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N’Guten aus der Videogruft: Tödlicher Hass

Auf DVD und Blu-Ray gibt es vieles, aber längst noch nicht alles. Reihe Sieben wühlt gerne in staubigen Videokassetten-Stapeln und fördert dabei wilde, durchgeknallte & obskure Perlen zutage. Sie alle hätten wirklich mal eine silberne Scheibe verdient, doch liegen momentan noch begraben: in der Videogruft.

Tödlicher HassRegie: Ducio Tessari
Darsteller: Alain Delon, Richard Conte, Carla Gravina
F,I/1973

Tony Arzenta, Elitekiller einer weltweit operierenden Mafia-Organisation, will seine Kanone an den Nagel hängen. Doch dieses Ansinnen wird von den Mafia-Bossen nicht akzeptiert und durch einen unglücklichen Zufall kommen Tonys Frau und Sohn mittels einer Autobombe, die eigentlich Arzenta galt, ums Leben. Ab diesem Zeitpunkt stehen die früheren Auftraggeber Arzentas auf seiner persönlichen Todesliste.

Den Namen des gebürtigen Genuesers und Regisseurs Ducio Tessari kennen Freunde des italienischen Films vor allem wegen der beiden erfolgreichen RINGO Western mit Giuliano Gemma. Angesiedelt im Polizeifilm-Genre, ließ auch TÖDLICHER HASS die Kassen klingeln, wobei natürlich die hier aufgetischte Rachege-
schichte alter Kaffee ist. Die Stärke des Films ist seine Umsetzung, die keinen typisch italienischen Polizioteschi präsentiert, sondern eine Kombination aus dem kühl berechnenden französischen und dem emotionsgeladenen italienischen Gangsterkino erzeugt. Und wer würde sich dafür besser in der Hauptrolle eignen als Alain Delon, der eiskalte Engel? Dessen eigene Produktionsfirma legte auch gleich noch mit Hand an und so findet sich der auf unterkühlte Helden spezialisierte Franzose als Mittelpunkt eines im Grunde typisch italienischen Werkes wieder.

Tödlicher HassBereits zu Beginn des Filmes zeigt sich aber die eigenständige Herangehensweise von Tessari. Während Delon in seinen sonstigen Rollen jegliche Emotion und Abhängigkeit von Menschen zu vermeiden sucht, bekommt er hier eine Familie an die Seite gestellt. Sekundenlang hält die Kamera in Großaufnahme auf die traurigen Augen Delons, denn statt den Kindergeburtstag seines Sohnes feiern zu können, sitzt er auf der Couch und bereitet sich auf seinen nächsten Job vor. Arzenta bleibt aber trotz seiner blutigen Arbeit ein Romantiker, denn er bittet seinen väterlichen Boss ihn aus dem Dienst zu entlassen, obwohl das Ergebnis dieser Bitte vorhersehbar ist. Arzenta glaubt an den familiären Zusammenhalt der eigenen Familie genauso wie an den der Mafiagemeinde. Selbst der versehentliche Tod der eigenen Familie bedeutet für ihn keinerlei Kritik an der Institution der großen Mafia-Familie.

Begibt sich Arzenta dann auf seinen Rachefeldzug und schaltet mit unbarmherziger Präzision die Verantwortlichen aus, zeigt Tessari all die von den Italo-Fans erwarteten Actionelemente. Blutige Shootouts, üble Gewalttätigkeiten, wirkungsvolle Folterungen und sehr gute und lange Autoverfolgungsjagden. Und erneut gelingt es Tessari durch kleine Details, dass sich sein Film von den üblichen Filmen dieser Gattung abhebt.

Tödlicher HassSämtliche Taten Arzentas geschehen ohne übertrie-
bene Emotionen. So wird zum Beispiel die Abschieds-
szene zwischen Arzenta und seinem Sohn nicht unnötig hochstilisiert, um anschließend die Gewalttätigkeiten zu rechtfertigen. Tessari verzichtet auf übertriebene Trä-
nen, genauso wie auf das Triumphgefühl angesichts der toten Mafiabosse, die selbst äußerst mies darge-
stellt werden und den Tod eigentlich verdient hätten. Anstelle von steigender Befriedigung entsteht der Eindruck von zunehmender Sinnlosigkeit. Arzenta selbst vergeht die Lust am Töten, was er mit seinen Worten unterstreicht. „Das sinnlose Töten, das keinem nutzt, macht mich krank.“ Kein Wunder, dass Arzenta das Angebot des Waffenstillstandes der noch letzten beiden übriggebliebenen Gangsterbosse annimmt. Doch eine Lösung aus dieser Gewaltspirale gibt es nicht.

Achtung: Das deutsche Videotape wurde in Sachen Handlung und Gewalt geschnitten. Die japanische DVD ist out of print und die US-Veröffentlichung hat eine müllige englische Tonspur plus VHS-mäßige Bilder. Nichts Brauchbares in Sicht, leider.




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Autor:
Michael Raab



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