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N’Guten aus der Videogruft: Ein Bürger setzt sich zur Wehr

Auf DVD und Blu-Ray gibt es vieles, aber längst noch nicht alles. Reihe Sieben wühlt gerne in staubigen Videokassetten-Stapeln und fördert dabei wilde, durchgeknallte & obskure Perlen zutage. Sie alle hätten wirklich mal eine silberne Scheibe verdient, doch liegen momentan noch begraben: in der Videogruft.

Ein Bürger setzt sich zur WehrRegie: Enzo G. Castellari
Darsteller: Franco Nero, Romano Puppo, Barbara Bach
I/1974

Carlo Antonelli wird bei einem brutalen Banküberfall als Geisel genommen. Wieder auf freiem Fuß erhofft er sich Hilfe von der Polizei, die sich aber außerstande sieht, etwas zu unternehmen. Carlo versucht fortan auf eigene Faust und mit Hilfe eines Kleinkriminellen die Gangster zu stellen.

Bei einem Titel wie EIN BÜRGER SETZT SICH ZUR WEHR wäre es einfach zu sagen, hier handelt es sich um EIN MANN SIEHT ROT auf Italienisch. Damit würde man der Qualität dieses Filmes aber sicherlich nicht gerecht. Immerhin führt hier Enzo G. Castellari Regie und als Haupdarsteller agiert Franco Nero.

Der Film geht sofort in die Vollen und macht keine Gefangenen. Die kriminelle Unterwelt beraubt, ermordet und entführt die Bürger von Genua. Untermalt wird das Ganze durch einen düsteren und sehr einprägsamen Soundtrack von Guido & Maurizio de Angelis, dessen Song GOODBYE MY FRIEND auch am Anfang von FASTER Verwendung findet.

Ein Bürger setzt sich zur WehrCastellari hat hier einen Film geschaffen, der einerseits eine typische Rachegeschichte erzählt, andererseits aber auch von seinem üblichen Muster, einen eiskalten und knallharten Typen die Rolle des Racheengels zu geben, abweicht. In dieser Rolle agiert Nero den ganzen Film hindurch souverän und eindringlich. Wird er nach dem Banküberfall als Geisel genommen und von den Banditen übel zugerichtet, steht ihm die Angst und Verzweifelung bei der Rettung förmlich ins Gesicht geschrieben. Seine Worte untermalen das Ganze noch: „Warum tut denn keiner was?“ Das anschließende Verhör bei der Polizei Ein Bürger setzt sich zur Wehrmit dem Kommissar gibt dann die Richtung des Filmes vor: „Das waren Profis. Amateure wären niemals so kaltblütig“ – „Sie sind auch einer von den Besserwissern, die uns noch was beibringen wollen“ – “Nein, ich will nur, dass ihr die Verbrecher erwischt“ – „Verbrecher sind rücksichtslos; es war unklug von ihnen, dass Sie sich gewehrt haben“ – „Gewehrt! Ich hab mich doch nicht gewehrt. Ich habe nur versucht, mein schwer verdientes Geld zu retten.“

Besser ein lebendiger Feigling, als ein toter Held. Doch Carlo gibt nicht auf: „Wenn man sich nicht selbst hilft, geschieht Ein Bürger setzt sich zur Wehrnichts!“ Er macht sich im beharrlichen Alleingang selbst auf die Suche nach den Ganoven. Dazu bedient er sich der Hilfe des Kleinganovens Tommy, den er zunächst erpresst, der zunehmend aber auch ein treuer, ja fast loyaler Freund wird. Doch erneut wird Carlo von der Polizei enttäuscht, als er den Gangstern eine Falle stellt. „Entweder ihr seid unfähig oder ihr steckt mit den Gangstern unter einer Decke“.

Die Figur des Carlo ist ein hilfloser, eher ängstlicher Charakter. Nero versteht es hervorragend, dies auch so rüberzubringen. Euphorisch, wenn er seinem Ziel ein Stück Ein Bürger setzt sich zur Wehrnäher kommt, aber dann wieder ängstlich und verstört, ja fast panisch, wenn er direkt mit der Gewalt konfrontiert wird.

Castellari inszeniert die Szenen, wie man es von ihm kennt. Rohe Gewalt in Zeitlupe. Schnelle Schnitte und Untermalung der Szenerie mit Varianten des Titelsongs. Doch die Person des Carlo wird nie von Haß oder Rache geleitet. Vielmehr besitzt er einen naiven Glauben an ein funktionierendes Rechtssystem. Seine eigene Gewaltätigkeit ist eine Art Selbstbefreiung. Carlo ist das Resultat einer verrohten Gesellschaft, in der er lange genug selbst das Opfer war.

EIN BÜRGER SETZT SICH ZUR WEHR ist grandioses italienisches Gangsterkino der siebziger Jahre. Der Haken dabei ist, dass das deutsche Videotape um ca. 20 Minuten gekürzt wurde und bereits nach 82 Minuten endet. Es wurden nicht nur Gewaltschnitte vorgenommen, sondern auch Handlungsschnitte, die für die Handlung nicht gerade unwichtig sind. Abhilfe schafft hier in gewisser Weise die US-DVD (namens STREET LAW), wobei aber da natürlich die deutsche Synchro fehlt…und die englischen Dialoge oberplatter Pornomurks sind.



Der Trailer:

Und die Eröffnungssequenz mit dem GOODBYE MY FRIEND Song:

Eine Antwort zu “N’Guten aus der Videogruft: Ein Bürger setzt sich zur Wehr”

  1. Mathias sagt:

    Toller Bericht. Werde mir den Film sofort bestellen!

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Autor:
Michael Raab



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