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Dokumentationen von Robert Adrian Pejo/ Teil 2: Der Weg nach Eden

Der Weg nach EdenRegie: Robert Adrian Pejo
Mitwirkende: Dr. Janos Keserü
AUS, HUN/1995

Dass Pejo ausgerechnet nach Ungarn fuhr, um dort offensichtlich ungehindert Aufnahmen in einer Pathologie zu machen, hing mit den Dreharbeiten zu REST IN PIECES zusammen. Joe Coleman bekam die Gelegenheit, selbständig (unter medizinischer Aufsicht, versteht sich) eine Leichenöffnung durchzuführen. Im Bonusmaterial zu REST IN PIECES ist die gesamte Sektion von „Doktor“ Coleman dann zu bestaunen. Im gleichen pathologischen Institut drehte Pejo dann DER WEG NACH EDEN, der, kommentiert von Christian Brückners filigraner, brüchiger Stimme (er ist Robert De Niros Stamm-Synchronsprecher), den Zuschauer entführt in eine Welt voller schockierender, beunruhigender An- und Einsichten, in die man freiwillig normalerweise nicht eintauchen möchte.

Pejo macht diesen Ausflug zur Tour de force, man muß sich der Wahrheit stellen, wenn man die Frage, was mit unseren toten Körpern nach unserem Ableben passiert, ehrlich beantworten will. Der schäbige und geldgierige Anatomie-„Professor“ Gunter von Hagens, bekannt und reich geworden durch sein „Körperwelten“-Projekt, spricht unentwegt von einer „Demokratisierung der Anatomie“, weil er vorgibt, dem gemeinen Volk Dinge zu zeigen, die ihm normalerweise vorenthalten werden. Jedoch stimmt das nicht einmal zur Hälfte, weil die Objekte, die von Hagens mit Hilfe der Plastination erzeugt, kaum noch an Leichen erinnern, geschweige denn den physikalischen Prozess des Sterbens und den Zustand der toten Körper danach zeigen. Beliebige Mondofilme und Todesdokumentationen, die es seit den späten sechziger Jahren gibt, bieten einen sehr viel anschaulicheren Eindruck über die faszinierende Schrecklichkeit des menschlichen Ablebens, die von Hagens Geisterbahn niemals erreichen kann.

Wirklich schockierend und abstoßend an DER WEG NACH EDEN sind allerdings mitnichten die unzähligen Autopsie-Szenen. Was vielfach grauenhafter und beängstigender erscheint, sind Aufnahmen in einer Klinik, in der greise, demenzkranke Frauen, völlig der Wirklichkeit entrückt und schon mehr tot als lebendig, auf ihr erlösendes Ende nur zu warten scheinen. Und mit welcher Hartherzigkeit und eisigen Kälte diese Menschen von ihren „Pflegerinnen“ behandelt werden. Der Pathologe, der „Seziermeister“, hingegen zeigt vor seinen Kunden ein Höchstmaß an Respekt; wenn der Thanatopraktiker Hand anlegt, um einem verstorbenen Menschen ein Aussehen zu verschaffen, als würde er schlafen, dann wirkt es nicht anders, als säße ein Kunde beim Frisör oder Kosmetiker. Der Mann, der zuhause Familie hat, dem man im Supermarkt beim Einkaufen begegnen könnte, ohne auch nur zu ahnen, womit er sein Geld verdient, verbindet mit seinem Beruf eine aufrichtige und anerkennenswerte Lebenseinstellung zu allen Menschen, vor und nach deren Ableben.

DER WEG NACH EDEN ist ein Film, von dem man viel behalten sollte. Er ist ein eindringliches Plädoyer für Menschlichkeit im Umgang mit dem Tod, mit Krankheit und mit alten Personen, die schon vom Tod gezeichnet sind. Blickt man in die dummen Gesichter einer von spirituellen, ideologischen und immateriellen Werten entrückten Generation, so bekommt man leicht den Eindruck, dass in unserer Zeit der Tod, die Vergänglichkeit, keinen Platz mehr haben. Sind wir bald wieder dort angelangt, wo wir vor der Epoche der Aufklärung waren? DER WEG NACH EDEN ist ein aufklärerischer und aufrührender Film, einer, der tatsächlich für die Demokratisierung der Anatomie sorgen könnte, weil er uns die Augen öffnet, was und wer wir sind und wohin wir steuern. Nach diesem Film ist man nicht mehr derselbe.

DER WEG NACH EDEN ist bislang nur als DVD-R in ungekürzter Fassung und mit deutschem Kommentar bzw. deutschen Untertiteln erhältlich. Am besten einfach bei Google den Filmtitel plus „DVD“ eingeben, dann kommt man ans Ziel!



Der erste Teil des Textes: Eine Kritik zu REST IN PIECES – THE ART OF JOE COLEMAN

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Autor:
Florian Resch



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