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Quietschende Fiats und dreckige Bartstoppel: ein Plädoyer für italienische Western und Polizeifilme/ Teil 1

Die KröteFreude kommt und geht, Faszination kann ein Leben lang andauern. Faszination geht weit über normale Begeisterung hinaus. Faszination heißt soviel wie eine fesselnde Wirkung haben. Es lässt einen nicht mehr los. So erging es mir damals und ergeht es mir heute noch mit dem italienischen Polizeifilm bzw. dem Italowestern.

Ich habe Spaß an den Filmen, selbst in Zeiten aufgeblasenen CGI-Blockbuster. Und ich habe Spaß daran, meinee Freude mit denen zu teilen, die ebenfalls diese Filme vergöttern ohne über political correctness nachzudenken. Die, die lieber noch eine gute alte VPS Videocassette anstatt eine Blu-Ray einlegen.

All diejenigen, die schon wissen, von was ich rede, werden bei Namen wie Maurizio Merli, Tomas Milian, Franco Nero, Romano Puppo, Angelo Ragusa oder Giovanni Pazzafini glänzende und feuchte Augen bekommen. Ihr werdet strahlend und und nostalgisch in eurer verstaubten Videosammlung suchen und denken: Mensch, den muss ich echt mal wieder schauen.

Aber auch all diejenigen, die Romano Puppo für einen Bewerber bei Dieter Bohlens DSDS-Casting Show halten, können glänzende und feuchte Augen bekommen, denn Faszination ist lernbar. Alles was man dafür braucht, sind zwei läppische Schritte:

Schritt 1: Man sitzt von den Eltern alleine gelassen vor etwa 20 Jahren zu später Stunde vorm Fernseher. Pay-TV ist noch ein Fremdwort, man begnügt sich mit den guten alten Regionalprogrammen wie BR3. Aufgrund einer miserablen Hausantenne verschneit und verkriselt. Und dann erklingt ein Lied: DJANGO.

Ein Kerl in verdreckter Kleidung zieht einen Sarg hinter sich her, durch eine verschneite Winterlandschaft. Tja, das war aber nur das schlechte Bild. In Wirklichkeit stapfte er durch von strömenden Regen aufgeweichten Schlamm. Mühsam und dreckig.

Und was bekommt man dann zu sehen? Wie Mexikaner ihre Frauen behandeln. „Weißt du, was wir mit unseren Hunden machen, wenn die nicht gehorchen wollen, wenn die nicht aufs Wort parieren, da bekommen die was mit der Peitsche. Genauso werd ichs dir beibringen. Das war das erste und das letzte Mal, dass du versucht hast zu fliehen…du Luder…du!“

DjangoUnd als man denkt, die Frau wird jetzt durch fünf ehrbare Cowboys mit kleidsamen roten Schals von ihren Leiden erlöst, weit gefehlt. Jetzt will man sie noch ans Kreuz nageln.

Doch der Retter naht. Der Unbekannte mit dem Sarg. „Nanu, von was für einem Friedhof ist der denn entsprungen.“ „Wenn du hier den Totengräber machen willst, mein Freund, dann aber schnell und ohne lange Reden.“ „Schade, ich bin für eine kleine freundliche Unterredung immer zu haben.“

„Kommst wohl aus dem Norden.“ „Ich habe für den Norden gekämpft.“ „Die Brüder haben wir besonders gern, die im Norden mitgemacht haben. Wir sind hier im Süden.“ „Ja, das merkt man gleich. Freundliche Leute hier.“

Doch dann ist Schluss mit lustig. Denn Django macht mit bleihaltigen Argumenten klar, auf was es im Leben ankommt. „Vollkommen unwichtig. Es gibt bloß eines, was wichtig ist. Das man sterben muss“.

Das ist doch mal eine Ansage, oder? Fünf Halunken gehen zu Boden, doch auch ein Django braucht dafür sechs Schüsse. Einer zuckt sogar noch und Django hat noch eine siebte Kugel übrig ohne nachzuladen. Bei Django geht sowas.

