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Sucker Punch: Kritik

Sucker PunchRegie: Zack Snyder
Darsteller: Jena Malone, Vanessa Hudgens, Jamie Chung, Oscar Isaac
USA/2011; Start: 31.3.2011

Fünf Mädels, geschminkt wie eine Horde durchgeknallter Transvestiten zur Karnevalssaison, metzeln sich durch allerlei archaische Fantasyszenarien und tragen dazu nicht viel mehr als ein Rüschenstirnband um die Hüfte und dicke Kaliber auf den dürren Ärmchen. Das ist SUCKER PUNCH und klingt nach jeder Menge Spaß, zumindest aber nach einer ordentlichen Portion Trash, aufgetragen mit der ganz großen Kelle. Ist aber leider so viel weniger als das…

Zack Snyder, der Mann, der mit 300 zumindest ein visuell berauschendes Happening abgeliefert hat und später mit WATCHMEN sogar Geist und Spaßzentrum gleichermaßen befriedigen konnte, saß irgendwann in seinem College-Zimmerchen und musste ganz doll nachdenken – als sie ihm erschien: Die Idee zu SUCKER PUNCH. Eine Geschichte, die ihre zentralen Figuren in ein traumartiges Gebilde aus verschiedenen Bewusstseinsebenen befördert, sollte das Jahre später (lies: heute) werden. Klingt ein wenig nach Christopher Nolan und dessen INCEPTION. Nur das DER eben ein Könner ist.

Zack Snyder hingegen, bisher als atemberaubender Visualist gefeiert, offenbart sich hier als reiner Blender. „Immer schön auf die Netzhaut“, muss sein geheimes Mantra lauten, „dann merkt auch keiner, dass ich nichts zu erzählen habe.“ Richtig Zack – und bei einem 300 hat das auch ganz hervorragend funktioniert. Nur hatten dort Leonidas und sein eingeölter Muskeltrupp zumindest eine hell strahlende Aura aus Coolness, Charisma und Profil. Die SUCKER PUNCH -Girls sind einfach nur billig.

Sucker Punch

Das könnte an der Tatsache liegen, dass die Damen auf Namen wie „Baby Doll“, „Sweet Pea“ oder „Blondie“ hören. Oder daran, dass sie allesamt derart grotesk überschminkt wurden, das man die eigentlich hübschen Mädchen unter der zehn Zentimeter dicken Nuttenfassade kaum mehr erkennt. Oder einfach daran, dass die Mädels in nahezu sämtlichen Szenen halbnackt durchs Bild laufen, mindestens aber ihre Strapse auf Halbmast tragen.

Das hat mit „sexy“ absolut nichts mehr zu tun, sondern wirkt, als habe jemand einfach urige Altherrenfantasien auf Zelluloid gebannt. Frauen sind hier billige Schlampen, die es gefälligst zu erniedrigen gilt. Da kann Hauptdarstellerin Emily Browning noch so sehr mit weit aufgerissenen Kuhäuglein in die Kamera seufzen, viel menschlicher wirds leider nicht mehr. In irgendeinem Bahnhofs-Pornokino dürfte SUCKER PUNCH wahrscheinlich eine Riesennummer werden.

Sucker Punch

In normalen Kinos jedoch wird sich das zahlende Publikum nach wenigen Minuten fragen, was dieser kunterbunte Haufen High-Concept-Blödsinn eigentlich von ihnen will. Zu Beginn zeigen gleich drei Bildmontagen hintereinander das traurige Schicksal der Protagonistin – komplett mit hippem Soundtrack, abgespielt in Zeitlupe. „Aha“, so denken wir uns, SUCKER PUNCH will also ein einziges, überlanges Musikvideo sein“.

Dann jedoch kommen die Traum- und damit die Actionsequenzen. Freilich ebenfalls in Ultra-SlowMotion. SUCKER PUNCH , wäre hier gern MATRIX oder irgendeines der modernen Blockbuster-Fanfestivals, wird aber von seinen omnipräsenten CGI-Effekten förmlich erdrückt. Da knallt und kracht es, das blitzt und pfeffert – solange bis die Retina verzweifelt aufgibt und längst die weiße Friedenfahne schwenkt. Doch da, wo 90% der Kinobesucher wahrscheinlich schon kaum noch hinsehen wollen, da fängt SUCKER PUNCH erst richtig an.

