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Horns – Kinokritik

horns-poster-720x1066R: Alexandre Aja
D: Daniel Radcliffe, Juno Temple, Max Minghella, Joe Anderson
USA,CDN/2013

Als seine Freundin bei einem Autounfall stirbt, wachsen Ig (Daniel Radcliffe) Hörner.

„Harry Potter“ Daniel Radcliffe wachsen über Nacht Hörner und er spricht wieder mit Schlangen. Womit er zum Teufelskerlchen, aber leider nicht zum heißen HELLBOY mutiert, sondern die Trauertrompete bläst und in seiner Kleinstadt als Paria von allen verteufelt wird. Auch wenn er sich in DIE FRAU IN SCHWARZ besser zu präsentieren wusste: Radcliffes Iggy ist so ziemlich der einzige Charakter, der einem nicht egal ist in Horror-Impresario Alexandre Ajas amerikanisch-kanadischer Adaption des Dark-Fantasy-Romans TEUFELSZEUG von Joe Hill (der Sohn von Stephen King). Ig, der neben der Leiche seiner Freundin Merrin (der sonst so bezaubernden Juno Temple fehlt der Pfiff) aufwacht, hat eine Murder Mystery zu lösen und die ganze Stadt gegen sich.

Mit seinen Hörnern weckt er bei anderen blasphemische Gedanken, wodurch die Menschen das aussprechen und tun, was sie wirklich denken – verdorben und lasterhaft. Daraus schlägt die unausgegorene, übernatürliche schwarze Komödie aber kaum diabolisches Kapital, etwa wenn Ig Reporter zu einer Schlägerei anzettelt. Bei aller destruktiven Energie, die sich ohne soziale Rücksichtnahme Bahn bricht, hapert es an Punch und Pointen (außer einigen billigen), obschon in dem verschlafenen Nest SIN CITY geistig um die Ecke liegt. In wenig inspirierter Fruchtlosigkeit läuft die Dramatik meist ins Leere und irgendwie fehlt diesem Iggy die Fallhöhe, auch weil die in Rückblenden aufgerollte, von Missverständnissen sabotierte Jugendromanze mit Merrin keine Gefühle weckt, wie im in jeder Hinsicht besseren ODD THOMAS.

Im verfehlten Finale greift Aja dann wieder zu den Grobreizen, mit denen der Gründer von Galliens Gore-Generation seinen Ruf erlangte. Nach Störfällen wie PIRANHA 3D erwirkt er als Produzent inzwischen Interessanteres, zum Beispiel das MANIAC-Remake. Auch andere Mittäter des „New French Extremism“ wie das Duo Bustillo/Maury (INSIDE) schlingern orientierungslos herum mit AMONG THE LIVING, oder FRONTIER(S)-Regisseur Xavier Gens mit THE DIVIDE. Nur Pascal Laugier (MARTYRS) hat sich im Horrorthriller THE TALL MAN zumindest vom Blutbildnerischen gelöst, sucht aber ebenfalls nach seiner Frühform.

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Ursprünglich erschien dieser Text bei KOMM UND SIEH

2 Antworten zu “Horns – Kinokritik”

  1. Bartel sagt:

    AMONG THE LIVING war wirklich mal ein ganz grandios tiefer Griff in die sanitären Anlagen. Sehr schlimm.
    Die Prämise von HORNS fand ich zwar durchaus interessant aber wie du schon sagtest…dem Kerlchen hat dann doch auf ganzer Strecke der Biss gefehlt. Lief eher so mit Zahnprothesen herum. Potter me better!

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Autor:
Jochen Plinganz



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