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Mother’s Day: Kritik (Fantasy Filmfest Nights)

Mother's DayRegie: Darren Lynn Bouseman
Darsteller: Deborah Ann Woll, Shawn Ashmore, Rebecca De Mornay
USA/2010; Start: 9.6.2011 (DVD & BD)

Neuverfilmungen bekannter Stoffe, die zu ihrer Zeit einst Polarisierung und Ablehnung erzeugt haben, sieht man mit einer gewissen Skepsis entgegen. Eine Rolle dabei spielt die Frage, ob und weshalb ein Remake überhaupt notwendig und damit existenzberechtigt ist, und wie eine Geschichte, die vor vielleicht drei Jahrzehnten noch das Publikum zu fesseln vermochte, heute in neuem Putz und Anstrich daherkommen würde. Die Enttäuschung, die aus nicht erfüllten Erwartungen resultiert, ist dabei oft die gleiche: Ganze Sequenzen aus dem Original, die zu dessen Entstehungszeit das Genre um einen kleinen Schritt nach vorne gebracht haben, werden zitiert oder plagiiert; den Rest seiner Laufzeit hält der Film dem mehr und mehr frustrierten Zuschauer allenfalls solides Handwerk unter die Nase, dem es aber an allen Enden an Originalität fehlt. Klar, alles schon mal dagewesen. Die Wiederauflage von Charles Kaufmanns MUTTERTAG aus dem Jahre 1980 ist ein Beispiel dafür, dass Remakes gar nicht nur überflüssig sein müssen – es geht sogar noch ärgerlicher.

Mother's DayDer 1980 von TROMA herausgebrachte MUTTERTAG persiflierte das kurzlebige Rape-and-Revenge Genre, indem er eine allzu vordergründige und leicht absehbare Handlung mit einigen recht widerwärtigen Gewaltszenen garnierte, die ihm seinerzeit den Status eines Instant-Klassikers einbrachten. Gleichzeitig steht er synonym für einen Höhepunkt der Backwood-Slasherfilme, in denen stupide Hinterwäldler allerlei Küchengeräte und Forstwerkzeuge zum kreativen Foltern und Morden zweckentfremden. Seine Beschlagnahmung Mitte der achtziger Jahre markierte, zusammen mit anderen schmierigen Splatterfilmen der selben Ära, einen gravierenden Wendepunkt bei der Vermarktung von Kino- und Videofilmen in Deutschland. Es wäre so einfach gewesen, den Film nicht ernst und ihn stattdessen als das wahrzunehmen, was er ist: eine schwarze Komödie, so hirnlos wie bluttriefend, aber von einem unverwechselbaren Charme gezeichnet, dem ich persönlich wohlwollend und aus dem Herzen gesprochen das Prädikat „besonders amerikanisch“ verleihen möchte. Die bundesdeutschen Jugendschutzbehörden sahen das freilich anders.

Mother's DayWas Regisseur Darren Lynn Bouseman (SAW II – IV, geb. 1979) geritten haben muss, einen Film „based on Charles Kaufmann’s Mother’s Day“ zu drehen, der mit dem Original nur noch die Zeichenanordnung seines Titels gemeinsam hat, bleibt wohl sein Geheimnis. Es ist, als wollte man die SCHWARZWALDKLINIK neu verfilmen, nur halt ohne Schwarzwald und erst recht ohne Klinik. Zwei frauenhassende, maskierte Irre, die mit ihrer debilen Mutter ein Waldhaus bewohnen und von dort aus Jagd auf Menschen machen; drei Großstadtgören, denen ein Wochenendcamping im Unterholz zum tödlichen Verhängnis wird, das ist alles Vergangenheit. Hier, im misslungenen Remake, holen sich gleich vier erwachsene Nachkommen einer professionellen und kalkulierenden Gewohnheitsverbrecherin ihr urbanes Elternhaus zurück und drangsalieren die neuen Eigentümer und deren Partygäste. Motiv? Geld. Methode? Gewalt. Sex? Fehlanzeige. Spätestens 20 Minuten vor Schluß ist man dermaßen gelangweilt vom gegenseitigen Hauen und Stechen, dass man im Kino am liebsten vorspulen möchte, um zu sehen, ob noch irgendetwas eintritt, was bei Laune halten könnte.

Liebe Videofreunde, bevor Sie sich das Videoprogramm Ihrer Wahl anschauen, bitten wir kurz um Ihre Aufmerksamkeit. Aus dem Stegreif könnte ich nämlich ein halbes Dutzend italienischer Produktionen aus den goldenen Siebzigern aufzählen, die ein ähnliches Thema sehr viel frischer, unverblümter und mit authentischer Naivität umschmeicheln. MOTHER’S DAY 2010 dagegen hat nichts zu bieten, was nicht bereits vor MOTHER’S DAY 1980 gezeigt wurde.



Die offizielle Webseite

2 Antworten zu “Mother’s Day: Kritik (Fantasy Filmfest Nights)”

  1. Bartel sagt:

    und das „ach so tolle“ Spiel der De Mornay wirkt durchgehend deplatziert und dermaßen überspielt das das ganze schon Persiflage genannt werden kann…

  2. Jens sagt:

    öder gehts nimmer… :(

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Autor:
Florian Resch



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