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Die Koch Media Giallo-Collection – DVD-Kritik

kochmediagiallocollectioncoverMal wieder Respekt vor Koch Media: Wegen der vorliegenden Giallo-Box, die drei eher unbekannte Filme vereint, und auch wegen dem inzwischen wohl so geläufigen Label-Namen, dass man ihn sogar im Titel unterbringen kann.

DIE KOCH MEDIA GIALLO-COLLECTION (Untertitel: „Die ultimative Box der blutdürstigen Italiener“!?) ist offensichtlich ein „labour of love“, denn wirklich gewartet hat auf die hier enthaltenen Filme wahrscheinlich niemand. Was die Sache aber nur noch spannender macht. Weil es ja nicht unbedingt alle Tage vorkommt, dass einem vermeintlich abgefrühstückten Genre drei neue deutsche DVDs entspringen.

TÖDLICHES ERBE (I,F/1968)
Regie: Vittorio Sindoni
Darsteller: Tom Drake, Femi Benussi

Klassisches Erbschleicher-Morden, diesmal besetzt mit drei hübschen Töchtern und einem geistig zurückgebliebenen Adoptivsohn.

Den Startschuss übernimmt der einzige Film der Box, der guten Gewissens als klassischer Giallo bezeichnet werden kann: dank der hübschen Frauen, der von geheimnisvoller Hand ausgeführten Morde, der angenehm irren Auflösung, der inkonsequenten bis dummen Logiklöcher, der schmierigen Polizisten und natürlich dem fett groovenden Soundtrack.

kochmediatödlicheserbeNur in einem Giallo ist es möglich, dass eine Tote blinzelt, der angeblich minderjährige Behindi aussieht wie Mitte 30 und „typisch weibliche Morde“ passieren. Die begleitet werden von unsterblichen Dialogen wie „werde ich auch verhaftet?“ – „nein, du bist nur ein Dummchen.“ Hashtag #Aufschrei? Hier regiert Hashtag #Blondiegehterstmalduschen.

TÖDLICHES ERBE ist auf jeden Fall ein unterhaltsamer Film, der allerdings seinem Genre keine neuen Höhepunkte bescheren kann. Die Regie passt sich den auffallend ranzigen französischen (!) Locations an, mehr als einmal irritiert formales Unvermögen und sowohl Sex als auch Gewalt treten nur gebremst in Erscheinung. Ein Giallo aus der zweiten Reihe eben; amüsiertes Wegschauen für fortgeschritte Genre-Archäologen.



KochmediaL'arma,_l'ora,_il_moventeDIE WAFFE, DIE STUNDE, DAS MOTIV (I,F/1972)
Regie: Francesco Mazzei
Darsteller: Renzo Montagnani, Bedy Moratti

Don Giorgio ist ein schmucker Priester, der Affären mit ZWEI verheirateten Frauen unterhält. Als er wieder auf den Pfad der Tugend zurückfinden will, wird er brutal ermordet.

DIE WAFFE, DIE STUNDE, DAS MOTIV hat mich etwas ratlos zurückgelassen, denn so richtige Giallo-Atmosphäre möchte sich nicht einstellen. Und auch irgendeine andere Atmosphäre bleibt leider außen vor, weil der Film einfach zu lahm ist, die Inszenierung bestenfalls hemdsärmelig erscheint und das Drehbuch in seiner ganzen unlogischen Löchrigkeit kaum Spannung absondert.

Gnadenlos abgeranzte Locations (schon wieder…) als Rahmen für ein zerredetes Mysterium, das kaum als solches bezeichnet werden kann. Für die Anzahl der Morde reicht eine halbe Hand, der Regisseur hat null Ahnung von Timing und die weibliche Hauptfigur –ACHTUNG, SPOILER!- heiratet bereits Tage nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes den ermittelnden Polizisten. Äh, hallo?

