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Guilty of Romance: Kritik

Regie: Sion Sono
Darsteller: Megumi Kagurazaka, Kanji Tsuda, Makoto Togashi u.a.
Japan 2011

Breillat, Bunuel, de Sade, Kafka, Bava und Bataille kochen einen Film.

Sion Sono ist außer Rand und Band. So scheint es jedenfalls. Denn kurz nach COLD FISH kommt Japans seit Jahren spannendster Regisseur schon mit seinem nächsten Meisterstück um die Ecke gerannt: GUILTY OF ROMANCE, ein wildes, wirres, wahnhaftes, erotisches, multiples Stück Film, das in einer Reihe mit Sonos Meisterwerken STRANGE CIRCUS und LOVE EXPOSURE steht, gleichzeitig aber auch seine mit Abstand europäischste Arbeit geworden ist.

Stell Dir vor, Luis Bunuel, Mario Bava und Catherine Breillat beschließen gemeinsam einen Film zu drehen, zu dem sie sich durch den japanischen Pinku Eiga und 70s Rape-Revenge-Filme haben inspirieren lassen. Die Bilder haben sie schon im Kopf, die Farben, die nackte Haut, die schwitzenden Körper, das rote Rachemotiv, verwinkelten Gänge, die Schaufensterpuppen, die auf tote Körper geschraubt werden, den Dauerregen und diese blubbernden („bunt müssen sie sein“, wirft Bava ein) Blasen schmelzenden Zelluloids, die irgendwann platzten, alles vollsudeln, während sie scharfkantig aufreißen.

Aber die Story ist noch zu deskriptiv, zu linear, sie ist gesprochen, nicht gefühlt. Also trommeln die drei Regisseure drei Autoren zusammen: Franz Kafka, den Marquis de Sade und Georges Bataille, mit dem sich vor allem Bunuel ganz köstlich amüsiert. Kurz hatte man auch über D.H. Lawrence nachgedacht, des Themas wegen, aber dann hatte man ihn doch recht schnell verworfen.

Ein Wochenende am Rande der Jigoku-Stadt Beppu: erst schauen die glorreichen Sechs zusammen Gaspar Noes ENTER THE VOID, dann setzen sie sich gemeinsam in ein japanisches Onsen-Bad, lassen alles von sich abfallen, schwitzen die Gedanken aus den Körpern, frieren diese in einer großen Gefriertruhe gemeinsam mit Leichenteilen ein, pressen das Ergebnis zwischen zwei Sargdeckeln zu langen Streifen und jagen sie schließlich durch einen von Nervensträngen angetriebenen Filmprojektor.

So oder so ähnlich ist GUILTY OF ROMANCE vermutlich entstanden: im Kopf und in den Träumen von Sion Sono. Dieses brodelnde Etwas, das die Geschichte der sexuellen Befreiung der Hausfrau Izumi erzählt, das in der groben Handlung stark an ROMANCE von Catherine Breillat oder BELLE DE JOUR von Luis Bunuel erinnert, das seinen Ausgang zwar in der japanischen Gesellschaft, seine Ideen aber aus der europäischen Avantgarde mehrerer Jahrhunderte zieht.

GUILTY OF ROMANCE ist ein Film, der sich auf vieles bezieht und doch komplett für sich alleine steht. Der extreme Momente der reinen Emotion zu erzeugen vermag und der sicherlich nur noch einen Hauch davon entfernt ist, ein perfektes, ein absolut perfektes Erlebnis zu sein. Wenn Sion Sono in dieser Geschwindigkeit weiterhin Großes auf die Leinwand zu werfen vermag, will ich mir seinen nächsten Film gar nicht ausmalen. Er wird vermutlich nur noch in den pulsierenden Adern oder irgendwo im Unterbewusstsein des Rezipienten spielen.




2 Antworten zu “Guilty of Romance: Kritik”

  1. So schnell war das gar nicht, Bartel. Gesehen beim Filmfest München – seither sind ja schon ein paar Wochen vergangen ;-)

  2. Bartel sagt:

    Ihr seit ja echt von der schnellen Truppe! Wo gesehen???

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Autor:
Björn Eichstädt



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