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Berlinale 2011: Der heiße Scheiß vom European Film Market/ Teil 1

European Film Market 2011Es ist kalt. Viel kälter als sonst während dieser Zeit in Berlin. Der Wind pfeift einem um die glühende Zigarette und man wird das Gefühl nicht los, dass es verdammt kalt ist. Doch scheint das nicht nur dem Polarwetter geschuldet zu sein, irgendwie befindet man sich selbst nach einigen Tagen Berlinale auch auf einer emotionalen Kälte, die nicht nur dem frappierenden Schlafentzug oder dem Hangover durch übermäßigen und teils sinnlosem Alkoholkonsum von letzter, vorletzter und vorvorletzter Nacht geschuldet ist. Man steht wahlweise vor dem Cinemaxx, Cinestar, Marriott, Ritz Carlton oder dem MGB European Film Market 2011mit seiner Zigarette, hat erst zweimal dran gezogen und, verursacht durch diesen erbarmungslosen Wind, schon kann man den Glimmstengel Richtung Betonboden befördern. Plötzlich kommt ein Kollege vorbei, man grüßt sich freundlich, versucht sich aber mit dem Satz „ich hab in fünf Minuten ein Meeting, muss gleich los“ ebenso auf Distanz zu halten. Liegt wohl an dieser Kälte. Man betreibt kurz Smalltalk. „Wo warst du grad drin?“ „In XY, war nix, bin rausgegangen“. Und schon hört man diese Worte wieder, die man nach zwei, drei Tagen European Film Market und Berlinale schon unzählige Male ver-
nommen hat: „Bin rausgegangen“.

European Film Market 2011Alle waren enttäuscht, alle waren ernüchtert, teils deprimiert. Sowohl die Journalisten, die sich durch endlos langwierige und langweilige Wettbewerbsfilme und Schnarcher der Nebensektionen quälen mussten, als auch Einkäufer der diversen Companys, die vor allem auf dem Film Market beim Screenen waren. Die Worte „bin rausgegangen“ stehen sinnbildlich für einen absolut schwachen Start in das Filmjahr 2011, welches traditionell die Berlinale eingeläutet hat. Es gab kaum Überraschungen, kaum Highlights, dafür aber umso mehr drittklassigen Durchschnitt und jede Menge Filme, die European Film Market 2011am Ende einfach nicht halten konnten, was sie versprochen hatten. Dass die Berlinale in ihrer Programmauswahl nicht (wie sonst immer) am schlechten Gesamtprogramm schuld war, zeigte sich auf dem European Film Market, der dann üblicherweise wenigstens Highlights am laufenden Band bereithält. Denn auch dort war diesen Markt über gähnende Leere. Es gibt im Moment einfach kaum gute Filme, auch wenn man das kaum glauben mag. Die komplette (Cineasten-)Welt kann somit nur auf Besserung, genauer gesagt auf Cannes hoffen. Trotz allem, hier ein Querschnitt über den neuen, brandheissen Scheiß. Egal ob er es ist oder nicht.

FosterFOSTER
Basierend auf einen Kurzfilm des in Europa kaum in Erscheinung getretenen Regisseurs Jonathan Newman erzählt FOSTER die liebenswürdige Geschichte eines neunmalklugen Kleinkindes, welches sich selbst Adoptiveltern wider-willen sucht. Toll besetzt mit Toni Collette und Ioan Gruffudd, bleibt ein sehr amüsanter und kurzweiliger „Feel Good“-Film für die ganze Familie hängen. Gerne mehr davon.

Life in a dayLIFE IN A DAY
Was sich Oscar-Gewinner Kevin MacDonald und Produzent Ridley Scot bei diesem fragmenthaften, episodenhaften Werk über einen Tag auf der Erde aus verschiedensten Sichtweisen und Kontinenten gedacht haben, bleibt wohl ein Rätsel. Es hat sich VOR dem Dreh sicherlich ganz, ganz aufregend und weltbewegend angehört. Was bleibt ist ein experimentelles Nichts, dem wohl nur HFF-Studenten und deren Professoren etwas abgewinnen können. Bin rausgegangen.

50/50
Wunderkind Jonathan Levine führt Regie und Seth Rogen spielt einen krebskranken Yuppie. 50/50 ist echt gut geworden, aber das war ja klar bei Jonathan Levine, der nach THE WACKNESS nun schon die nächste richtig gute Arbeit vorweisen kann. Noch so ein Teil und der gute Mann wird sich kaum mehr vor Angeboten aus der Traumfabrik retten können. Ich drücke die Daumen, bis sie bluten.