Was den Film letztendlich doch noch auf „kann man sich ansehen“-Niveau hievt, sind Bedy Moratti, die megaheiße Hauptdarstellerin, und ein gewisser Hang zu Nunsploitation, der immer wieder Zeit für duschende Ordensschwestern findet und dabei auch noch die besagte Hauptdarstellerin in den buschigen Schmutz mitreißt. Statt Giallo ist hier eher erotisch unterwandertes Kirchentheater angesagt; rumpeliger Italo-Sleaze von mäßig berauschender Bahnhofs-Qualität.




kochmediafeminaridens2THE FRIGHTENED WOMAN (I,F/1969)
Regie: Piero Schivazappa
Darsteller: Philippe Leroy, Dagmar Lassander

Dr. Sayer hat panische Angst vor Frauen und hat deswegen in seinem Haus ein bizarres Schreckenskabinett eingerichtet. Sein Opfer: Die hübsche Maria – die allerdings schon bald der Angst des Docs neue Nahrung geben kann.

Der mit Abstand beste Film der Giallo-Box ist überhaupt kein Giallo, sondern versteht sich als vergnügter Sixties-Romp zum Thema Geschlechterkampf. Regisseur Piero Schivazappa haut eine superstylishe Popart-Orgie auf die Netzhaut, die zusammen mit dem phänomenalen Setdesign und der ebenso phänomenalen Musik von Stelvio Cipriani ungeheuren Spaß bereitet.

Mehr oder weniger ein Zwei-Personenstück, spielt FEMINA RIDENS (so der wunderbare Originaltitel) mit Sex, Geschlechterrollen und den Erwartungen des Zuschauers. Das Haus des Doktors platzt geradezu vor überbordender Sixties-Ästhetik, der angebliche Maniac entpuppt sich schon bald als irrer Bubi (mit Doppelgänger-Gummipuppe) und ein im Wasser fahrendes Cabrio und seltsame Zwerge kommen ebenfalls vor.

kochmediafeminaridensUnd natürlich auch La Lassander, die für diese Rolle wie geschaffene Hauptdarstellerin, die sich mit dem ebenso großartigen Philippe Leroy ein spannendes Duell liefert und in einer Szene einen schier irren Tanz abliefert. Bei dem sie, bekleidet nur mit einer Art Verband, zu einer von Ciprianis Groove-Bomben durchs Wohnzimmer wackelt und sich dabei nach und nach entblättert.

THE FRIGHTENED WOMAN ist lässig, provokant, witzig, surreal und unterkühlt erotisch. Gleich in der ersten Szene ist Niki de Saint-Phalles berühmte Nana-Skulptur zu sehen, hinter deren verzahnter Vagina ein Skelett baumelt. Schivazappa geht es kaum um „niedere“ Exploitation-Thrills, sondern einen auf mehreren Ebenen funktionierenden Kommentar zum Feminismus – verpackt in einen wunderbar ironischen Rachethriller. Die Frau als unberechenbare Bedrohung, die Frau als Dämon. Mit einer schier unwiderstehlichen Aura sexueller Faszination.

Die DVD-Box: (Start: 15.3.2013; Bestellen bei amazon)
THE FRIGHTENED WOMAN hat die mit Abstand beste Bild- und Tonqualität, die anderen beiden Filme (DIE WAFFE noch mehr als TÖDLICHES ERBE) kommen ganz schön ausgewaschen daher. Und haben auch nicht gerade optimale Synchros – weil die Dialoge viel zu weit im Vordergrund sind und die M&E-Spuren nur ganz schwach Atmosphäre verbreiten.

THE FRIGHTENED WOMAN dagegen erstrahlt in unverhofftem Glanz, auch wenn auf der Tonspur lediglich O-Ton plus deutsche Untertitel angesagt sind. In Sachen Extras gibt es ein paar Trailer und zwei Interviews, von denen eins (für DIE WAFFE) eher uninteressant und das andere (für THE FRIGHTENED WOMAN, mit Regisseur Schivazappa) ein absoluter Volltreffer ist.

DIE KOCH MEDIA GIALLO-COLLECTION: eine durchwachsene Angelegenheit, inklusive Etikettenschwindel. Der sich aber letztendlich als Rettung für die Box erweist und unterm Strich doch eine Empfehlung ermöglicht – und sei es nur, weil hier an obskuren Stellen gegraben wurde, die sonst kaum einer beschnüffelt…oder überhaupt kennt.

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kochmediaFemina Ridens

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Autor:
Martin Beck
Niemals krank, weint heimlich, schläft ruhig.



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