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Quietschende Fiats und dreckige Bartstoppel: ein Plädoyer für italienische Western und Polizeifilme/ Teil 2

Teil 1 verpasst? Dann bitte HIER nachlesen!

Tomas Milian

Tomas Milian

Natürlich gibt es noch weitere von diesen „bösen“ Gesichtern, wobei es vor allem Tomas Milian schaffte, in beiden Rollen eine überzeugende Leistung zu erbringen. Hier sei noch einmal DER BERSERKER angesprochen. Milian als Giulio ist zunächst nur ein kleines Licht einer Verbrechergang. Doch mit jeder Minute des Filmes versucht er sich mehr und mehr aus dem Bodensatz der Gesllschaft zu erheben. Es beginnt mit einem Mord an einem Polizisten und endet, wie es der Filmtitel schon ausdrückt, als durchdrehender Wahnsinn. In ihm spiegelt sich seine verkorkste Psyche wieder. Milian spielt einfach hervorragend in dieser Rolle. Genauso gut spielt er aber auch den Guten, wie z.B. in FLASH SOLO aka DER VERNICHTER. Sein Name in diesem Film lautet Rambo und ein für diesen Film wegweisender Satz könnte sogar von Sylvester Stallone stammen: „Für mich gibt es nur ein Gesetz, nämlich meines.“ Eine weitere Facette von Milian sieht man in dem Film DIE GNADENLOSE JAGD aka DER EINZELKÄMPFER. Dies ist ein sehr ruhiger Film, Actionszenen sind hier eher selten. Es wird mehr Wert auf die Gefühle der einzelnen Personen gelegt. Aber auch hier weiß Milian zu überzeugen.

Fernando Sancho

Fernando Sancho

Diese „hübschen“ Typen gibt es natürlich auch im Italo-Western, doch sie alle aufzuzählen, würde sicherlich diesen Bericht sprengen. So soll stellvertretend ein Name genannt sein. Leider weilt er auch nicht mehr unter den Lebenden. Er wurde 1916 in Saragossa, Spanien geboren und verstarb 1990 in Madrid. Er spielte immer den schmierigen, dreckigen Banditen mexikanischer Herkunft…..genau: Fernando Sancho. Der Typ war so schön schmierig, als hätte er nie ein Stück Seife gesehen. Das sind einfach Gesichter, wie ich sie heute in den Filmen vermisse.

Nach den markigen Fressen kommen wir nun zum zweiten Punkt der Beweisführung. Es ist natürlich obercool, wenn ein Jason Statham sich in TRANSPORTER 2 mit seinem Auto mittels einer Rolle um die eigene Achse dreht und dabei noch eine Bombe abstreift. Aber die wahren Autoverfolgungsjagden finden für mich in den Polizeifilmen statt.

Dort mussten alte Simcas, Fiats und Alfas Höchstleistung bringen. Die kleinen Wägelchen, meistens vollbesetzt mit 4 Leuten. Die Gänge wurden bis zur Grenze ausgefahren, die Reifen quietschten ohne Unterlass und nichts konnte diese Karren aufhalten.

Für alle, die einmal sehen wollen was ich meine, sei ROMA VIOLENTA aka GEWALT RAST DURCH DIE STADT genannt. Maurizio Merli alias Kommissar Berti jagt alles, was sich bewegt. In etwa der Mitte des Films findet sich die angesprochene, aufwendig inszenierte Autoverfolgungsjagd. Banditen überfallen eine von Kommissar Berti oberservierte Bank. Nach einer ersten Schießerei fliehen zwei Banditen in ihrem BMW, Berti in seinem roten Wägelchen hinterher. Immer wieder der Kameraschwenk auf den Vorderreifen von Bertis Autoreifen, der unter der Belastung äzt, wie eine alte Oma am Stock. Autos werden in Zeitlupe zur Schrott gefahren, Blumenstände ruiniert und als Bertis Scheibe einen Sprung bekommt, wird sie während dem Fahren einfach mit ein paar Fußtritten entfernt. Der Fahrtwind bläst jetzt Berti ungehindert ins Gesicht, aber er verliert das Ziel nicht aus den Augen. Um das Ganze jetzt noch zu untermalen, beginnt ein hämmernder und treibender Soundtrack, wärend Berti weiterhin das Getriebe bearbeitet.