Sucker Punch

Dieses Gemisch aus lautem Heavy-Metal-Getöse im Hintergrund, brachialem Bildersturm im Vordergrund und ultrakäsigen Dialogen (merke: „Wer für nichts kämpft, wird von allem besiegt“) geht bereits nach 20 Minuten derart an die Nieren, dass wohl nicht wenige Zuschauer gegen Ende selber sehnlichst nach einer Lobotomie schreien werden. So wunderbar hohl wurde zuletzt in TRANSFORMERS 2 randaliert – und der hatte wenigstens Megan Fox.

Vor allem aber ist SUCKER PUNCH ein Armutszeugnis für Zack Snyder. Wenn schon dessen Treffsicherheit beim Soundtrack arg daneben greift (einzig Björks ARMY OF ME sticht heraus – dem gegenüber stehen gar grausige Coverversionen von SWEET DREAMS und dem legendären WHERE IS MY MIND der Pixies), liegt wirklich alles im Argen. Und dieser Mann will als nächstes SUPERMAN auf den rechten Weg führen? Na dann volle Deckung…



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30 Antworten zu “Sucker Punch: Kritik”

  1. Martin Beck sagt:

    Meeeeeeiiiin Gott, jetzt mach doch einfach mal das Fenster auf, okay?

  2. Leslie McLässig sagt:

    tja, jetzt wissen wir, dass sucker punch ein schlechter film ist. doof nur, dass niemand etwas anderes behauptet hat.

    auch wenn jan das immer noch nicht kapiert hat…

  3. Bartel sagt:

    …mit ein paar kleinen Bartelpimps zugegeben…

  4. Bartel sagt:

    Die Ehre gebührt nicht mir sondern dem Gynalist meinen verehrten Blog-Kollegen…ich bin nur der Überbringer der frohen Botschaft… ;)

  5. Martin Beck sagt:

    Bartel: Du bist der König; der Karl Valentin der Filmtipper. Grandios!

  6. Bartel sagt:

    Der Sucker Punch oder besser gesagt Kinder Punch schmeckt weder alt noch jung, weder warm noch kalt!

    Verworrener Start im 1.Stock:
    Babydoll lässt gerade mal wieder ihren Hormonschüben freien Lauf, als sie nonchalant kurz vor der Gipfelersteigung, auf´s Allerhärtestete „Interrupted“ wird!

    Der Butler mit der kalten Platte schaut nach rechts und links.

    Dolly-Baby scheint den Bettler schon länger zu kennen und checkt sogleich das dies kein „Nein!“ war, sondern in der Irrenhaussprache „Ende!“ bedeutet.

    Also ab geht´s über den Flur denn die Türen sind sowieso alle offen!

    Bei einem Besuch am Totenbett der Mutter ihrer Stiefschwester muß man feststellen das diese verstorben ist. Sentimentale Trauersekunde, während im Hintergrund der Gärtner mit der Krawatte zum Stepfather mutiert! Nach der Beerdigung merkt der alte Stepper das die Tochter die Alleinerbin ist!

    „I will step on your Kammerdielen!“ siniert Daddy und verfügt schneller über seine gestiefelte Tochter als diese „Entmündigt!“ sagen kann .
    Das macht selbst eine Babypuppe nicht mit:

    Schnell wird die Pistole gezogen und ein Versuch gestartet die gute alte Osrambirne zu zerschießen!
    Doch leider meilenweit am Ziel vorbei!
    Ein Emoschub allererster Kajüte verhindert den zweiten Versuch!
    Der Stepdad erzählt den Bullen dann einfach das es sein Baby war!
    Ist klar das Babies, die bei ihren „Sweet Dreams“ emotional gestört werden, zu so etwas fähig sind.

