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Four Lions: Kritik

Four lionsRegie: Christopher Morris
Darsteller: Riz Ahmed, Kayvan Novak, Nigel Lindsay
GB/2010; Start: 28.4.2011

Eine Handvoll pakistanischer Jihadisten (und ein schottischer Konvertit) schicken sich an, den Zorn des Propheten nach London zu tragen und zu Märtyrern zu werden. Zu dumm nur, dass sie beim schlimmsten Willen zu dumm sind.

Christopher Morris flirtet nicht mit kontroversen Stoffen, er zerrt sie an den Haaren auf die Straße, pisst ihnen ins Gesicht und klingelt dann die Nachbarn wach. Schon während seiner Zeit beim britischen Radio, lange bevor er mit seiner TV-Show BRASS EYE, einer beißenden Satire auf pseudo-investigatives Boulevardfernsehen, einem breiteren Publikum bekannt werden sollte, erarbeitete er sich redlich einen Ruf als notorischer Medienterrorist. So heißt es, Morris hätte unmittelbar vor der Live-Berichterstattung über ein Zugunglück einen Redaktionsraum mit Helium gefüllt; ein anderes Mal drehte er dem berüchtigten Schmutzblatt THE SUN für 1500 Pfund ein gefälschtes Band an, auf dem angeblich der Vorsitzende der Labour-Partei zu hören sei, wie er betrunken in einem Restaurant wüte. In Anbetracht dieser Anekdoten überrascht es kaum, dass er ausgerechnet islamistischen Terrorismus zum Thema seiner so brüllkomischen wie bitterbösen Farce FOUR LIONS erkoren hat.

Four lionsOmar ist ein bestens integrierter Schläfer, der mit Frau und Kind in London lebt und zusammen mit seinen beschränkten Kumpels Waj, Faisal und dem ultrafanatischen schottischen Konvertiten Barry alias „Azam al Brittani“ einen Selbstmordanschlag plant. Über das Ziel besteht allerdings alles andere als Einigkeit: Faisal will eine Drogerie attackieren, weil dort Kondome verkauft werden, die „einen anstiften, Sex mit weißen Frauen zu haben“, Barry plädiert dafür, eine Moschee zu sprengen, um die Masse der gemäßigten Muslime zu radikalisieren, und Waj würde am liebsten das Internet in die Luft jagen. Trotz andauernder Unstimmigkeiten machen sie sich mit Feuereifer ans Bombenbasteln und wählen schließlich einen Marathonlauf als Ziel.

FOUR LIONS ist ein Ausnahmefilm, wie man ihn nur einmal alle zehn Jahre zu Gesicht bekommt. Einer der größten Verdienste von Morris’ Spielfilmdebüt ist wohl, dass er trotz eines humoristischen Sperrfeuers, das von inspiriertem Blödsinn bis zu treffsicherer politischer Satire die volle Breite abdeckt, seine Protagonisten dennoch zutiefst menschlich zeichnet statt sie zu bärtigen Hampelmännern zu degradieren. Omar und seine schräge Truppe sind weniger irre Fanatiker am Rande der Gesellschaft als vielmehr schlichtweg verwirrte und im Grunde bemitleidenswerte Idioten wie jeder andere. Als sich die Ereignisse zuspitzen und schließlich die bis dahin gesichtslose Staatsmacht ins Spiel kommt, entpuppen sich die Polizisten als mindestens ebenso beschränkt und zudem noch gemeingefährlich: Im Eifer des Gefechts wird mehr als ein unbeteiligter Zivilist präventiv niedergeschossen.

Four lionsTrotz aller Albernheiten bleibt FOUR LIONS stets in der aktuellen weltpolitischen Realität verwurzelt und erzählt seine Geschichte konsequent bis zum bitteren Ende. Morris bildet eine Gesellschaft ab, die die Schwelle zum Wahnsinn schon längst hinter sich gelassen hat und legt dabei vor allem im letzten Teil eine dermaßen virtuose Gratwanderung zwischen Komödie und Drama hin, dass man stellenweise nicht weiß, ob man noch lacht oder schon schreit – ein selten böser Epilog während des Abspanns tut sein Übriges, um den Zuschauer gleichermaßen mit schmerzendem Zwerchfell und Kloß im Hals zu entlassen.

Die deutsche Synchro ist dagegen leider weniger gelungen. Einerseits ist es natürlich sehr zu begrüßen, dass jemand wie der Kabarettist und selbsternannte „Hassprediger“ Serdar Somuncu als eine der Synchronstimmen gewonnen werden konnte, andererseits nützt das herzlich wenig, wenn das Synchronskript den subtilen Humor der Originalfassung -scheinbar für deutsche Verhältnisse nicht „lustisch“ genug- zum Zweck der Zielgruppenmaximierung mit dem Holzhammer zu prolligstem Kreuzberg-Slang à la „du verspasteter Hurensohn“ breithaut. Mal ganz davon abgesehen, dass „Kuffar“ und „Kaffer“ nicht dasselbe meinen…

Unabhängig davon, ob man sich die Synchronisation nun zugunsten eines Kinobesuchs antut oder lieber gleich zur (dankenswerterweise mit englischen Untertiteln ausgestatteten) britischen DVD oder Blu-Ray greift – FOUR LIONS ist nichts weniger als ein Meisterwerk in der Tradition von DR. SELTSAM und BRAZIL und sei hiermit unbedingt empfohlen.



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Autor:
Jan Zeleny
Kinematopath



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