Nippon Connection 2011: einige Eindrücke vom diesjährigen Festival
Stolpert man die breite, schwebende Steintreppe hinunter, so landet man zwangsläufig in einer Wand bunter Papiervögel. Auch unten, direkt über dem Eingang, haben sie sich in einer gigantischen Papierdrone dicht zusammengenistet. Rosa-buntes Pop-Origami. Dazwischen die schon aus den Vorjahren verbliebenen pinken Farbschatten von schwer bewaffneten Kampfrobotern, riesige Kois, die sich über der langen Bar an der Decke winden. Kein Zweifel, es ist wieder die letzte Woche im April und man befindet sich sogleich wieder auf das wundervollste mit dem NIPPON CONNECTION verbunden.
Hier auf dem alten Frankfurter Uni Campus, dieser großen, von ganz viel Sonne mit Sommernachts-Hitze aufgetankten Steinplatte,
dröhnt zauberhafter Easy Pop aus dem Festivalzentrum. Oben im großen, mit schweren, schwarzen Vorhängen komplett verdunkelten Saal flimmern gerade noch die letzten Bilder von Yoshihiro Nishimuras HELLDRIVER über die Leinwand. Ein gigantischer, aus millionen Zombiekörpern zusammengesetzter Flugkörper nimmt Kurs auf Tokio. Auf seinem Rücken ein Mädchen in Schulmädchen-Uniform, ein mit Kettensägenfunktion versehendes Samuraischwert schwingend. Dann Party.
Trotz massivem Medienhype, selbst die Tagesschau berichtete in diesem Jahr groß zur Eröffnung, ist das NIPPON CONNECTION zwar inzwischen weltweit das größte, aber immer auch noch das familiärste japanische Filmfestival geblieben. Trotz massiven Besucherandrangs die Art von Festival, bei dem es dir passieren kann, dass du morgens
um Drei mit dem Regisseur eines 80 Millionen Dollar-Films über Architektur diskutierst. Die Art Festival, bei dem während der Party direkt neben der Tanzfläche gerade ein 2,5 auf 2m Portrait eines blutig angeschlagenen Riesenhasens entsteht. Bei dem man im einen Moment noch Retro-Fights in der extra dafür eingerichteten Spielhölle kämpft und im nächsten Moment schon zur weltbesten Nudelsuppe einer 22-jährigen Studentin mit Spagetti-Träger-Top dabei zusieht, wie sie unter einer glitzernden Discokugel JUST DANCE von Gaga interpretiert.Dann natürlich ohne Ende Filme. Ghiblis ARRIETTY (ab zweiten Juni ganz offiziell auch in den deutschen Kinos),
in dem jeder über ein mit Regentropfen benetztes Blatt krabbelnde Marienkäfer, bereits dazu in der Lage ist, dir erneut dein Herz mit Liebe für japanische Animation zu füllen. Oder GANTZ, die ganz große Otaku-Oper, mit endlich mal verdammt makellosem CGI, aber auch Alien-GOONIES, die dir im ersten Moment noch was vorheulen, um im nächsten in deinem Blut zu tanzen. Klar auch Weinkrämpfe in der U-Bahn zum Sound-track vibrie-
render Handys (LOVE ADDICTION) oder mit lustiger Frisur runter zum Hafen radeln (PERMANENT NOBARA) und plötzlich irgendwie verliebt enden.
Dann natürlich noch die ganz große Sion Sono-Retro und klar, dort dann auch sein großartiger COLD FISH, über den dann besser mal Björn hier was schreiben soll.
NIPPON CONNECTION 2011 – mich hat es (mal wieder voll) mit Glück und ganz wundervollen Bildern geflutet.
Die offizielle Webseite des Festivals






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