    HIER WERDEN IHRE RUSTIKALEN ALTHERRENFANTASIEN
    VON SCHEINMINDERJÄHRIGEN MENTAL-BITCHES
    GEHEGT UND GEPFLEGT…
    Also wird ihr freundlich in die Zwangsjacke geholfen und ab geht´s in die Lennox-Klinik wo sich das Baby erst einmal für ein Nickerchen hinlegt…
    Die nächsten 20 Minuten wird man mit schon zig fach gesehenen Bildeinstellungen und dem Kennenlernen (Einführen) von Personen, welche nur durch ihre Äusserlichkeiten kurzzeitiges Interesse erheucheln können, verhöhnt.
    Mit von der Partie sind ein Balkanese, Freddy Mercury, Babuschka und noch andere feminine Kojoten die es anscheinend wegen des immerzu schlechten Wetters in diese Hundhütte verschlagen hat.
    Baby Doll bekommt sogleich 4 neue Spielkammeradinnen, welche genauso erfrischend und lebhaft Acten, wie die heruntergekommene Bude in der sie gemeinsam vor sich hin asseln.

    Diese scheint mit uralten PC-Games Heften und Cinemamagazinen tapeziert worden zu sein.

    Dolly soll in deren Bums-Theater mitmachen hat aber noch nicht so richtig Lust. Also wird das Mindticket eingefahren damit man sich nach Japan halluzinieren kann wo Scott Glenn augenscheinlich eine zu viel gezogen hat.

    Scott´s entzündeter Rachen absorbiert ein paar altchinesische Weisheiten und braucht hierfür nicht einmal mit dem Bademantel rascheln um mysteriös zu wirken. Der alte Hund, der Abgezockte schickt Baby Doll sogleich in einen herrlich entspannenden, von abertausend Kerzen gesäumten Deflorationsraum! Hier trifft sie auf den ersten Gegner und dieser benimmt sich beim Abgang wie ne Reifenpanne :
    „PFFFFFFT!“ und die Luft ist raus!
    Weißes Licht und alter Staub! Der Schneider sollte mal den Arzt wechseln, sonst gibts beim nächsten Film für jeden Verwundeten ein Pflaster und nen Handschlag
    „It´s All Over Now Baby Blue!“
    Dreharbeiten vor dem Blue Screen fördern die Fantasie…
    (Superman kommt da gerade recht begleitet von Robin Williams als vorgeblich asexueller Buddy welcher dessen Wäsche wäscht und heimlich in das Cape schleudert…entschuldigt mich aber ich komme vom Weg ab!).
    Irgendwo dazwischen:
    Theateraufführung mit Überraschungsgast Don Schmierotello der persönlich vorbeiwanzt und in Olivenöl gebadet die Bühne entert musikalisch untermalt von einer grausamen Verschandelung zweier Klassiker
    („We Will Rock you“ & „I Want it all“ von Queen nachgekocht von einem schlimmen dunklen Mann, das soll wohl ein „Interracial Mash-Up“ sein).
    Zweifellos ein Höhepunkt, welcher erst erheitert und dann Abscheu herrvorruft wie ich sie das letzte mal beim Liveauftritt von Xavier & Serdar empfunden habe.
    Jetzt planen die Mädels das ganz große Ding (im Kopf haben ses ja, die Luder!)…und arbeiten sich mit Scott durch die geilsten Kriegsvorlagen „ever“…
    SGT. BABY DOLL in SUCKER PUNCHING RYAN
    Perfin gestählten Gasmaskenboys wird hemmunglos der Meth aus den Kadavern geblasen, was man allerhöchstens mit einer Staubaustreibung wie sie heutzutage noch häufig an Teppichen zelebriert wird, vergleichen kann.
    Der weibliche Zeppelin macht was er kann und formvollendet das Töten eines Gothicdrachen mit einem nach „Dragon-Age“ anmutenden
    „Finish-Him-Move“.

    Das plötzliche Auftauchen von irgendwelchen seltsamen Robokotmaschinen die abgehen wie ein komplettes Casino in der Happy-Hour veranlassten mich den filmischen Rest geradezu lobotomisiert zu glotzen weshalb ich keine sachdienlichen Hinweise auf das Ende geben kann.
    Zwei außergewöhnliche verstörend-natürliche Momente möchte ich jedoch noch hervorheben:

    1. Baby putzt auf ihren Knien den Flur, während ihre Mitbewohnerinnen in der Küche mit ganz gewöhnlichen Messern einen schnöden Haufen Kartoffeln schälen, welche unheimliche Ähnlichkeiten mit Depardieus Nase aufweisen.
    2. Paradoxerweise ist das einzige natürliche Element in dieser Plastik-Party die eingespielte Interpretation von Björks feministischer Kampfansage „Army of Me“ – gleichzeitig auch einsamer Gruselhöhepunkt des Films (oder ggfl. geschlechtsabhängiger Gänsehautmoment…)!