GEWALT RAST DURCH DIE STADT

GEWALT RAST DURCH DIE STADT

Doch irgendwann haben die Banditen von Bertis Hartnäckigkeit die Schnauze voll. „Fahr mal ein bisschen langsamer, ich besorg dem Kerl Arbeit.“ Unschuldige Menschen werden von den Banditen niedergeschossen, in der Hoffnung, dass sich Berti um die Opfer kümmert. Dieser hält auch prompt an. „ Na bitte, hat’s doch kapiert, das Arschloch“. Doch Berti gibt nicht auf. „ Verdammt, da ist er ja schon wieder. Gib der alten Karre mal ein bischen Pfeffer.“ Auf der Schnellstrasse kommt es dann zum finalen Showdown, nachdem die Gangster nochmal feststellen: „Das ist kein Auto, das ist eine Postkutsche. Los. Nein, das gibt’s ja gar nicht, der ist ja schon wieder dran.“ Tja, und auch hier gilt, wie immer machen die Bösen den Fahrfehler und Berti erschießt die Gangster eiskalt, nachdem alle Bilder der Getöteten nochmals an ihm vorbei ziehen. Das sind die wahren Autoverfolgungsjagden. Eine weitere aufwendige Autoverfolgungsjagd findet sich in COP HUNTER. Merli verfolgt quer durch Mailand in seinem Fiat erneut böse Buben.

Kommen wir nun zum letzten Punkt der Beweisführung. Der da heißt Maurizio Merli und solange ich atme entkommt mir keiner. Ich unterteile die Polizeifilme gerne in drei Kategorien. Filme wie DIE RACHE DES PATEN spiegeln das Leben und Wirken der sizilianischen Mafia wieder. Hier geht es um Familienehre, Verrat und Typen in feinen Anzügen, die damit ihre schwarze Seele verdecken. Dann gibt es Filme wie DER CLAN, DER SEINE FEINDE LEBENDIG EINMAUERT, DAS VERFAHREN IST EINGESTELLT: VERGESSEN SIE`S oder ICH HABE ANGST. Letzerer ist für mich einer der besten Filme, die es bis heute noch nicht auf DVD gibt und bislang nur im Fernsehen gezeigt wurden. In der Hauptrolle spielt der hervorragende Gian Maria Volonte. In diesen Filmen geht es um die ehrenwerte Gesellschaft, die gar nicht so ehrenwert ist. Die Verfilzung zwischen staatlichen und gesellschaftlichen Instanzen oder wie in ICH HABE ANGST einen Brigadiere, der sich durch unbestechliche Rechtsgläubigkeit auszeichnet. Leider wird er eines Besseren belehrt. Und dann gibt es die Filme mit einem Maurizio Merli wie CAMORRA – EIN BULLE RÄUMT AUF, DIE VIPER oder RACKET. Man könnte diese Filme jetzt auf Gewalt und Rache reduzieren. Doch damit würde man diesen Streifen Unrecht tun.

Maurizio Merli

Maurizio Merli

Merli spielt den aufrechten Kommissar, der fast immer auf sich alleine gestellt ist. Er kämpft gegen Verbrecher, Korruption und die organisierten Banden in Rom, Mailand oder Neapel. Er ist die einzige Lichtgestalt in einem dunklen Sumpf. Er vertritt die Massen, die selbst ohnmächtig und hilflos der Gewalt gegenüber stehen. Zu Beginn versucht er sich immer an das Gesetz zu halten. Doch entweder wird er durch die korrupte Obrigkeit oder windige Anwälte ausgebremst und muss hilflos mitansehen, wie die Verbrecher als freie Menschen nach nur kurzer Zeit wieder das Gefängnis verlassen. Es dauert dann nicht lange und der Kommissar muss miterleben, wie genau diese Menschen erneut schreckliche Gewalttaten begehen. Mord gehört für sie zum Tagesgeschäft.

