung ihrer Kinder entlasteten. Ja diese Aufgaben zum Gros sogar komplett übernahmen und mehr Liebe und Fürsorge für fremde, weiße Kinder aufgebracht haben, als deren Eltern.

Aibeleen (oscarreif: Viola Davis) ist eines dieser Dienstmädchen, die von ihrer Arbeitgeberin Hilly (herrlich hassenswert: Bryce Dallas Howard) wie auch allen anderen gemeinhin nur als THE HELP bezeichnet und auf ihre Arbeit reduziert, nie aber auf Grund ihrer menschliche Seite als solcher akzeptiert wird. Die Sklaverei wurde mit Ende des Bürgerkrieges zwar abgeschafft, doch in den Köpfen der Protagonisten ist sie in den frühen 1960ern, in denen THE HELP spielt, noch fest verankert.

Für die junge Journalistin „Skeeter“ (Emma Stone), die nach ihrem Collegestudium wieder nach Jackson, Mississippi, zurückkehrt, sind diese Zustände untragbar. Sie will die schwarzen Dienstmädchen, die auch sie großgezogen haben, zu Wort kommen lassen, damit sie ihre Sicht der Dinge schildern können. Doch die Idee aus den Interviews ein Buch zu machen ist schwer in diesen Prä-Bürgerrechtsbewegungszeiten. Die Angst ihren schlecht bezahlten, aber doch halbwegs sicheren Job zu verlieren, ist für viele der Dienstmädchen zu groß. Bis eine der ihren durch Missgunst und Neid einen Schicksalsschlag erhält, der sie alle umdenken lässt.

Ist THE HELP US-amerikanische Menschenrechtsgeschichte für Dummies? Jein. Natürlich wird hier nur einer von vielen Aspekten einer damals als absolut normal geltenden Zweiklassengesellschaft beleuchtet, die sich auf eine explizite Trennung von Weiß und Schwarz gründete. Aber, und das muss man auch bedenken, es ist ein Aspekt, der bis heute nachwirkt, aber kaum thematisiert wurde. In einer Zeit, die immer noch an den Nachwehen des zweiten Weltkriegs litt, war es die afroamerikanische Bevölkerung, die dem Land durch das Erledigen der ungeliebten Aufgaben seine grundlegende Stabilität verlieh und den sozialen Kitt verkörperte, obwohl sie gehasst und verachtet wurde.

Umso beeindruckender ist es mitanzusehen, mit welch unerwarteter Leichtigkeit es Tate Taylor schafft nicht nur eine dramatische bis tragische Sequenz an die nächste zu reihen, wie es Betroffenheitskino für gewöhnlich versucht, sondern stellt die existenziellen Probleme der Dienstmädchen, die mit dem Verlust des Jobs vor dem Nichts ihrer ganzen Familie stehen würden, den Sorgen der weißen Countryclub-Ladies gegenüber, deren größte Befürchtung es ist beim wöchentlichen Bridge-Spiel und Tee eine falsche Hand zu spielen.

Das eine könnte das andere schnell ins Lächerliche ziehen, doch THE HELP hält die nötige Balance aus Unwohlsein ob der Ungerechtigkeit und Wohlfühlkino im Angesicht des Lebensmuts und der Würde, mit der die Dienstmädchen um Viola Davis und Octavia Spencer agieren.

THE HELP ist ein grandios inszeniertes Drama, das sich trotz des schwierigen, einschüchternden Themas nicht in Betroffenheit verliert, sondern immer noch eine positive Botschaft transportieren kann.




Eine Antwort zu “The Help: Kritik”

  1. tobe78 sagt:

    Schön! Gutes Review, welches diesem doch manchmal unterschätztem und zu Unrecht verrissenem Film wohl einigermaßen gerecht wird… :)

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Autor:
Daniel Rehn
Popcorn. Gezuckert. Nicht gerührt.



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