    Unbestätigten Quellen zufolge soll Lars von Trier, eben jenes Lied, während der Dreharbeiten seiner feministischen Rockoper „ANTICHRIST“ rückwärts gehört haben und davon inspiriert, inszenierte er den einleitenden Slo-Mo-Rewind-Fuck des Pärchens und den Abgang (bzw.-sturz) des Balges…
    Die Moral:
    Wer es unter der Dusche treibt, wie frisch getroffen, ist danach für mindestens 50 Jahre verheiratet!

    FAZIT:
    „A sucker punch is a blow made without warning, allowing no time for preparation or defense on the part of the recipient…in this case the victim is the viewer…“

  7. Jan sagt:

    Nee, ich hab auch keinen Bock mehr – erst recht, nachdem ich mir die Jauche gerade gegeben habe. Mag ja sein, das SUCKER PUNCH bei gewissen Leuten einen Nerv trifft, aber das tun Zahnwurzelresektionen auch. Ich wusste nach drei Minuten, wie der Film ablaufen und enden wird, und dieser unfassbar flachen Geek-Fantasie sowas wie eine Intention geschweige denn kritische Reflektion von Sexismus attestieren zu wollen, ist -wie erwartet- schlicht lachhaft. Davids Kritik kann man schlimmstenfalls vorwerfen, dass sie noch zu gnädig ist; SUCKER PUNCH verkörpert alles, weswegen Hollywood bis auf die Grundmauern niedergebrannt und Snyder auf den Mond geschossen gehört. Dürrenmatt rotiert im Grabe.

    Mit Abstand der dümmste Film, den ich dieses Jahr gesehen habe und so clever und subtil wie ein PETZI-Büchlein. Bin rrraus.

  8. Filmpause sagt:

    Hallo,

    an einer Endlosdebatte über diesen Film möchte ich mich auch nicht mehr beteiligen; ich kann verstehen, dass dies zu einem Kampf um des Wortgefechts willen ausartet, deshalb auch nur noch ein Kommentar zur Darstellung von Männern als Kult- oder Fetischobjekte, was die Diskussion auch etwas auf ein anderes Feld führt:

    Selbstverständlich wurden und werden Männer oft über rein physische Merkmale (speziell im Kino) zu Kultobjekten. Es ging immer schon um gutes Aussehen. Der hauptsächliche Unterschied ist, dass Frauen einfach mehr sekundäre Geschlechtsmerkmale haben. Ein nackter männlicher Oberkörper wird nicht als Sexualisierung wahrgenommen, ein weiblicher schon (was überdies ein Merkmal einer kulturell prüden Erziehung ist, die allen Ländern zu eigenen ist, deren Kultur auf einer monotheistischen Religion basiert: Judentum, Christentum, Islam, die ohnehin gemeinsame Wurzeln haben).

    Ob nun ein Errol Flynn mit wei geöffnetem Piratenhemd sich von Takelage zu Takelage schwang, oder ein durchtrainierter Johnny Weissmüller als Tarzan halbnackt durch den Dschungel schwang, ein Kirk Douglas im knappen Gladiatorlook sich in die Arena warf, Jean-Paul-Belmondo oder Charles Bronson ihre Astralkörper (in jungen Jahren) in die Kamera hielten… Und die Liste lässt sich immer weiter fortführen; Alle wurden ihrer sexy Physis wegen zu Kultobjekten…

    Dass Männer nicht als hilflos dargestellt werden, mag zutreffen; man kann aber auch nicht einfach Jahrhundertausende menschlicher Evolution und Jahrtausende kultureller Entwicklungen auf den Kopf stellen. Seit unsere ersten Hominiden-Vorfahren über die Erde wandelten war es nunmal so, dass die Männchen auf die Jagd gingen und in den Krieg zogen (von wenigen Ausnahmen mal abgesehen). Das findet nunmal seine Reflektion im Film und auch im Videogame. Es dauert lange bis solche Archetypen sich wandeln. Seit Sigourney Weaver in den 80ern als Ellen Ripley Aliens aufmischte, ist ein Vierteljahrhundert vergangen und langsam treten immer mehr toughe Frauentypen im Kino in Erscheinung.

