best business loans SBA Loans Small Business Loans Short Term Loads Big Lines of Creditbusiness loans Long Term Loans Working Capital Equipment Financing Merchant Cash Advances

Bye, bye Dschungelcamp!

Für die einen ist es niederträchtiges Trash-Fernsehen, für die anderen Primetime-Dramatik de luxe: Das Dschungelcamp auf RTL. Was die letzten zwei Wochen täglich um 22:15h serviert wurde, war auf jeden Fall ein astreine Quotenbombe, die zu Spitzenzeiten (=dem Finale) fast 10 Millionen Zuschauer angelockt hat. Peer Kusmagk hat gewonnen, und anders als bei vielen anderen Formaten mit einer solchen Breitenwirkung wollen es diesmal sogar alle gesehen haben. Das Dschungelcamp polarisiert bis hinauf in die Spitzen des deutschen Feuilletons.
Eigentlich gibt es ja kaum etwas, was noch nicht über die diesjährige Staffel geschrieben wurde, doch trotzdem reizt es mich ungemein, all die süßen Früchte dieses Formats einmal auf einen Nenner zu bringen. Auch ich war natürlich schwach und habe fast täglich eingeschaltet, weil diese grüngestrichene Seifenoper einfach ungemein spannend war. Und blöd. Und lustig. Und teilweise so reißerisch nervtötend, dass man am nächsten Tag einfach darüber sprechen MUSSTE – ganz so wie eine gewisse blonde Natter.

Das Dschungelcamp ist eines der wenigen noch möglichen TV-Ereignisse und trifft einen kollektiven Nerv. Ob man nun selber jeden Abend zuschaut oder sich lieber auf einer Streckbank auspeitschen lassen würde, der Erfolg gibt diesem Format recht und macht es damit automatisch interessant für Dr. Bobs Skalpell. Was bringt das Dschungelcamp zum ticken…und warum muss es denn immer so laut sein?

Die Typen des Dschungel-Containers
Wer in den Dschungel geht, hat bereits einiges erlebt und ist dabei so tief gefallen, dass die meisten zunächst gar nicht mehr wissen, wer das überhaupt ist. Die Kandidaten sind potentielle „comeback kids“, was natürlich epische Tragik, epische Triumphe und tiefe Enthüllungen ermöglicht. Der Dschungel sieht und hört alles, und verkraftet selbst so verpeilte Blondies wie Lisa Bund oder Sarah Knappik, die den tiefen Sturz noch gar nicht erlebt haben, aber trotzdem einfach mal fesch im Dschungeldress abhängen wollen.

Des weiteren: Die Typen im Dschungel sind starke Persönlichkeiten, bzw. drängen durch ihre starken Persönlichkeiten den Rest der Bagage ins heulende Abseits. Der Unterhaltungswert von Mathieu Carrière ist generell einfach enorm, egal ob man die Rampensau nun mag oder nicht, und sorgt deswegen für Stimmung und die Bildung von Gruppen. Zum Wohle von RTL kann man eigentlich nur hoffen, dass die Absprachen im Vorfeld nicht so stark waren, dass hier eine weitere scripted Doku-Soap gezeigt wurde. Das Dschungelcamp lebt von seinen Typen und dem „unverfälschten“ Aufeinanderprallen auf begrenztem Raum.

Offene Meinungen
Im Fernsehen und immer mehr auch im richtigen Leben zählen vor allem Nettigkeiten, Diplomatie und weise Worte, die in Wirklichkeit das genau Gegenteil meinen. Was ist noch echt, was ist noch unverfälscht? Das Dschungelcamp setzt dafür auf ständig laufende Kameras, die dann von findigen RTL-Redakteuren auf all das zusammengeschnitten werden, was einem Blick durchs nachbarliche Schlüsseloch am nächsten kommt. Die liebe Sarah z.B. mag ja gerne dumm wie Stulle sein, aber nur durch die Worte „so, ich sag jetzt einfach mal die Wahrheit“ hat sie sich trotzdem einen formschönen Thron gezimmert.

Offene Worte erzeugen natürlich auch Reaktionen und letztendlich eine Gruppendynamik, die vor Sarahs Auszug so weit getrieben wurde, dass der feuchte Traum jedes Redakteurs tatsächlich Wahrheit wurde: Ein offener, heftiger Streit mit klaren Parteien, viel Geschrei und drastischen Enthüllungen, die wiederum das Gefüge in der Gruppe deutlich beeinflussten. Und selbst wenn so einiges tatsächlich inszeniert oder zumindest am Schneidetisch formschön hingebogen wurde, kann auch daraus wieder neue Reibung entstehen: Was ist hier wirklich „echt“ und was basiert auf heimlich reingereichten Drehbuchseiten?