Doch ein Merli gibt nicht auf, er macht weiter Jagd auf die Banditen. Die Methoden werden rauher, Geständisse auch mal mittels Faustschlägen erpresst und die Waffe schneller gezückt. Diese Methoden versucht er dann vor seinen Vorgesetzten zu rechtfertigen, mit der Begründung, dass die üblichen Rechtsmittel bei den wirlichen Schuldigen nicht greifen. Aber mag dies nicht eher ein Zeichen für seine eigene Hilflosigkeit gegenüber der Gewalt und dem Verbrechen sein? Für die Bevölkerung bleibt er jedoch ein Held, auch wenn sich keiner öffentlich je dazu äußern würde.

Doch wenn man einmal genauer hinschaut, gibt es eine Vielzahl von Szenen, die diese Methoden eigentlich anprangern. So zum Beispiel in GEWALT RAST DURCH DIE STADT, als der Undercover Cop auf die Frage, ob er denn zurück zum Dienst kommt, antwortet: „Nein, ich mache Schluss. Denn Gewalt bleibt Gewalt, egal von wem sie kommt.“ Darüber hinaus ist die Gewalt und Brutalität so comichaft überzeichnet, dass man diese Filme auch genießen kann, ohne eine politische Diskussion zu beginnen. Und letztendlich sollen diese Filme unterhalten und Spaß machen.

Der gute, 1940 in Rom geborene Maurizio Merli atmet leider nicht mehr. Er starb 1989 an den Folgen eines Herzinfarktes.

Es ließe sich jetzt noch so vieles zu den Polizeifilmen sagen, doch alle Theorie ist grau. Die, die bereits diese Gattung des Filmes lieben, werden noch das eine oder andere vermissen, aber im Kern werden sie meine Begeisterung und Faszination für den italienischen Polizeifilm bestens nachvollziehen können. Allen andern sei der eine oder andere Film mal ans Herz gelegt, auf dass ihr dem italienischen Polizeifilm doch mal eine Chance gebt. Auch wenn diese Filme heute veraltet vorkommen, wurden sie doch für die damalige Zeit mit viel Mühe und Liebe produziert. Computertricks gab es da noch nicht, die Realität war noch näher. Oder wer hat schon mal einen Panzer wie im A-TEAM vom Himmel stürzen sehen?

Hier nun einige kurze Filmtips: Gute Mafia-Filme mit einem hervorragenden Silva sind DIE RACHE DES PATEN und DER TEUFEL FÜHRT REGIE. Wer gerne einmal einen schön schmierigen Mario Adorf sehen möchte, greife zu DER MAFIABOSS – SIE TÖTEN WIE SCHAKALE oder MILANO KALIBER 9. Denn hier ist der Name von Adorf, Luca Canali, Programm. Ein guter Gerichtsthriller mit Terence Hill ist ALLEIN GEGEN DAS GESETZ, ein guter Politthriller auf jeden Fall DER CLAN, DER SEINE FEINDE LEBENDIG EINMAUERT. Wer es gerne etwas deftiger hätte, greife zu RACKET, SYNDIKAT DES GRAUENS oder KALIBER 38 – GENAU ZWISCHEN DIE AUGEN. Oder ist vielleicht Trash gefällig? Dann ist FIGHTING KILLER richtig, mit Richard Harrison, Gordon Mitchell und Irfan Atasoy, der Tony Tiger spielt. Bei so einem Namen kann nur Trash kommen. Oder HÖLLE VOR DEM TOD, da heißen die Protagonisten Five-Cents und Maschinengewehr.

Lee van Cleef

Lee van Cleef

Vom Asphalt-Dschungel nochmal zum Italo-Western. Denn was wäre der Italo-Western ohne den Namen Lee van Cleef. Van Cleef wurde 1925 auf einer Farm in Sommerville, New Jersey geboren. Der Film ZWÖF UHR MITTAGS ebnete ihm den Weg ins Filmgeschäft. Van Cleef ist als erster auf der Leinwand zu sehen und sein Auftritt legte ihn sofort für die Rolle des „bad guy“ fest. Der Mann mit den scharfgeschnittenen Gesichtszügen und der markanten Nase wird wohl jedem in ZWEI GLORREICHE HALUNKEN und FÜR EIN PAAR DOLLAR MEHR in Erinnerung bleiben. Doch es gibt zwei Filme mit van Cleef, die man sich auf jeden Fall einmal ansehen sollte. DER GEHETZTE DER SIERRA MADRE und DER TOD RITT DIENSTAGS. Auch dieser Mime weilt seit 1989 nicht mehr unter uns.

KEOMA

KEOMA

Im Italowestern findet sich eine Welt wieder, die nicht von moralischen Prinzipien geprägt ist. Es gibt zwei Personengruppen, die skrupellosen Verbrecher, Banditen, Großgrundbesitzer oder Bankiers, und die wehrlosen Opfer. Dann taucht der Antiheld auf, der meist den tragischen Verlust von Familie oder Freunden verkraften muss, ohne ein konkretes Ziel vor Augen. Doch irgendwann wird er, ob gewollt oder ungewollt, in die Spirale der Gewalt hineingezogen. Wenn er sich dann entscheidet zu kämpfen, endet dies mit einer Schar von Toten. Hier gibt es keine edlen Helden wie in Winnetou oder den US-Western. Und trotz aller Gewalt gibt es Italo-Western, die eine große emotionale Wirkung erzeugen. Hier sei KEOMA von Enzo G. Castellari genannt. Unvergessen als Keoma jesusgleich an ein Rad gebunden wird. Oder der gesungene Soundtrack, der einem eine Gänsehaut verursacht. Ebenfalls zu nennen ist hier BANDIDOS von Massimo Dallamano aka Max Dillmann. Einer der Hauptdarsteller namens Enrico Maria Salerno, der den alternden Kunstschützen Martin spielt, agiert mit so einer Klasse und Tiefe, dass man wahrlich mit ihm mitleiden muss.

Natürlich gibt es auch banalere Dinge, die einem an diesen Film Spaß bereiten. Wer denkt nicht bei den Italo-Western an die pfeifenden Schüsse, wirklichkeitsfremd, aber es hört sich saugut an. Die Sprüche, die man der Synchronisation eines im Jahre 1936 in Berlin geborenen Rainer Brandt verdankt. Leider machen nicht alle seiner Synchronisationen Spaß. Wollte man in Deutschland wohl dem Film die Härte nehmen, hat man die Vertonung nicht so Ernst genommen. Das hat aber zu Folge, dass der Film furchtbar und unerträglich verkalauerisiert wurde, und ihm damit viel von seiner eigentlichen Atmosphäre genommen wurde.

KNIE NIEDER UND FRISS STAUB

KNIE NIEDER UND FRISS STAUB

Auch bei den Italo-Western gilt, man muss sich einfach mal einen anschauen und ohne Vorurteile auf sich wirken lassen. Auch hier einige kurze Tipps: VON ANGESICHT ZU ANGESICHT – ein Western mit einer intelligenten Geschichte, der sich nicht den üblichen Racheorgien hingibt und zwei grandiose Schauspieler hat, Gian Maria Volonte und Tomas Milian. Mein absoluter Liebling ist KNIE NIEDER UND FRISS STAUB mit Fabio Testi. Ein entflohener Strafgefangener namens Roy überbringt diversen Leuten Grüße von Emiliano. Diesen steht daraufhin die Angst ins Gesicht geschrieben und alle greifen zur Waffe. Leichen pflastern seinen WegDer Film besticht mit einer durchdachten und handlungsintensiven Story, bei der sich das Geheimnis erst nach und nach lüften lässt, und einen sehr guten Soundtrack. LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG von Sergio Corbucci mit Klaus Kinski und Jean Louis Trintignant. Hier wird das übliche Western-Setting durch eine düstere und beklemmende Schneelandschaft ersetzt. Und Kinski spielt hier so intensiv wie selten zuvor.

Bei den Italo-Western aber auch bei den Polizeifilmen muss ich gestehen, wenn man hier zum falschen Film ohne Vorkenntnis greift, kann man total enttäuscht werden und wird sich wahrscheinlich nie wieder einen Film dieser Gattung ansehen. Es gibt auch hier bösen Schrott, aber mit dem richtigen Wegweiser kann man ganz besondere Perlen entdecken.

In diesem Sinne wünsche ich denen, die jetzt schon in ihrer Sammlung wühlen, viel Spaß beim Nostalige-Flash und den anderen, dass ein Film dabei ist, der Lust auf viel, viel mehr macht.

Eine Antwort zu “Quietschende Fiats und dreckige Bartstoppel: ein Plädoyer für italienische Western und Polizeifilme/ Teil 2”

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Autor:
Michael Raab



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