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FFF // Super: Kritik

Regie: James Gunn
Darsteller: Rainn Wilson, Ellen Page, Liv Tyler, Kevin Bacon u.a.
USA 2010
Kinostart Deutschland: bislang unbekannt, Premiere im Rahmen des Fantasy Filmfest

Frank ist kein Gewinner. Ganz im Gegenteil. Abgesehen von seiner Hochzeit und einer Hilfestellung für einen Polizisten auf Verbrecherjagd gibt und gab es für den unbescholtenen Burgerbrater in seinem Leben nur Demütigungen, Erniedrigungen und Verachtung. Als seine geliebte Sarah dem Gangsterboss Jacques verfällt und ihn verlässt, sieht Frank darin ein Zeichen, das Böse – im Auftrag Gottes – bekämpfen zu müssen und sie wieder zu sich zurückzuholen. Und so wird aus Frank, dem es selbstverständlich an Superkräften, Reichtum für Gadgets oder gar sinnvollen Ideen mangelt, auf Vorlage von Comics und mit Hilfe der fanatisch-überdrehten Comicbuchverkäuferin Libby der Self-made-Superheld Crimson Bolt. Von da an heißt es: Shut up, crime!

Man muss genau hinsehen, um bei SUPER zwischen den Zeilen zu lesen. Denn das, was James Gunn (SCOOBY DOO, DAWN OF THE DEAD) hier auf die Leinwand gebracht hat, ist mehr als nur ein weiteres Thema im Stile von KICK-ASS. Es ist eine bitterböse Zeichnung dessen, was die amerikanische Gesellschaft auszumachen scheint. Der Wunsch, mehr aus dem eigenen Leben gemacht zu haben und dies nachzuholen, koste es, was es wolle. Das Verlangen sich gegen die eigene Hilflosigkeit aufzulehnen, um nicht mehr auf den Knien leben zu müssen. Führung zu finden, die den Weg zu eben diesem besseren Leben weist.

Für Frank (Rainn Wilson – JUNO, THE OFFICE) entpuppt sich diese Führung als christliche TV-Actionfigur „The Holy Avenger“, die bereits eine überdrehte Antwort auf das allseits verbreitete Bibel-Fernsehen in den Staaten darstellt. Als ihn in einer Eingebung dann auch noch der Finger Gottes berührt und ihm den Auftrag mit auf den Weg gibt Verbrecher unschädlich zu machen, ist alles angerichtet.

Ich muss zugeben, dass es mir bei der Sichtung schwerfiel eben diese feinen Botschaften zu erkennen. Dafür störte ich mich zu sehr an der oberflächlich geführten Thematik der Selbstjustiz unter umgekehrten Vorzeichen. Ähnlich wie in den OCEAN’S-Filmen, in denen es verdammt cool ist, wie George Clooney und Co. die Casinos ausräumen, bleibt ein bitterer Beigeschmack: Denn im Grunde sind sie ebenso die Bösen. Sie brechen das Gesetz und nehmen sich, was sie wollen.

Gleiches gilt für Frank als Crimson Bolt und Libby (von nun an wohl offizieller feuchter Nerdtraum Nummer eins: Ellen Page – JUNO, INCEPTION), seinen Kid-Sidekick Boltie, die in ihrer Helden-Verehrung auch nicht davor zurückschreckt Frank/Crimson Bolt quasi zu vergewaltigen.

Sie haben die besten Absichten, um Verbrechen zu bekämpfen, aber keine Ahnung oder ein Gespür dafür, wann es genug ist oder wer wirkliche Strafe verdient. Irgendwann gibt es auf dem Weg zur Rettung Sarahs (Liv Tyler – ARMAGEDDON, DER HERR DER RINGE, HULK) nur noch Schwarz und Weiß für sie. Und so schlägt Crimson Bolt nicht nur Drogendealern und Päderasten mit seinem Schraubenschlüssel den Schädel ein, sondern auch Dränglern in der Schlange vorm Kino („You don’t butt in line! You don’t sell drugs! You don’t molest little children!“). Für Regisseur Gunn die perfekten Motive, um mit übertriebener Gewaltdarstellung und teils ordentlichen Splattereffekten den fehlgeleiteten Fanatismus festzuhalten, der das dynamische Duo durch SUPER leitet.

Dementsprechend fällt das Finale auf der Ranch von Gangster Jacques (großartiges Overacting von Kevin Bacon – FOOTLOOSE, MYSTIC RIVER, X-MEN: FIRST CLASS) derbe aus. Heftige Verluste auf beiden Seiten sind die Folge und es zeigt sich, dass es nicht reicht „gut gemeint“ zu handeln, wenn man sich der Tragweite dessen nicht bewusst ist. So ist es an Jacques, kurz vor seinem Tod durch die Hand Franks, festzuhalten, dass es weder einen Unterschied zwischen ihren schlechten Taten gäbe, noch dass sich etwas ändern würde, egal, wie es weitergeht: „You really think that killing me … stabbing me to death is going to change the world?“ – „I can’t know that for sure, unless I try.“

SUPER ist ein Schlag in die Magengrube. Böse, brutal, unerwartet. Denn die entwickelte Komik ist das Ergebnis einer abgrundtiefen Tragik der Figuren, die nichts haben und trotzdem noch mehr verlieren, und einer Kritik an System und Gesellschaft, die den Finger auf den wunden Punkt legt.




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Autor:
Daniel Rehn
Popcorn. Gezuckert. Nicht gerührt.



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