Eduardo Fajardo

Eduardo Fajardo

Unser guter Django braucht natürlich auch noch einen Gegenspieler, und da kommt Major Jackson ins Spiel, gespielt von Eduardo Fajardo. In einem dreckigen Saloon, in dem nur die hässlichsten Huren ihre Dienste anbieten, tritt Django für die Rechte der Frauen ein. Oder will er dies nur als Anlass nehmen, erneut die Bleispritze sprechen zu lassen? „Lass das Mädchen zu Frieden. Sie will nicht. Hast du doch gehört.“

Über die Rassenfrage und wie man in der trostlosen Einöde seine Haustiere versorgt, kommt man dann zum Punkt. „Mein Krieg ist nämlich noch nicht zu Ende, mein lieber Freund.“ O-Ton Major Jackson: „Der hört niemals auf.“

Django„Särge brauchen wir eigentlich nie. Die Geier wollen ja auch was zu fressen haben.“ „Ihr seid Tierfreunde, nicht.“ Diesmal benötigt Django tatsächlich fünf Schuss für fünf Männer, denn: „Das war noch nicht alles. Einen Schuss hab ich noch drin. Wieviel Männer hast du jetzt noch, du Schwein?“ „40.“ „Dann bring nächstes Mal alle 40 mit, wenn du wieder anrückst.“

Und tatsächlich, Django erwartet alle 40 gemeinsam mit seinem Sarg. Was ist in dem Sarg? Nun, die, die den Film kennen und jetzt schon den Revolvergurt umgeschnallt und den Colt durchgeladen haben, wissen Bescheid. Den anderen, die den Film vielleicht wirklich noch nicht kennen, wollen wir die Pointe nicht verderben.

DjangoDanach gilt für Django wie gewonnen so zeronnen, als er in den Besitz von geraubtem Gold kommt. Er muss leiden und Schmerzen ertragen. Es werden seine Finger zetrümmert – für einen Revolverhelden seine wichtigsten Werkzeuge neben der Waffe.

So steht er Major Jackson, der mit seinen letzten fünf Mann anrückt, auf dem Friedhof zum Schlusskampf gegenüber. „Du hast mir neulich großspurig erklärt, du wirst auf mich warten. Da habe ich mir gedacht, den Mann darfst du nicht enttäuschen. Und jetzt, mein Freund, rechnen wir beide ab. Jetzt müsstest du deine Kanone haben. Jetzt wo’s drauf ankommt.“ Doch Django wäre nicht Django, wenn er nicht aus geschätzten Django50 Metern Entfernung alle sechs trotz der malträtierten Finger erledigen würde. „Es geht auch ohne“ hat Django das letzte Wort. Und ja, ich glaube, es waren erneut sieben Schüsse. Das kann nur Django.

Damals wusste ich natürlich noch nicht, dass der Film gekürzt, geschweige denn wer überhaupt Sergio Corbucci war. Aber diese Art von Western hatte ich zuvor noch nie gesehen. Brutal und rau. Dreck und Brutalität waren an der Tagesordnung.

Die Bösewichter waren so böse und hatten so hässliche Visagen, das man sie am liebsten selbst erschießen würde. Und obwohl der Gute gar nicht wirklich gut ist, auch nur auf seinen Vorteil bedacht ist und dafür über Leichen geht, möchte man sofort mit ihm tauschen. So bleibt für mich auch immer Franco Nero der einzige richtige und echte Django. Schon als er das erste Mal voll zu sehen ist, ganz in schwarz gekleidet, einen harten Ausdruck auf dem unrasierten Gesicht, ein ausdrucksloser Blick aus den stahlblauen Augen, hat man seinen Helden gefunden. Er muss keine unnötigen Worte verlieren, er ist knallhart und kann schießen wie der Teufel.