    Die Gleichberechtigung mag noch nicht vollendet sein, aber inzwischen hat sich auch die Gesellschaft sehr gewandelt: Wir haben eine Frau als Bundeskanzler, es machen mehr Frauen akademische Abschlüsse als Männer, keine Frau braucht sich dafür schämen, wenn sie ohne festen Partner ein selbstbestimmtes Leben führt und als Alleinerziehende ihre Kinder ohne „väterlichen Beistand“ großzieht. Ungerechtigkeiten gibt es noch viele, aber gerade bei uns in den westlichen Demokratien wird allzu schnell auf viel zu hohem Niveau gejammert.

    Ich habe fertig – Sucker-Punch-End ;-)

  9. Leslie McLässig sagt:

    Den Film nervig zu finden ist eine Sache. Das kann man am Stammtisch rausposaunen. Wenn man schon eine Filmrezension schreibt, und „Unterhaltung mit rotem Faden“ auf seinen Fahnen stehen hat, dann sollte man zumindest mehr als eine völlig undifferenzierte und unbegründete Meinungsäußerung zustande bringen und plausibel erklären können, warum der Film scheitert.

    Das ist aber nicht passiert. Weder in der „Rezension“ noch in den Kommentaren von Martin und Jan. Sich dann mit einem „ich hab keine Lust mehr, der Film nervt“ davon zu schleichen… nunja.

    @Filmpause: Männliche Videospielfiguren sind aber selten halbnackt, hilfsbedürftig etc. Und die beachtliche Oberweite Lara Crofts hast du ja schon erwähnt. Ob man Lara als toughe, selbständige Frau wahrnimmt, oder als dickbusiges Sexobjekt, dem man stundenlang ungeniert auf den Arsch glotzen kann, sei einmal dahingestellt :)
    Im großen und ganzen wird jedenfalls niemand abstreiten, dass die Darstellung von Frauen in den meisten Videospielen nach wie vor extrem peinlich ist, oder?

    Den Punkt der Fremdsteuerung halte ich im Zusammenhang mit Videospielen für obsolet – so funktionieren Spiele nunmal.

    Ein Bordell als Rückzugsort für Frauen zu bezeichnen, wäre natürlich lächerlich. Man muss ja aber die Umstände betrachten: verglichen mit dem pädophilen Stiefvater und dem Dahinvegetieren in einer Irrenanstalt, ist es zumindest keine Verschlechterung für Babydoll.

    Grundsätzlich bin ich völlig bei dir. Die Umsetzung ist krude, aber deswegen ist ja nicht alles daneben.

  10. Martin Beck sagt:

    Jan, haste noch Lust? Ich nicht mehr.

    Was jetzt aber nichts mit den wie ich finde absolut schlüssigen Worten von Filmpause zu tun hat. Ich kann mich nur einfach nicht mehr mit diesem Film auseinandersetzen. Denn SUCKER PUNCH trifft anscheinend einen Nerv, der nur leider nicht mein Nerv ist.

    Ich nämlich finde den Film einfach nur nervig.

  11. Filmpause sagt:

    Hallo,

    bin per Zufall auf dieser Filmseite/Magazin gelandet und nahm mit einiger Irritation die Kontroverse über „Sucker Punch“ zur Kenntnis: Es erscheint mir absurd Snyder chauvinistische oder sexistische Tendenzen unterstellen zu wollen. An der These, dass sein Film die Fetischisierung von Frauen in der Pop-Kultur aufzeigen möchte, ist hingegen einiges dran, worüber zu diskutieren lohnt…

    Ob er sein Ziel mit dieser Inszenierung verfehlt, ist allerdings eine ebenso berechtigte Frage. Dass sich Baby-Doll ausgerechnet eine Fluchtebene schafft, die ein Bordell darstellt (um sexuelle Macht über Männer auszuüben) halte ich nicht für schlüssig genug. In den meisten Schmuddelhäusern arbeiten versklavte Frauen, die vollgepumpt mit Drogen, den Männer zu Willen sein müssen; sicher: es gibt Ausnahmen, aber die Mehrheit der Bordelle in der Welt, ist bestimmt keine Schutzzone für Frauen…

    Und natürlich gibt es auch Gegenbeispiele in der Videogame-Welt. Lara Croft beispielsweise mag zwar explizite weibliche Reize aufweisen, ist aber eine Figur, die sich zur Wehr setzt und alles andere als hilflos ist. Klar der User übt Macht auf die Figur aus, indem er sie (Fremd)Steuert und der User ist zumeist männlich, anderseits sind die meisten anderen Heldenfiguren in Videogames ebenfalls männlich… Werden diese dann automatisch Fetischisiert wenn eine Frau am Joystick sitzt oder ein homosexueller Mann?

