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Hobo With A Shotgun: Kritik

Hobo with a shotgunRegie: Jason Eisener
Darsteller: Rutger Hauer, Molly Dunsworth, Brian Downey
CA,USA/2011

Ein Penner sieht rot. Und räumt auf in einer Stadt, die unter der Schreckensherrschaft des Superpsychopathen „The Drake“, seiner beiden nicht weniger psychopathischen Söhne Slick und Ivan und einer hoffnungslos korrupten Exekutive leidet. Mit einer Schrotflinte.

Was 2007 als für 150 Dollar zusammengezimmerter Fake-Trailer begann, mit dem der damals 24-jährige Jason Eisener einen von Robert Rodriguez ausgerufenen GRINDHOUSE-Wettbewerb gewann, ist zu einer der Überraschungen des Jahres geworden. Eiseners HOBO WITH A SHOTGUN ist nicht nur eine mit jeder Menge Liebe, Blut und einem Blick fürs Detail nachempfundene Hommage an das irrwitzige Schmuddelkino der Siebziger und Achtziger, sondern auch ein großartiges Comeback für seinen Star Rutger Hauer, dessen Charisma den Film trägt.

Der namenlose Vagabund, dem Hauer sein wunderbar verwittertes Gesicht verleiht, ist eigentlich nur müde und träumt von einem besseren Leben, das er sich mit Rasenmähen finanzieren möchte. Doch wie soll man seine Träume verwirklichen, wenn die Straßen von drogensüchtigen Punkern, pädophilen Weihnachtsmännern und einem gewaltlüsternen Irren namens „The Drake“ (chargiert mit sichtlicher Freude: Brian Downey) beherrscht werden? Es kommt, wie es kommen muss: Eines Tages hat der Hobo den Kanal voll, greift statt zum Rasenmäher zur Shotgun und macht sich daran, den Abschaum im eigenen Blut von der Straße zu spülen – was erst den Anfang einer vollkommen durchgedrehten Gewaltspirale darstellt, die in einem viehisch brutalen Showdown gipfelt, bei dem niemand verschont bleibt.

Hobo with a shotgun

HOBO WITH A SHOTGUN ist allerdings nicht nur inhaltlich genauso kompromisslos wie die räudigsten Siebziger-Knaller, sondern ahmt auch deren Form abseits von schalen Gimmicks wie digital fingiertem Filmverschleiß und „fehlenden“ Filmrollen in jeder Einstellung perfekt nach. Angefangen mit einem stilechten Vorspann, schwelgt der in übersättigtem Technicolor gedrehte Film in grellen Farben und kontrastreich ausgeleuchteten, authentisch versifften Schauplätzen; auf der Tonspur sind ausschließlich Themen und Songs aus Genreklassikern wie DER GREIFER, PHENOMENA oder HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT versammelt, die jedoch stets den Ton der jeweiligen Szene treffend akzentuieren und nie zur affektierten Collage verkommen.

Hobo with a shotgun

Die größte Überraschung aber ist, dass sich unter dem Riesenhaufen aus Eingeweiden und Kadavern tatsächlich ein Herz verbirgt. Zwischen all den betont rüden One-Linern und einigen wunderbar schlecht getimeten „Gags“ finden sich immer wieder Szenen, die einen dringend nötigen Kontrast zur asozialen Grundstimmung des Films bilden und den Hobo frei von jeder pseudo-postmodernen Ironie mit geradezu naiver Aufrichtigkeit als echten Charakter etablieren. Dabei ist es vor allem Hauers grandioser Leistung zu verdanken, dass selbst ein an sich vollkommen absurder Moment wie sein finaler Monolog an eine zunehmend verängstigte Säuglingsstation noch Würde besitzt und HOBO WITH A SHOTGUN zu keinem Zeitpunkt in augenzwinkerndes Kasperletheater abgleitet. Selbst in einen metallenen Sarg mit 5 mal 15 cm großem Guckloch eingesperrt transportiert der Mann noch mehr abgeklärte Coolness als die letzten zehn Seagal-Vehikel zusammen.

Hobo with a shotgun

Wem also PLANET TERROR zu hysterisch, DEATH PROOF zu geschwätzig und MACHETE schlicht zu lustlos war, dem sei dringend HOBO WITH A SHOTGUN empfohlen, der dem Geist des rohen „Grindhouse“-Kinos nicht nur unbeholfen zu huldigen versucht, sondern ihn formvollendet in seiner ganzen ranzigen Glorie wieder auferstehen lässt.



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3 Antworten zu “Hobo With A Shotgun: Kritik”

  1. Sylvio sagt:

    In der Tat. Aber der Tromaeffekt wurde ja schon im Trailer mehr als deutlich. Ich war also darauf vorbereitet. Aber ganz ehrlich, HOBO hätte auch ohne diese Matschereien wunderbar funktioniert. Normalerweise ermüden mich diese übertriebenen Bluteffekte immer, hier ging’s aber ganz gut. Hauer war so super, gleich der Anfang wie er in dem Zug sitzt mit der tollen Musik, dem farbintensiven Bild, einfach herrlich. Doch doch, der macht Spaß.

  2. Bartel sagt:

    Hat stellenweise zwar arg an Tromaville erinnert, aber was soll´s! Exploitationexplosions in the sky!

  3. Sylvio sagt:

    Hat mir sehr gut gefallen. Die Liebe zum Detail und zu der „guten alten Zeit“ wird in ganz vielen Einstellungen mehr als deutlich. Dolles Ding!

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Autor:
Jan Zeleny
Kinematopath



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