Hier fehlt es an Ehrbegriff, ganz im Gegensatz zu den US-Edelwestern wie RIO BRAVO oder EL DORADO. Die typische Westernstadt ist ein dreckiges und matschiges Schlammloch. Hier scheint es auch keine hoffnungsfrohen Menschen zu geben, sondern nur hässliche Bösewichte mit schmutzverkrusteten Gesichtern. Die anderen sind entweder hässliche Huren oder Frauen wie Maria, zwar gutaussehend, aber auch nur ein Objekt, welches als Mittel zum Zweck dient.

Schmerzverzerrte Mienen sind hier allgegenwärtig. Eine Idylle des Westens, wie z.B. die heile Welt in UNSERE KLEINE FARM, sucht man vergeblich. John Wayne und Randolph Scott hatten Westernromantik verbreitet, Django verbreitet Kaltblütigkeit und den Tod.

Django 2Schritt 2: Der erste Besuch einer Filmbörse, wo man Gleichgesinnte und hunderte von guten alten VPS Videotapes findet. Ja genau, die mit dem rosafarbenen, gelben oder orangefarbenen Rücken. Und man begegnet einem Händler, mit dem man sich auf Anhieb gut versteht und zu dem bis heute noch eine Freundschaft besteht. Und dann hält man es in der Hand. Das letzte Puzzleteil zur vollkommenen Faszination. Der Händler verspricht auch weiterhin für Nachschub zu sorgen.

Italienische Polizeifilme und italienische Western sind faszinierend, weil sie –kurz zusammengefasst- dreckig, gemein und rau sind. Die Beweisführung hierfür beginnt damit, einen Blick auf die Bösewichter des Polizeifilmes zu werfen. Dabei ist ein Blick werfen absolut wörtlich gemeint.

Ich gestehe hier im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, dass ich COLLATERAL mit Tom Cruise und Jamie Foxx total cool finde. Aber ein Tom Cruise, auch mit grauen Haaren und Dreitagebart, ist für mich nicht DER dreckige, gemeine und kaltblütige Killer.

Nello Pazzafini

Nello Pazzafini

Ganz anders verhält es sich da mit Giovanni Pazzafini aka Nello Pazzafini. Diese gemeine Hackfresse. Wo gräbt man nur solche Gesichter aus? Der gute Nello wurde 1934 in Rom geboren. Leider schaut er sich seit 1997 schon die Radieschen von unten an. Er war Fußballspieler, Leibwächter und Stuntman, und mit dieser Fresse prädestiniert für brutale, unsympatische Charaktere. So fiel mir diese Visage zum ersten Mal in DER BERSERKER auf. Da dachte ich, Mensch, dem möchte ich nicht im Dunkeln begegnen. Er hat in vielen Filmen mitgespielt, so auch in einem meiner absoluten Lieblingsfilme, SYNDIKAT DES GRAUENS. Auch in Italowestern gab er den Bösewicht, so z.B. in den von mir geschätzten DER GEHETZTE DER SIERRA MADRE und VON ANGESICHT ZU ANGESICHT.

Romano Puppo

Romano Puppo

Dann gibt es da noch Romano Puppo und Angelo Ragusa. Beide spielen in RACKET, DEALER CONNECTION und TAG DER COBRA mit. Puppo wurde 1937 ebenfalls in Rom geboren, hat aber auch schon im Jahre 1994 das Zeitliche gesegnet. Vielleicht ist das des Rätsels Lösung. Es gab in Rom ein Nest mit Bösewichtern. In RACKET spielt er Doringo, mit dem Maschinengewehr auch bekannt als der Amokläufer aus Mailand. Also so einem Typen nimmt man den Amokläufer doch sofort ab. Ich kann mich auch an keinen Film erinnern, in dem diese Typen mal einen Gut-Mensch gespielt haben. Sie sind für mich einfach der Inbegriff der Bösewichte. Die Furchen in ihren Gesichtern zeigen einerseits das Leid, was sie wahrscheinlich schon seit ihrer Jugend ertragen mussten, aber auch gleichzeitig die Kaltblütigkeit, mit der sie heute ihrem Job nachgehen. Wenn man sie in den Filmen sieht, denkt man, die haben wahrlich kein Mitleid mit ihren Opfern, sie machen einem Angst, aber gleichzeitig liebt man sie auch.