Red StateRED STATE
Kevin Smith kam extra aus New Jersey angereist um dem elitären Publikum einen erheiternden zehnminütigen Monolog darbieten zu können. Er erzählte, dass dies definitiv sein vorletzter Film ist und er mit RED STATE und seinem Abschlussfilm Hollywood einen vor den Latz knallen und in die Geschichte eingehen will. Danach ging es gleich wieder ab in den Flieger Richtung Heimat. Ob sich das gelohnt hat? Das Screening war geheim und nur mit Einladung und nur die wichtigsten, schönsten, reichsten und gutaussehendsten durften RED STATE beiwohnen. Deshalb war ich auch da, ganz klar. RED STATE beginnt die ersten 30 Minuten ohne größere Schnörkel, sehr fast-paced. Da wirkt er so, als hätte sich Rob Zombie entschlossen, einen Torture Porn zu drehen, ohne Kompromisse, aber mit einer Horde christlicher Sickos, die Schwule und wasweissichnichtalles in einer Kirche lynchen. Dann kommt die Polizei samt SWAT-Team, und es entbrennt ein knallharter Häuserkampf zwischen den Rednecks und den –auch nicht ganz so sauberen– Gesetzeshütern. Der Film mutiert plötzlich zu einem extrem brutalen und kompromisslosen Actionfilm, ohne Moral, ohne großartig Überlebende. Dazwischen springt John Goodman als Sheriff umher, man kann ihm ansehen, dass er schon in besseren Stoffen mitgewirkt hat. Dem Film fehlt es an Ideen und an Geld, ganz klar. Es ist zwar schön für Kevin Smith, dass er nach CLERKS nicht zum 35. Mal ein Remake seines eigenen Filmes dreht (über COP OUT wird jetzt einfach mal der Mantel des Schweigens gelegt …), aber wenn das der Big-Bang sein soll, dann wäre ich lieber rausgegangen.

The ShowdownTHE SHOWDOWN
Wow, was für ein Titel! Wow, was für ein Artwork! Kommt da etwa der nächste große Knaller aus Korea auf uns zu? Und keiner hat etwas davon mitbekommen? Leider nein, THE SHOWDOWN verspricht viel, kommt aber über den Gurkenstatus leider kaum hinaus. Die Action hat man aus Südkorea schon unzählige Male besser gesehen, die Darsteller wirken hölzern, die fein säuberlich geputzten Klingen stumpf, die Setdesigns und Kostüme wie von Kik. Leider fehlt es dem Film an Geld, an guten Darstellern und an einem fähigen Regisseur. Bin rausgegangen.

Hobo with a shotgunHOBO WITH A SHOTGUN
Da ist er endlich! Der Film, auf den ich mich am meisten gefreut habe. Und ich wurde nicht enttäuscht! HOBO ist genau der Film, den jeder von uns mal mit 16 drehen wollte, in seinen kühnsten Träumen. Eine ähnliche Dosis an verstreuten Gedärmen, Gehirnen und Gallonen von Kunstblut kann im Moment höchstens nur Yoshihiro Nishimura aufweisen. Das Drehbuch passt auf einen Bierdeckel, und das ist gut so. Rutger Hauer als Rächer der Straße ist perfekt besetzt, und auch ansonsten stimmt einfach alles, um einen genialen Abend zu verbringen. So wie Troma mal war, nur besser, blutiger, witziger, ideenreicher. Der Film ist saudumm, und ich hatte damit den Spaß meines Lebens. So müssen Filme aussehen, dann wird man vielleicht auch mal ein zweiter Robert Rodriguez. Over and out.

Dirty DiariesDIRTY DIARIES
Ich kam ins Kino, als sich gerade ein Liebespärchen, gekleidet in Ganzkörperstrumpfhosen, gegenseitig gefistet hat. Danach kam noch ein Film, bei dem nur Arschlöcher in Nahaufnahmen gefilmt wurden (und das meine ich so wie ich es schreibe!). Dann kam ein Zeichentrick, bei dem gevögelt wurde. Dann bin ich rausgegangen. Das Prinzip ist das gleiche wie bei DESTRICTED seinerzeit: Nimm eine Handvoll Künstler, gib ihnen Geld und sag ihnen, sie sollen in drei Monaten einen Kurzfilm mit Pornoinhalt abliefern. Nur dass bei DESTRICTED so illustre Gäste wie Larry Clark, Gaspar Noé, Marina Abramovic oder Matthew Barney auf dem Regiestuhl Platz nahmen und einige mehr oder weniger interessante Filme ablieferten. DIRTY DIARIES ist genau das gleiche, nur ohne die interessanten Regisseure.

London BoulevardLONDON BOULEVARD
Keira Knightley und Colin Farrell in einem Gangsterthriller. Klingt nach einem Konzept, auf das man sich verlassen kann. Und ja, LONDON BOULEVARD kann man durchaus mal ansehen. Der Aufbau ist etwas langsam, aber dafür kommt der Soundtrack spitze und Colin Farrell ist halt einfach ne coole Sau. Der heimliche Star jedoch ist David Thewlis, der eine so abgefuckte Rolle spielt, dass ich ihm gerne noch zwei Stunden länger zugesehen hätte. Der Film hätte gut und gerne eine Runde mehr Action vertragen, aber man kann ihm nicht böse sein. Und falls doch, sieht man sich eben Keira Knightley an, die immer mal wieder alle 15 Minuten durchs Bild huscht, und bewundert sie um ihre Schönheit.

YOYOUCHU IN THE LAND OF THE RISING SEX
Eine Dokumentation über einen 72-jähigen, immer noch eifrigen Pinku-Eiga-Regisseur, der inzwischen schon hunderte an Pornos heruntergekurbelt hat und nicht müde wird, noch einmal den gleichen Output in den nächsten Dekaden zu fabrizieren. Sehr interessant sind die Geschichten über die Vergangenheit, die 60er, 70er, 80er Jahre und die Veränderungen, von Film zu Video, vom Kino ins Wohnzimmer ins Internet. Leider fehlt es der Dokumentation an Fahrt und an einem fähigen Regisseur, daraus etwas kultiges zu machen. Das Potential hatte sie allemal. Und dass das viel, viel besser geht, wurde auf der Berlinale mit der Sushidoku JIRO DREAMS OF SUSHI ganz klar bewiesen.

Teil 2 folgt SEHR BALD!

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Autor:
Manuel Ewald



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