    Ich denke insgesamt die Welt ist etwas komplizierter als in Zack Snyders konfus-kruder Phantasie „Sucker Punch“, dennoch sind viele interessante Ansätze im Film zu erkennen. Der Filmkritiker von Spiegel-Online drückte es so aus: „Snyder hat vieles erkannt, aber wenig richtig umgesetzt!“

  12. Leslie McLässig sagt:

    Ich stelle nur richtig, was hier verzapft wurde. Und ich bleibe dabei, dass es keinen Beleg dafür gibt, dass Frauenerniedrigung abgefeiert wird.
    Du kannst weiter eloquent-arrogant rumeiern, oder mich widerlegen. Und so lange du das nicht kannst, postuliere ich – gut erkannt.

    Was an meiner Aussage „an den Haaren herbeigezerrt“ sein soll, müsstest du auch erklären. Hier wurde behauptet, das Gehopse der spärlich bekleideten und grotesk geschminkten Darstellerinnen sei eine Altherrenfantasie und ein verkappter Porno.
    Wozu? Wozu das CGI-Gewitter, wozu die mehr als offensichtlichen Anspielungen auf z.B. Killzone? Wieso Verzicht auf Babydolls offensichtlich schwer antörnenden Tanz? Wieso keine Titten oder Lesbengeknutsche? Warum dieses groteske Make-up? Als sinnfreie Sexfantasie macht das überhaupt keinen Sinn.

    Ich behaupte, das Groteske soll zeigen, wie comichaft-pornös Frauen in Filmen und Spielen dargestellt werden und was für ein Zerrbild da mittlerweile kultiviert wurde.
    Wo wird Erniedrigung gefeiert? Alle Männer sind fett und asozial, gewalttätig, böse, widerlich.
    Ihr sagt: Snyder zeigt nuttige Tussis, also ist er ein Chauvi. Eine so oberflächliche Betrachtung traue ich jedem 12 Jährigen zu. Auf dem Niveau kann ich auch Sieben als Gewaltporno abtun.

    Ich sags noch mal: es geht nicht darum, dass der Film super ist oder seine Message wahnsinnig clever rüberbringt, aber frauenfeindlich ist und bleibt bullshit.

  13. Martin Beck sagt:

    Aber das mit dem Blankziehen hat was. Ja, ich würde sogar sagen, dass damit das Problem dieses Films optimal auf den Punkt gebracht wurde.

  14. Jan sagt:

    Du argumentierst nicht, Du postulierst. Und sicher darf man Dürrenmatt erwähnen – wenn’s allerdings mit Deiner Auffassung von Dialektik und in einem derart an den Haaren herbeigezerrten Zusammenhang geschieht, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn hier das große kollektive Gelächter/Kopfschütteln ausbricht…

  15. Leslie McLässig sagt:

    Sorry, aber ich kann dich noch viel weniger ernst nehmen, da du eine Allergie gegen Begründungen zu haben scheinst. Du wiederholst einfach ständig deine Behauptungen und bringst alberne Sprüche, mehr nicht.

    Warum lässt er die Mädels dann nicht einfach blank ziehen, wenns doch eh nur ein Porno ist?

  16. Martin Beck sagt:

    Sorry, aber so richtig ernst nehmen kann ich deine Worte leider immer noch nicht. Du fällst anscheinend auf die ältesten Taschenspieltricks rein, nur weil kurz davor die Wichsvorlage einen voll motivierten Unterbau bekommt?

    Klar, kein Problem, nur zu. Und schau dabei am besten ganz tief in die traurigen Augen von Barbie-Girl, dann fällt dir vielleicht das „Rape me“ Tattoo auf ihrer Stirn nicht auf.

  17. Leslie McLässig sagt:

    Auch dein TRANSFORMERS-Spruch ist nicht so cool, dass er fehlende Argumente ersetzt.