Henry Silva

Henry Silva

Die Rache des Paten

Einer darf bei dieser Aufzählung hier nicht fehlen. Er wurde 1928 in Brooklyn, New York geboren, ist puerto-ricanischer Herkunft und war durch seine harten und markanten Gesichtszüge für die Rolle des Bösewichtes wie geschaffen: Henry Silva. Am Besten gefällt er mir in DIE RACHE DES PATEN. Unvergessen die Szene, in der Henry Silva mit einer Straßenwalze über Leichen fährt. Silva spielt den Killer Tony Aniante, der aber nicht irgendein Killer ist. Nein, denn jeden seiner Morde kündigt er mit einem Pfeifen an, das die ansonsten so kaltblütigen und skrupelosen Clanmitglieder erstarren lässt. Tony, obwohl alleine auf sich gestellt, schaltet sie alle aus. Er ist der letzte noch aufrecht stehende Mann. In dieser Rolle gefällt mir Silva einfach am Besten. Er verkörpert nicht nur hervorragend den Bösen, sondern verstrahlt auch eine Eiseskälte, wie ich sie nur selten gesehen habe. Es gab aber auch Rollen, in denen er den Guten spielte. So z.B. in BLUTIGER SCHWEISS aka DIE RATTEN VON MILANO. Der Film selbst gefällt mir sehr gut, aber Silva ist hier als Guter verschenkt. Seine Mimik gibt einfach den perfekten Bösewicht, weniger den gefühlvollen und hilfsbereiten Kerl.

Lust auf Teil 2? Dann bitte HIER weiterlesen!

4 Antworten zu “Quietschende Fiats und dreckige Bartstoppel: ein Plädoyer für italienische Western und Polizeifilme/ Teil 1”

  1. joseph_tura sagt:

    Tja, wenn das so ist, ziehe ich meine Nörgelei vorbehaltlos zurück. Hatte halt nur den Eindruck, dass der klassische Hollywood-Western im Vorbeigehen etwas abgewatscht werden sollte. Wobei es tatsächlich Italo-Westernfans gibt, die US-Produktionen ablehen, und natürlich umgekehrt. War mir immer ein großes Rätsel.

  2. Michael Raab sagt:

    Ich habe RIO BRAVO schon mindestens fünf Mal gesehen und liebe auch die US-Western, keine Frage. Bei ZWEI RECHNEN AB mit Burt Lancaster und Kirk Douglas, meinem liebsten US-Western, kenne ich schon die Dialoge auswendig. Aber so schön schmutzig sind halt nur die Italos. Tja, Gurken gibt es halt überall, die richtigen Fetten und Grünen zu finden, das ist die Kunst.

  3. Martin Beck sagt:

    Ich würde sagen, das ist eine mutige Aussage:-) Over to Michael?

  4. Joseph_Tura sagt:

    Das großartige Erlebnis, zum ersten Mal einen Italo-Western zu erleben, kann ich vollkommen nachvollziehen. „Leichen pflastern seinen Weg“ hat bei mir vergleichbare Empfindungen ausgelöst. Allerdings fand ich es nie angemessen und fair, „Django“ und Co. gegen Hollywood-Western auszuspielen. Wahr ist nämlich auch, dass es sehr viele wunderbare Western mit Randolph Scott, John Wayne, James Stewart und vielen anderen gibt, aber vergleichsweise wenige Spaghettis, die sich wirklich lohnen. Anders formuliert: Ein durchschnittlicher Hollywood-Western hat in der Regel mehr zu bieten als ein durchschnittlicher Italo-Western, die wir für das Raue und Schmutzige natürlich immer verehren werden.

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Autor:
Michael Raab



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