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The Quiet Ones – Kinokritik

Quiet_Ones_PosterR: John Pogue
D: Jared Harris, Sam Claflin, Olivia Cooke
USA,GB/2014; Start: 4.8.2014

1974 rekrutiert Oxford-Professor Coupland ein paar Studenten und den jungen Kameramann Brian für ein kontroverses außeruniversitäres Experiment: An Versuchskaninchen Jane will er in einem Landhaus die Theorie beweisen, dass ihre angebliche dämonische Besessenheit nur Manifestationen der Psyche sind.

Schwunglos-medioker Paranormalhorror um ein Okkultexperiment, das telekinetische Kräfte und Geistergrauen freisetzt.

Obwohl die legendäre britische Horrorschmiede Hammer seit ein paar Jahren wieder lebt und Sehenswertes wie WAKE WOOD hervorgebracht hat, fand die Traditionsfirma erst 2012 mit der schicken Schauergothic THE WOMAN IN BLACK – auch wegen des Besetzungscoups von Harry Potter Daniel Radcliffe – größere Beachtung. Dem zweiten Kinofilm mangelt es an großen Namen wie auch eklatant an anderen Reizen.

Nach dem sehr goutierbaren QUARANTÄNE 2: TERMINAL kann John Pogue in seinem 70ies-Trip nicht ansatzweise mit THE CONJURING mithalten, stellt sein Szenario mit abgeschmacktem Mumpitz und ohne erkennbares Gespür für Atmosphäre, Rhythmus und Storytelling vor. Über schematische Schreckensroutine kommt er nicht hinaus, was auch dem halbgar-inkonsequenten Mix aus Found Footage und „richtigem“ Film geschuldet ist.

quiet-ones 3Lässt viele gute Möglichkeiten liegen

Sam Claflin (DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE) nervt nicht nur als stotternd-schlotternder Naivling, seine Kameraaufnahmen ruinieren jede Horrorszene, in der nur Geschrei und Gewackel herrscht. Der altgediente Jared Harris (POMPEJI) veranstaltet als profilneurotischer Mad Scientist Unethisches im Namen der Wissenschaft. Olivia Cooke, demnächst in THE SIGNAL, könnte als gequält-trauriges Medium richtig bewegen.

Wenn Pogue sie (und die anderen Mimen) denn ließe. Aber in der ohne rechte Lust zusammengeschraubten Konfrontation von Psychologie und Übernatürlichem sind nicht nur Farben und Helligkeit dem schlechten Filmmaterial angepasst. Jede der vielen guten Möglichkeiten lässt er liegen: Angefangen bei dem Komplex aus Sexismus, Begierde und Missbrauch, über psychoemotionale Ausbrüche, Feuergötter und Dämonenkulte.

Schematische Schreckensroutine

Bis hin zu Manipulation von Mitleid bis Liebe, Verkörperungen des Unbewussten und der Frage, wer hier wessen Gefangener ist – Pogue braust unsensibel durch den Ablauf, kann selbst Stroboskop-Séancen optisch nichts abgewinnen. Alles gipfelt in grausigen CGI-Exorzist-Effekten und Pixelflammen. Dass er den unheimlichen Hintergrund der mysteriösen CARRIE-Patientin ebenfalls verschenkt, ist schon fast Ehrensache.

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Ursprünglich erschien dieser Text bei KOMM UND SIEH

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Autor:
Thorsten Krüger



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