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Schlafkrankheit: Kritik

SchlafkrankheitRegie & Drehbuch: Ulrich Köhler
Darsteller: Pierre Bokma, Jean-Christophe Folly, Jenny Schily
D,F,NL/2011; Start: 23.6.2011

Es geht um Killer-Nilpferde. Um nachts wach liegen, während draußen auf der Veranda eine Halogenlampe gegen den Dschungel anbrummt. Um Machtspiele und Handfeuerwaffen. Also irgendwie ganz doll auch um Politik. Um Menschen, die Politik machen, was dann aber gar nicht mal so sehr danach aussieht. Um in Afrika durch einen Fluss schwimmen. Um das Jetzt jetzt, wie auch in drei Jahren.

Schon die Titeltypo rockt. Ganz dezent blinkt hier unten Links auf nächtlichstem Schwarz „Licht“ auf. Dann „Ton“, „Kostüme“ usw. Dann erst die Namen, bis in einer einzigen Titelgrafik der komplette Frame mit Typo ausgefüllt ist. Schnitt auf eine leicht schräg aus dem Rückfenster geworfene Kameraeinstellung auf staubige Überlandstraße bei Nacht. Irgendwo im afrikanischen Yaoundé. Ebbo (manisch intensiv Pierre Bokma) und Vera Velten, Entwicklungshelfer, haben ihre Tochter vom Flughafen abgeholt. Angeregt durch eine Straßenkontrolle lässt Ebbo erstmal alles eskalieren. Und überhaupt ist da schon wieder ganz viel Dunkelheit in diesem schönen, neuen Film von Ulrich Köhler, dem mit MONTAG KOMMEN DIE FENSTER schon einmal einer der allerschönsten Filme über das in die Nacht gehen gelungen ist.

SCHLAFKRANKHEIT ist jetzt Berliner Schule in Afrika. Dabei immer noch die Art von Kino, bei der man sich bei jeder Einstellungen intensiv fragen könnte, warum erzählt er jetzt gerade genau das, bis man es dann mindestens ebenso intensiv spürt. Im Festhalten. In der eben doch nicht Fremde.

SchlafkrankheitKöhler weiß wie man Bilder baut, die einen noch Wochen später begleiten. Die sich beim erstmaligen Eintauchen allerdings niemals danach anfühlen würden, die einen fast immer auf dem falschen Fuß erwischen. Klar, man versteht worauf er hinaus will. Sieht, wie sich da mit präzisem Blick ein ganzer Kosmos vor einem entblättert, bekommt es aber natürlich nicht auch noch erklärt.

Viel läuft natürlich über die Figuren. Insbesondere mit Ebbo, der in beiden Geschichten (ja, Köhler erlaubt sich die zauberhafte Frechheit, gleich zwei zu erzählen) im Mittelpunkt steht, umkreist wird, gelingt es SCHLAFKRANKHEIT schon verdammt nah an den Kern von etwas zu kommen, das man in der Komplexität wirklich mehr aus dem realen Erleben kennt. Ein großartiges Portrait eines Alphatiers. Dabei zuzusehen, wie sich Pierre Bokma hier mit wundervoller Selbstherrlichkeit und unverhohlenem Selbsthass durch den Film brennt, ist alleine schon den Kinobesuch wert.

Darüber hinaus, vielmehr genau mitten drin, gelingt SCHLAFKRANKHEIT aber noch mehr. Nach noch keinem Film hatte ich das Gefühl, mehr über Afrika erlebt zu haben. Da findet Köhler irgendwo zwischen CANNIBAL HOLOCAUST und DAS KROKODIL UND SEIN NILPFERD nochmal seinen ganz eigenen Weg. Alleine das Entwicklungshilfe Meeting, der daran anschließende Gebrauchtwagenkauf…pures Gold. Fast noch größer: der Zwischenstopp an der schief im Busch hängenden Betonbrücke. Später dann noch einmal ganz großartig über frisch gezimmerten Holzstegen im Bild aufgegriffen.

Schlafkrankheit

Ok, ganz, ganz zum Schluss das blökende Nilpferd, das war ein Tick zu viel. Zu sehr Gag, vergleichbar den etwas zu gewollten Fahrstühlen in Christoph Hochhäuslers meisterlichem UNTER DIR DIE STADT, aber natürlich perfekt, dass es dann nicht noch eine halbe Stunde irgendwie vielleicht doch noch blöd weiterging.

So, geradezu makelloses Kino (das hoffentlich mindestens der deutsche Überraschungserfolg an den Kinokassen wird, wie er dem DSCHUNGELKIND aus nahe liegenden Gründen versagt blieb).



Die Webseite des Verleihs

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Autor:
Sebastian Selig



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