    Gleiches gilt für Dürrenmatt. Dann erklärt mir doch mal, warum man ihn nicht erwähnen darf, wenn es um Groteskes geht? Weil Zack Snyder einen eurer Meinung nach schlechten Film gemacht hat? Toller Grund…

    Ich sage Snyder schminkt die Darstellerinnen nicht so, weil er das geil findet, sondern um damit auf etwas aufmerksam zu machen. Und ob ihr es kapieren wollt oder nicht, nichts Anderes hat Dürrenmatt gemacht. Welche Qualität der Film hat, spielt überhaupt keine Rolle. Mir gefällt er auch nicht sonderlich. Aber ihm Frauenfeindlichkeit oder Altherrenfantasterei vorzuwerfen, ist absurd. Ihr solltet also in Erwägung ziehen, eure peinlichen „ich hab ja so gelacht“ Sprüche nicht noch 5x zu bringen.

    Oder ihr erklärt mal, an welcher Stelle in Sucker Punch ihr das festmachen wollt. Wann, wo, wie wird die Erniedrigung von Frauen propagiert?

  18. Jan sagt:

    Klar, und TRANSFORMERS hält uns auch den Spiegel vor Augen und ist in Wirklichkeit voll meta und eigentlich gar nicht product placement sondern Konsumkritik. Und dass der Artikel gar nicht von Herrn Beck ist, ist Dir auch aufgefallen, ja? Nee? Ach so.

    Bei der Nennung von Dürrenmatt und Snyder in einem Satz musste ich aber auch herzlich lachen, vielen Dank dafür!

  19. Leslie McLässig sagt:

    Wow, bist du cool. Da vergess ich ganz, dass dein Beitrag so nichtssagend wie deine Kritik ist.

  20. Martin Beck sagt:

    Die Challenge hast du leider verloren, ich habe gelacht – vermischt mit einigen Tränen. In einem Beitrag sowohl Zack Snyder als auch Dürrenmatt unterzubringen, grenzt an Genialität.

    Wohlgemerkt, grenzt.

  21. Leslie McLässig sagt:

    Zu anderen fragwürdigen Artikeln möchte ich aus Zeitgründen nix sagen und mich auf diesen hier beschränken:

    „bei einem 300 hat das auch ganz hervorragend funktioniert. Nur hatten dort Leonidas und sein eingeölter Muskeltrupp zumindest eine hell strahlende Aura aus Coolness, Charisma und Profil.“

    Haha, genau. Ausgerechnet dieses Proll-Werk, in dem der Mythos des tapferen Westens, der die wilden Horden aus dem Osten aufhält, völlig unreflektiert abgefeiert wird, als besseres Beispiel anzuführen, halte ich gelinde gesagt für einen schlechten Witz.

    Zur Emanzipation:

    1. Babydoll wird bereits mit einer Peinigungssequenz eingeführt – wer Snyder hier unterstellt, er würde den Missbrauch durch den Stiefvater gutheißen, braucht einen Hirnschrittmacher.

    2. In der Klinik erschafft sie sich die Fantasie eines Edelbordells, in dem sie immerhin noch mit sexuellen Reizen eine gewisse Macht hat bzw. zu haben glaubt – klappt leider auch nicht, ihr wird nach wie vor Gewalt durch Männer angetan.

    3. Die einzige Welt, in der sie wirklich etwas zu melden hat, ist die „Videospielwelt“, vollgepackt mit Zweiter-Weltkriegs-Symbolik, dicken Knarren, knappen Outfits, Nutten-Make-up etc. – völlig bizarr und over the top, hohl, sexistisch.

    „Die SUCKER PUNCH -Girls sind einfach nur billig.“

    Richtig, aber sicher nicht, weil das Snyders Frauenbild entspricht, sondern weil ihnen keine andere Wahl gelassen wird. Gleiches gilt für die plakativen Namen der Ladys.

    „Das hat mit „sexy“ absolut nichts mehr zu tun, sondern wirkt, als habe jemand einfach urige Altherrenfantasien auf Zelluloid gebannt. Frauen sind hier billige Schlampen, die es gefälligst zu erniedrigen gilt.“

    Ja, und das entspricht auch ziemlich genau dem, was man in den meisten anderen Filmen und vor allem in Spielen aufgetischt bekommt. Snyder treibt es lediglich auf die Spitze, übertreibt, provoziert. Letztlich hält er uns aber vor allem den Spiegel vor Augen.
    An welcher Stelle in Sucker Punch willst du bitte festmachen, dass er sich pro Erniedrigung von Frauen ausspricht?? Etwa weil die Männer im Film so sympathisch rüberkommen?

    „Oder daran, dass sie allesamt derart grotesk überschminkt wurden, das man die eigentlich hübschen Mädchen unter der zehn Zentimeter dicken Nuttenfassade kaum mehr erkennt. “

    Der richtige Gebrauch von das/dass ist eigentlich nicht so schwer…

    Dann schreibst du selber „grotesk überschminkt“. Zum Einsatz des Grotesken sollte man sich viell. mal mit Dürrenmatt beschäftigen, dann würde man Snyder nämlich auch nicht die absurde Altherrenfantasie unterstellen.

  22. noyse sagt:

    na ja emanzipiert wird in diesem aber auch gar nichts, letztlich ist die protagonistin am schluss des filmes auch wieder vom führsprechen eines mannes abhängig :) ein mann lässt die weiber die drecksarbeit machen, und selbst im befreiungsakt bekommen es die frauen nicht hin sich wirklich vom peiniger zu erlösen. na gut der kommt in knast (eventuell) die einzige freiheit die sie haben ist möglichst knappe kleidung anhaben…aber welcher mann schränkt diese freiheit ein? ;)

  23. Martin Beck sagt:

    @Leslie Nielsen: Was gibt es denn noch für Armutszeugnisse? Und das mit der Emanzipation, das musst du mir mal so erklären, dass ich dabei nicht loslache.

    Challenge, okay?

    @noyse: Ich finde WATCHMEN nach wie vor kurz vor Meisterwerk, und SUCKER PUNCH hat schon den richtigen Regisseur, nur halt auch ein völlig verbaseltes Konzept, das spätestens dann hirnrissig wird, wenn Typen (inklusive Snyder, ja ja) irgendwas von Emanzipation hineinschwafeln wollen.

  24. noyse sagt:

    Also ich kann diesem film auch nichts abgewinnen. Die ballerszenen sind alle gleich nur die cgi hintergründe sind ausgewechselt worden. Schön fand ich allerdings die idee den tanz nicht zu zeigen sondern in die fantasie welt zu wechseln. Ausserdem fand ich die weiber nicht mal hübsch, so das das machwerk nicht mal auf unterster ebene funktioniert. Vielleicht hätte man jeunet das drehbuch geben sollen, der hätte da bestimmt was draus machen können.

  25. Jan sagt:

    @Stulli McTroll: Wem bei SUCKER PUNCH der Begriff „Emanzipation“ in den Sinn kommt, der kennt Frauen höchstwahrscheinlich nur aus Videospielen.

  26. Leslie McLässig sagt:

    Oh man, ein weiteres Armutszeugnis für diese Seite. Wer auch immer den „Artikel“ geschrieben hat, sollte mal über die Begriffe Videospiel und Emanzipation nachdenken…

  27. Sylvio sagt:

    300 ist okay und WATCHMEN ein audiovisuelles Meisterwerk! SUCKER PUNCH will und werde ich in zehntausend Jahren nicht sehen. Das klingt alles nach dem dreckig-berstig-übel-beschissenen BITCH SLAP, von dem ich die letzten 20 Minuten oder so im TV bewundern durfte. Das tat wirklich weh.

  28. Martin Beck sagt:

    David meinte wohl die „gute alte“ Bahnhofskino-Zeit:-) Und für Snyder ist SUPERMAN tatsächlich die letzte Chance – nochmal so ein Flop wie SP und der Film danach wird „found footage“ Horror für Drei Fuffzich.

  29. FoolDC sagt:

    Es gibt noch Pornokinos am Bahnhof? Abgesehen davon: Snyder ist ein hirnloser Poser. 300 war ganz ok, aber schon Watchmen war nicht mehr zu ertragen. Aber hirnlose Poser sind ja derzeit die bevorzugten Regie-Sklaven der Studios. Snyder braucht sich also um seine Karriere noch keine Sorgen zu machen.

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Autor:
David Hain



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