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Die BBFC verbietet Human Centipede 2

Human CentipedeEs soll ja Leute geben, denen der erste HUMAN CENTIPEDE gefällt, obwohl er doch eigentlich nur um genau eine Idee mühselig und ungelenk einen Film herumstaffiert, der hilflos zwischen Camp und Trash hin- und hereiert, am Ende dann eher Bethmann als Cronenberg ist und nichts mehr von dem morbiden Charme seiner ursprünglichen, absurden Prämisse besitzt, der durch ihre infantil bis ins Groteske übersteigerten Boshaftigkeit entstand. Eine Idee, die im Übrigen einiges von ihrer Faszination einbüßt, sobald man ihren banalen Ursprung erfährt: Es heißt, ein Kumpel von Six hätte in bierselig-vulgärer Laune angesichts eines TV-Berichts über die Verhaftung eines Kinderschänders geäußert, „solchen Leuten“ solle man gefälligst das Maul an den Anus eines fetten Truckers mit Durchfall nähen – was Six wiederum zu der Schnapsidee bewog, aus diesem Stammtisch-Gehirnfurz einen Film zu machen. Der Rest ist Internetlegende.

Die virale Woge der Verzückung, von der die stets auf der Suche nach dem sicksten Thrill befindliche Netzgemeinde erfasst wurde, machte HUMAN CENTIPEDE vom Film zum Meme. Ein Effekt, der in Produzenten scheinbar die absurde Illusion keimen lässt, dass irgendjemand allen Ernstes Geld dafür bezahlen wolle, sich 80 Minuten lang einen Witz, der aus nur einem Satz und keiner Pointe besteht anzuhören; letzten Endes war das Phänomen HUMAN CENTIPEDE nichts weiter als die logische Konsequenz aus 2 GIRLS 1 CUP und SNAKES ON A PLANE.

Human Centipede 2

Tom Six

Dass ein dermaßen oberflächliches Interesse schnell erlahmt, weiß auch Six – und stellte noch vor der Veröffentlichung des ersten Films in England letztes Jahr prompt einen Teaser für den zweiten Teil ins Netz, der den brechstangenbewehrten Hauptdarsteller des zweiten Teils, „Martin“, präsentiert – unter einem Pappkarton verborgen. Außerdem wurde er nicht müde, in Interviews –stets obligatorisch wie ein schebbiger holländischer Zuhälter gekleidet– zu krakeelen, dass HUMAN CENTIPEDE 2 – FULL SEQUENCE all das zeigen würde, was der erste Teil noch dankenswerterweise der Vorstellungskraft des Zuschauers überließ.

Nachdem der fertige Film nun zwecks DVD-Veröffentlichung (eine Kinoauswertung ist nicht geplant) der BBFC zur Prüfung vorgelegt wurde, scheint es, dass Six etwas übers Ziel hinausgeschossen ist: Die Damen und Herren haben HUMAN CENTIPEDE 2 nämlich kurzerhand mit Verweis auf die sexualisierte Gewalt und den „potentiell obszönen“ Grundton die Freigabe verweigert, was zur Konsequenz hat, dass der Film in England nicht vertrieben werden darf und somit de fakto einem „präventiven“ Verbot entspricht. Eine ungewöhnlich drakonische Entscheidung – besonders wenn man bedenkt, dass gerade erst ausgerechnet A SERBIAN FILM, der sich ebenfalls mit Wonnen in sexueller und sexualisierter Gewaltdarstellung suhlt und eine grundlegend inhumane Weltanschauung vermittelt, mit Schnittauflagen veröffentlicht werden durfte. Die ausführliche Begründung der BBFC verrät einige graphische Details und etwas über den Inhalt, was Six in einer Mail an die Kollegen von Empire folgendermaßen kommentierte (die eigenwillige Zensur des F-Wortes stammt ironischerweise vom „Künstler“ selbst):

Human Centipede„Thank you BBFC for putting spoilers of my movie on your website and thank you for banning my film in this exceptional way. Apparently I made an horrific horror-film, but shouldn’t a good horror film be horrific? My dear people it is a f****cking MOVIE. It is all fictional. Not real. It is all make-belief. It is art. Give people their own choice to watch it or not. If people can’t handle or like my movies they just don’t watch them. If people like my movies they have to be able to see it any time, anywhere also in the UK.”

Ob es sich damit für den zweiten menschlichen Tausendfüßler in England tatsächlich ausgeschissen hat, bleibt abzuwarten, da Six noch die Möglichkeit bleibt, innerhalb von sechs Wochen gegen die Entscheidung der BBFC Einspruch einzulegen. Wie auch immer das Ganze ausgeht – ich für meinen Teil würde statt HUMAN CENTIPEDE 2 – FULL SEQUENCE lieber eine Aufnahme der Sitzung sehen, während der sich die feinen britischen Herrschaften das Opus bei einer Tasse Earl Grey zu Gemüte führten.


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Autor:
Jan Zeleny
Kinematopath


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