Das Ziel & die Resonanz
Auch die Zielstellung der Sendung macht die Musik, ganz zu schweigen von der unter anderem durchs Internet geisternden Resonanz. Es soll hier ein Dschungelkönig gekürt werden, es geht um Essen und Prüfungen, und wählen, bzw. abwählen darf man natürlich auch. Auch wenn mal im Camp kollektives Pennen angesagt ist, halten immer noch genügend Elemente das Ding am Laufen. Und selbst an den schnarchigsten Tagen gibt es immer noch ein geballtes Mitteilungsbedürfnis der Zuschauer, das dann an den richtig guten Tagen zu ganz eigenen Ringkämpfen ausarten kann. Die Sendung befruchtet sich quasi selber, egal ob’s gerade stürmt oder mal wieder Nippel-Shots angesagt sind.

Der Ekelfaktor & die Unterschicht
Gibt es etwas Schöneres, als mit einem guten Glas Wein auf dem Sofa zu liegen und armen F-Promis dabei zuzusehen, wie sie Maden fressen? Die Prüfungen sind auch Prüfungen für die Zuschauer, doch ähnlich verbeulten Autounfällen schaut man natürlich trotzdem hin – selbst wenn man der vielgepriesenen Unterschicht genauso weit fern ist wie Jay Khan von einem frischen Karriereschub. Das Dschungelcamp erzeugt Interesse durch alle Gesellschaftsschichten, selbst wenn das Gezeigte nun wirklich keinen Anspruch auf Hochkultur erhebt. Ausspannen de luxe, und hinterm Sofa müssten mal wieder dringend die Bücherregale entstaubt werden.

Die Inszenierung & die Moderation
Auf eines können/müssen sich wohl alle beim Dschungelcamp einigen: Die Art und Weise, wie die täglichen Zusammenfassungen präsentiert werden, ist enorm vielseitig, unterhaltsam und liebevoll. Besonders die phänomenale Musikauswahl lässt keinerlei Wünsche offen, und auch der nachhaltig gehässige Tonfall in Kombination mit herrlich tendenziösen Schlagseiten reißt immer wieder zu albernem Gekicher hin.

Apropos: Absolut unentbehrlich in diesem „Mix“ sind natürlich auch die beiden Moderatoren, Dirk Back und Sonja Zietlow, die mit ihren munter zwischen blöd, gaga und grenzgenial schwankenden Beiträgen immer wieder neuen Pfeffer ausstreuen. Die beiden sind eigentlich völlig unterschiedlich, inklusive den drolligen Anzügen von Mr. Bach, doch gerade deswegen sieht man ihnen wirklich gerne zu. Sie sind so…nicht stromlinienförmig, und selbst Versprecher gehören bei ihnen zum bewährten Programm.

Mensch, was war das wichtig unwichtig. Danke für zwei Wochen Über-Trash mit Goldkrone!


18 Antworten zu “Bye, bye Dschungelcamp!”

  1. Sylvio sagt:

    Schön gesagt. Dafür gibt’s ein fettes rotes Bienchen ins Muttiheft. Jawoll!

  2. Martin Beck sagt:

    Damit deine Poesie in ihrer ursprünglichen rohen Kraft erhalten bleibt.

  3. Sylvio sagt:

    Wieso kann man das Geschriebene eigentlich nicht editieren?

  4. Sylvio sagt:

    Ähm, AMER, hüstel.

  5. Sylvio sagt:

    Die ganze Autogeschichte bezog sich eigentlich nur auf die Räder von DEATH RACE 2 im ARMOR-Frage-und-Antwortspiel. Natürlich (unterstrichen) hat das einen nichts mit dem anderen zu tun, wie man so etwas gutheißen kann, verstehe ich aber trotzdem nicht. Will ich auch nicht – ich geb’s ja zu.

  6. Stefan sagt:

    Hehe, süß!:-) Aber Diskutieren macht bei Dir eh keinen Sinn. Wenn, dann müsstest Du ja Deinen dämlichen Vergleich plausibel erklären, und das kannste nicht!:-)

  7. Sylvio sagt:

    Ich glaube, Du starrst auch bei Unfällen.

