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Louie – Season One: DVD-Kritik

LouieRegie: Louis C.K.
Darsteller: Louis C.K., Hadley Delany, Nick DiPaolo
USA/2010; Start: 21.6.2011 (USA)

Louie, geschiedener zweifacher Familienvater und Stand-Up-Komiker in New York, schlägt sich in 13 Episoden durch den ganz normalen Großstadtwahnsinn und seziert nebenbei so schonungslos wie brillant soziale Neurosen.

Wie alle wirklich guten Komiker weiß Louis C.K. (mit gebürtigem Namen Szekely), dass wahrhaft substantieller Humor, der über bloßes Witze Rezitieren hinausgeht, nicht nur wehtun darf sondern muss. In der glorreichen Tradition von Lenny Bruce und Bill Hicks legt C.K. voller Welt- und Selbstekel immer wieder seinen Finger in die schwärenden Wunden dieser Gesellschaft, stellt pointiert die Absurdität unserer alltäglichen sozialen Konditionierungen bloß und rechnet schonungslos erst mit sich selbst und dann dem Rest der Welt ab.

Mit einem kleinen Team guerilla-style auf den Straßen New Yorks gedreht (man achte auf den kurz im Vordergrund zu sehenden ausgestreckten Mittelfinger, den ein Passant während des Vorspanns der Kamera entgegenreckt) und von C.K., der auch selbst Regie führt, geschrieben und an seinem MacBook geschnitten, lässt LOUIE Szekely erstmals abseits einer Bühne absolute Freiheit. Von allen Sendern, die an dem Konzept interessiert waren, konnte FX (THE SHIELD, NIP/TUCK) C.K. zwar nur ein kleines Honorar und Budget, dafür aber die volle kreative Kontrolle bieten und brachte so ein Format auf den Weg, das vor subversiver sozialer Satire förmlich überzusprühen scheint und nicht zuletzt in seiner formalen Originalität nur revolutionär zu nennen ist.

LouieLOUIE ignoriert tradierte Erzählmuster komplett und präsentiert stattdessen pro Folge eine oder zwei autobiographisch inspirierte, anekdotische Episoden, die von kurzen Performances C.K.s in einem kleinen New Yorker Club eingeleitet, abgeschlossen und unterbrochen werden; manchmal stehen die Performances für sich, manchmal entwickelt sich die Handlung erst aus ihnen. Anstatt sich von der zwanzigminütigen Form den Inhalt diktieren zu lassen und seine Geschichten unnötig über das Wesentliche hinaus aufzublähen, fügt Szekely den Episoden bei Bedarf kurzerhand Fußnoten in Form weiterer Auftritte hinzu – ein roter Faden ist dabei zwar durchaus vorhanden, allerdings eher thematischer als inhaltlicher Natur.

Unterstützung bekommt C.K. von diversen Komikerfreunden und Gaststars wie Ricky Gervais als Louies altem Bekannten „Dr. Ben“, der sich daran erheitert, seine Patienten gern mit Spontandiagnosen à la „Ich weiß, was mit dir nicht stimmt: AIDS!“ zu foppen, Matthew Broderick, der sich selbst spielt, und dem fantastischen Tom Noonan, ebenfalls als Doktor, der in einer Rückblende dem jungen Louie und seinen Freunden -nachdem sie sich an ihrer katholischen Schule über die Leiden unseres Heilands lustig gemacht haben- die Geißelung und Kreuzigung Jesu noch mal ausführlich auseinandersetzt: „von einem ärztlichen Standpunkt aus.“

Louis C.K.Obwohl LOUIE auch mehr als genug von C.K.s derber, aber niemals plumper Komik zu bieten hat, gleitet der Grundton des Öfteren in dunklere und unerwartete Untiefen ab, wenn zum Beispiel die Begegnung mit ein paar Collegestudenten während eines Dates sich zu einer äußerst unangenehm anzusehenden Konfrontation zwischen Louie und einem jungen Schläger mit verschorften Knöcheln entwickelt, der ihn mit sadistischem Genuss vor seiner Verabredung demütigt. Als Louie ihm daraufhin bis in sein vorstädtisches Zuhause folgt, um ihn vor seinen Eltern zur Rede zu stellen, kommt es erst zu einem kurzen Streit und dann einem wunderbar anti-klimaktischen Gespräch zwischen Louie und dem Vater des Jungen, bei dem sich die beiden, in der Dämmerung auf dem Bordstein sitzend und Zigaretten rauchend, über die Beschwerlichkeiten des Elternseins unterhalten. Ein leiser, weiser und großer Moment, dessen durchaus vorhandene Komik nicht aus Pointen im klassischen Sinne, sondern lediglich aus der abgeklärten Lakonie, mit der die beiden müden Männer ihr Gespräch führen und sich einander annähern, entsteht.

LOUIE vereint existentialistischen Humor mit einer exakten Beobachtungsgabe und fühlt sich nicht zuletzt aufgrund C.K.s bewusster Verwischung der Grenzen zwischen Autobiographischem und Fiktionalem dermaßen echt an, dass man zeitweise beinahe geneigt ist, sich der Illusion hinzugeben, tatsächlich eine Reality-Show über Szekelys Leben zu sehen. Bloß dass LOUIE im Unterschied zu Reality-Shows unglaublich witzig, ehrlich, scharfsinnig und herzlich ist. Manchmal ist Fiktion halt doch die bessere Realität.

Die DVD: (Bestellen bei Amazon.com)
Kein Mensch erwartet hier bestechende Bild- und Tonqualität…und bekommt sie auch nicht. Als Extras treten Audiokommentare, deleted scenes und neue Stand-Up Auftritte an.



Louis C.K. – die offizielle Webseite

2 Antworten zu “Louie – Season One: DVD-Kritik”

  1. Jan sagt:

    Vielen Dank für die Blumen, aber da sich einige meiner exzellenten Kollegen hier lediglich noch rarer machen als ich definitiv zuviel der Ehre!

  2. Christian sagt:

    Eine sehr gute Kritik zu einer sehr guten Serie. Wundere mich, warum du nicht mehr hier schreibst. „den roten Faden“ hälst du auf jeden Fall in der Hand.

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Autor:
Jan Zeleny
Kinematopath



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