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Perfect Sense: Kritik

Regie: David Mackenzie
Darsteller: Ewan McGregor, Eva Green, Connie Nielsen
Starttermin: 08.12.2011, gesehen im Rahmen des Fantasy Filmfests

Eine ungeklärte Seuche raubt den Menschen auf der Welt nach und nach die Sinne, einhergehend mit starken Gefühlsschwankungen: Erst verschwindet der Geruchssinn, dann der Geschmack, das Gehör … Der Koch Michael und die Wissenschaftlerin Susan beginnen eine Beziehung und durchleben gemeinsam die fortschreitenden Stadien der Krankheit.

Michael (Ewan McGregor – STAR WARS: EPISODE I – III, TRAINSPOTTING, BLACK HAWK DOWN) ist mit seinem Rennrad unterwegs, die Kamera fängt seine Tour direkt frontal vom Lenker ein. Das Porträt von ihm verruckelt mit jeder Bordsteinkante, jeder Unebenheit auf dem Boden – schon gleich zu Beginn wird deutlich, dass Michaels Welt bald aus den Fugen gerät, den gewohnten Rahmen sprengen wird.

Am berührendsten und gleichzeitig befremdlichsten sind die Szenen kurz vor dem Verlust des nächsten Sinns. Vor der Taubheit grämen sich die Menschen in Kummer, Schmerz und tiefster Traurigkeit. Susan (Eva Green – DIE TRÄUMER, JAMES BOND – CASINO ROYALE) bricht in Michaels Küche plötzlich ohne Grund in Tränen aus, die einfach nicht versiegen wollen. Als sie sich langsam in den Schlaf schluchzt, beginnt an ihrer Seite Michael zu weinen. Etwas enervierend, da der Grund für diese abartige Traurigkeit fehlt und die Tränen sinnlos erscheinen.

Plastischer und eklig wird es dann vor Verlust des Geschmacksinns. Wie Tiere stopfen die Infizierten alles in sich hinein, was irgendwie essbar erscheint. In Michaels Küche schütten sie sich literweise Olivenöl in die Mägen, Susan hat im Parkhaus nur den Inhalt ihrer Handtasche zur Verfügung: Handcreme, Lippenstifte, nichts ist sicher. Auf dem Fischmarkt und in Metzgereien werden wild die rohen Stücke verspeist. Und dann – nie mehr der Geschmack von Nahrung auf der Zunge. Alles, was den Menschen bleibt, ist mit der Situation zurecht zukommen.

Und hier wird der Film richtig stark. Anstatt in Verzweiflung zu versinken, schätzen die Betroffenen das wert, was sie noch haben. Ziemlich ungewöhnlich für eine Gesellschaft, in der man immer nach dem strebt, was unerreichbar scheint und Unzufriedenheit und unstillbare Hunger nach „Mehr“ herrschen. Da kein Geschmack mehr erlebbar ist, konzentrieren sich die Menschen auf die Konsistenz des Essens: Knusprigkeit, Struktur, die gluckernden Geräusche beim Wein einschenken. Restaurantkritiken werden anhand dieser Kriterien erstellt. Susan und Michael gehen voll in ihrer Zweisamkeit auf und ersetzen den fehlenden Geruch und Geschmack durch körperliche Nähe, Spaziergänge, Partys. Sie scherzen sogar über ihre Situation und erfreuen sich an dem soften Gefühl von Seife und Rasierschaum auf ihrer Zunge.

PERFECT SENSE glaubt an das Gute im Menschen. An Menschen, die Fahrräder wieder aufstellen neben brennenden Autos und Trümmern auf der Straße. Menschen, die ungewohnte Situationen schnell adaptieren und nicht mit ihrem Schicksal hadern. Menschen, die den Sinn ihres Lebens nicht gleich verlieren, nur weil ihnen etwas genommen wird.

Natürlich bleibt es nicht bei dieser positiven Grundstimmung. Die Gefühlsschwankungen verstärken sich, Wutausbrüche, Zorn, Hass entladen sich bis zur Gehörlosigkeit. Doch am Ende wird wieder der Fokus auf zwischenmenschliche Nähe, Liebe und Nähe gelegt: Bevor die Dunkelheit beginnt, das Augenlicht verschwindet und finales Schwarz die Leinwand flutet, klammern sich die Betroffenen aneinander, suchen die Berührungen ihrer Liebsten. Auch hier die Konzentration auf das Wesentliche, auf zwischenmenschliche Beziehungen.

PERFECT SENSE ist ein Film, bei dem man als Zuschauer ungläubig nachzuempfinden versucht, wie es sich wohl anfühlen mag, nach und nach sinnlos (und eben doch nicht) zu werden. Und sobald man aus dem Saal gegangen ist, überkommt einem das dringende Bedürfnis zu essen, zu küssen, ins Sonnenlicht zu blinzeln…




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Autor:
Filiz Schulz



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