  8. Stefan sagt:

    Oh Mann, immer diese Moralkeule! Du wirst es nicht glauben, Sylvio, aber man kann Dschungelcamp gucken und trotzdem an Autounfällen vorbeifahren ohne zu starren. Wie passt denn das in Dein Weltbild? Was für ein dämlicher Vergleich! Und wenn man schon so ansetzt: Es gibt im Fernsehen weißgott schlimmere Formate. Denke ansonsten, Rajko und Co. haben an anderer Stelle alles zum Thema gesagt, was es zu sagen gibt. Schön war’s auf jeden Fall!:-)

  9. Sylvio sagt:

    Ist mir schon klar, daß auch ganz viele ganz furchtbar schlaue Menschen diesen Driss schauen. Das macht’s aber nicht besser. Ich fahre weiter auf der Autobahn und starre nicht, was die anderen machen (hoffentlich nach mir) ist ihr Problem. Nur schade für die, die wegen der Starrerei ihr schönes Auto in einem Auffahrunfall kaputt fahren.

    Aber wie auch immer, wenn das Deine Idee von „Spaß“ ist, schauen wir besser niemals eine Komödie zusammen.

  10. Martin Beck sagt:

    Jetzt Moment mal, das Eis wird merklich dünner: Die Leute, die „Dschungelcamp“ schauen, sind also *schlimm*? Also ist das nicht nur ein schlimmes Format, sondern kategorisiert auch gleich noch die Zuschauer dazu? Und die Guten, deren moralische Linie so einen niederträchtigen Schund nicht zulässt, trinken dann Fencheltee bei Nachrichten und Serien?

    Wie auch im Text geschrieben: Das „Dschungelcamp“ ist meilenweit vom Unterschichtenfernsehen entfernt. Weißt du, auch dein studierter Freund, der mit dir im Takt zusammen den Kopf schüttelt, könnte einer von ihnen sein – einer von den ACHT Millionen, die täglich -selbst nach Nerv-Natters Auszug- diesem Format ihre ganze Trash-Liebe geschenkt haben.

    Das „Dschungelcamp“ ist nämlich nicht wichtig. Es macht einfach nur unfassbar viel Spaß – was man vom großen Rest des deutschen Fernsehprogramms eigentlich nicht behaupten kann.

  11. Sylvio sagt:

    Und ich will einfach nur einen Gegensatz aufzeigen, einen, der tatsächlich existiert, zu Leuten, die freiwillig schauen, oder eben in eine „Fernbedienungsstarre“ verfallen. Das sind nämlich alles dieselben. Die zweiteren wohl noch schlimmer, denn die geben’s nicht mal zu, zu schauen. Mit Begeisterung zu schauen.
    Ich höre den Bauer grölen. Nach seiner gecasteten Bauerfrau. Igitt.

  12. Martin Beck sagt:

    Ja aber… Ach ne, ich biege schon in eine Kreisbewegung. Der Text macht’s ja eigentlich klar, was der Reiz dieser Sendung ist – und zwar völlig unabhängig davon, ob man das Gebräu jetzt schluckt oder einfach nur angeekelt in Fernbedienungsstarre verfällt.

  13. Sylvio sagt:

    Das Schlimmste ist ja aber, daß man trotz Verweigerung der Menschenmißachtung (Achtung, überspitzt) trotzdem zugeschüttet wird, mit dem Mist. Das geht schon beim Öffnen der E-Mail-Seite auf. Wer glotzt da? Bach oder einer der debilen Kandidaten.

  14. Sylvio sagt:

    Ähem, aus den zwei Teilen der ersten Staffel und dem Wissen, daß sich am Format nichts geändert haben wird. Gut, Bach wird noch fetter geworden sein.

  15. Martin Beck sagt:

    Wenn du die Sendung nicht gesehen hast, woher genau kommt dann dein Urteil?

  16. Sylvio sagt:

    Dieses Format ist eine einzige Katastrophe und jeder mit einem Rest Anstand im Leib sollte eben nicht einschalten, genauso wenig wie man bei Autounfällen starren sollte und Auffahrunfälle provozieren. Und ja, es gibt tatsächlich Menschen, die nicht glotzen.

  17. Martin Beck sagt:

    Och nö, sooo schlimm gewesen?

  18. Olli sagt:

    Ciao Ciao, Goodbye, Auf Wiedersehen. Die Zeit, mit Dir, war nicht so schön.

Hinterlasse eine Antwort

Autor:
Martin Beck
Good morning, my little chicks and cocks!


Neueste Kommentare:
"Heul doch. Und: Danke, ist ausgebessert...."
Bei: Noch eine Liste - die besten Filme 2013
""erste Mal in der Filmgeschichte, das ei..."
Bei: Noch eine Liste - die besten Filme 2013
"Der erste war definitiv der coolere… der..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser
"Dem kann ich nur eines hinzufügen: Das s..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser
"Der erste Teil war jetzt nich so der Ham..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser