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Roller Girl – Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg: Kritik

Regie: Drew Barrymore
Darsteller: Ellen Page, Juliette Lewis, Zoe Bell
USA 2009
Kinostart: 1.9.2011

Ein Film über die Phase im Leben, in der sich vieles im Fluchtpunkt „Übergang“ vereint.

Erinnerungen an die Jugend, kurz vor dem Aufbruch: die Eltern nerven, haben irgendwie so ganz andere Vorstellungen von dem, was man als junger Mensch tun sollte. Die Kameraden in der Schule frustrieren einen, weil sie sich für grunddoofe Dinge interessieren und nach der Pfeife ihrer Erziehungsberechtigten tanzen. Und dann ist da dieser Moment in dem man auf Menschen trifft, zumeist ältere, die genau das machen, was man selbst schon immer tun wollte, sich aber bislang nicht auszumalen wagte.

Eine neue Welt öffnet sich; doch so ganz kampflos kann man nicht in sie eintauchen. Denn die Erwartungen der Zurückbleibenden zerren unbarmherzig an dem jungen, noch nicht besonders stabilen Menschen. Schließlich kommt noch die Liebe, die wie ein leuchtender Funke erwacht, und das erste große Drama, von dem man glaubt, dass man es nie überleben wird. Eine Phase im Leben, in der sich vieles im Fluchtpunkt „Übergang“ vereint. Ein verdichteter Erinnerungsfetzen, den ROLLER GIRL – MANCHMAL IST DIE SCHIEFE BAHN DER RICHTIGE WEG, das Regiedebüt von Drew Barrymore, in 110 Minuten auf die Leinwand zu gießen versteht.

Die Film gewordene Piefigkeit: Ein Schönheitswettbewerb irgendwo im Herzen von Texas. Brave Nachwuchs-Missen und mittendrin Bliss (Ellen Page), die mit ihren blauen Strähnen aus der angepassten Menge heraussticht und die überambitionierte Mutter vor der Restgemeinde blamiert. Die Erzeugerin ist sauer, die Tochter schaut unverstanden aus den traurigen Teenager-Augen, die kleine Schwester fühlt sich noch wohl in dem, was man ihr elterlicherseits vorgelebt hat. Ein erster Augenblick der Abnabelung, die sich beim Besuch eines alternativen Klamottenladens in der texanischen Metropole Austin fortsetzt. Während sich Bliss noch mit ihrer Mutter über die Wasserpfeifen in der Ladenauslage streitet, rollt ein paralleles Universum in den Verkaufsraum. Wild aussehende, tätowierte, ausgelassene Frauen, die so schnell verschwunden sind wie sie erschienen. Nur ein Flyer, der zum „Rollerderby“ einlädt zeugt kurz darauf noch davon, dass sich Bliss diesen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum nicht nur erträumt hat.

Ein paar Tage später findet sich die 17-jährige mit ihrer besten Freundin Pash inmitten einer wilden Menge, die das illegale Rollerderby zwischen zwei wild kämpfenden Frauenmannschaften fiebrig verfolgt. Und in diesem Augenblick weiß Bliss, was sie in Zukunft vom Leben will. Ein Versteckspiel vor den Eltern beginnt, eine Suche nach Ausreden für blaue Flecke, eine Flucht vor dem eigenen Alter, das das „Mitspielen“ in der rauen Frauentruppe eigentlich unmöglich macht. Und dann ist da noch der alternative junge Rockmusiker, dessen Anblick Bliss nicht mehr loslässt.

Drew Barrymore stellt ihre erste Regiearbeit in eine Reihe mit Filmen wie Terry Zwigoffs GHOST WORLD oder Tetsuya Nakashimas KAMIKAZE GIRLS. Coming-of-age – klar, aber eben die immer noch eher seltene weibliche Perspektive, die diesmal ganz eindeutig aus dem Blickwinkel von Frauen erzählt wird. Inmitten der wilden Roller-Girl-Truppe (bestehend aus Juliette Lewis, Eve, Zoe Bell und Barrymore selbst) zeigt Ellen Page ihre bislang überzeugendste Darstellung, erinnert bisweilen an Thora Birch in GHOST WORLD und schafft doch Bliss zu einem ganz eigenen Charakter zu formen, den man als Rezipient einfach unglaublich gern haben muss. ROLLER GIRL bringt einen zurück in die Zeit des eigenen 17-Seins, ergründet dabei so ziemlich alle Aspekte dieser Lebensphase und schafft das, woran so viele Filme scheitern: gleichzeitig tiefgründig und unterhaltsam zu sein. Auch wenn Barrymores Debüt bereits zwei Jahre auf dem Buckel hat – und andernorts bereits seit längerem auf Blu-ray oder DVD erhältlich ist – ist es trotzdem schön, dass ROLLER GIRL es nun endlich auch in die deutschen Kinos geschafft hat.




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Autor:
Björn Eichstädt



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