best business loans SBA Loans Small Business Loans Short Term Loads Big Lines of Creditbusiness loans Long Term Loans Working Capital Equipment Financing Merchant Cash Advances

Der Mann aus dem Westen: DVD-Kritik

Regie: Anthony Mann
Darsteller: Gary Cooper, Lee J. Cobb, Julie Walters, Arthur O’Connell u.a.
USA 1958, Start: 04.11.2011 (DVD)

Als Link Jones (Gary Cooper) auf die Eisenbahn wartet, spürt man bereits, dass irgendetwas nicht so ist, wie es sein sollte. Am liebsten möchte er in der wartenden Menge verschwinden und er wirkt sichtlich nervös, als der Sheriff ihn plötzlich anspricht. Während der Fahrt gesellt sich der gutmütige, aber allzu aufdringliche Falschspieler Sam Beasley (Arthur O’Connell) zu ihm. Diesem verrät Jones, dass er auf dem Weg ist, nach einer Lehrerin für seine Schule zu suchen, was Beasley zum Anlass nimmt, ihm die ebenfalls im Wagen mitreisende Sängerin Billie Ellis (Julie Walters) vorzustellen. Unversehens fällt der Zug jedoch einem Überfall zum Opfer und die drei bleiben alleine auf den Gleisen zurück. Nach einem langen Fußmarsch finden sie schließlich eine alte Farm, die sich ausgerechnet als Unterschlupf der Banditen herausstellt. Und plötzlich wird klar: Auch Link Jones hatte einst zur Bande des brutalen Banditen Dock Tobin (Lee J. Cobb) gehört.

Gemeinsam mit James Stewart bescherte Anthony Mann dem Western-Genre in den 50er Jahren einige herausragende Klassiker, darunter DER MANN AUS LARAMIE, WINCHESTER ’73 und NACKTE GEWALT. Gary Cooper brillierte seinerseits zu Beginn der Dekade in Fred Zinnemanns ZWÖLF UHR MITTAGS und so stand ihre 1958 entstandene Zusammenarbeit DER MANN AUS DEM WESTEN immer ein wenig im Schatten jener großen Vertreter des Genres. Das aber völlig zu Unrecht, denn DER MANN AUS DEM WESTEN erzählt eine mit Bedacht inszenierte Geschichte, die durch ihr sensibles Interesse an ihrer Hauptfigur hervorsticht.

Im Zentrum der Betrachtung steht dabei die von Cooper verkörperte Figur des Link Jones, jenem ehemaligen Outlaw, dem es mit einigen Mühen gelungen ist, sein altes Leben hinter sich zu lassen. Als der Zufall ihn und seine beiden Gefährten aber zu Opfern eines missglückten Eisenbahnüberfalles werden lässt, holt ihn seine Vergangenheit wieder ein.

Oberflächlich betrachtet erzählt DER MANN AUS DEM WESTEN zunächst eine Geschichte über Anpassung. Womöglich kann man Anthony Mann dabei sogar die Glorifizierung des amerikanischen Traumes vorwerfen, wenn auch in einer weniger offensichtlichen Form, als im Western sonst üblich und bisweilen sogar durch so manchen ironischen Unterton gebrochen. Auch wenn man nur wenig über die Person des Link Jones erfährt, so wie sie unmittelbar vor Einsetzen der Handlung gewesen sein mag, eines wird unmissverständlich klar: Das Modell des gleichermaßen strebsamen wie sittsamen Familienmenschen Link Jones ist dem Modell des moralisch verwerflichen Ganoven vorzuziehen. Deutlicher formuliert: der angepasste Lebensentwurf des American Way of Life ist seinen Alternativen überlegen.

Doch damit würde die Betrachtung zu kurz greifen. Im Kern geht Mann nämlich tiefer auf seine Hauptfigur ein und präsentiert an ihr das Dilemma eines Menschen, der versucht aus seinem Habitus im bourdieu’schen Sinne auszubrechen. Offensichtlich ist ihm das zum größten Teil gelungen, nachdem er sich eines Tages heimlich von seiner Bande zurückzog. Doch man spürt immer wieder, dass ihm seine Gewohnheiten erhalten blieben. So etwa gleich zu Beginn, als der Sheriff ihn am Bahngleis anspricht und sich später Sam Beasley im Zug zu ihm gesellt – stets ist Link Jones auf der Hut, fühlt sich beobachtet und beobachtet zugleich auch selbst, möchte nicht zu viel von sich preisgeben und schreckt auch nicht davor zurück, sich mit einer Notlüge aus einer brenzligen Situation zu retten. Später ist es auch Beasley, der Jones gegenüber ausspricht, dass man das Gefühl haben könne, er gehöre zu „diesen Männern“. Damit meint Beasley die Gangster, zu denen Jones ja wirklich einst gehörte, was der alte Mann zu diesem Zeitpunkt aber bloß durch das Gebaren Jones‘ erahnen kann.

Um sich und seine Begleiter zu retten und auch um der Mensch bleiben zu können, der er zwischenzeitig geworden ist, steht Jones schließlich vor der Wahl wieder zu dem zu werden, was er nie mehr sein wollte: ein kalkulierender, brutaler Bandit.

Gerade in der gelungenen psychologischen Analyse liegt der besondere Reiz von DER MANN AUS DEM WESTEN. Es mag an der Zeit seiner Entstehung gelegen haben, dass Mann daraus einen durchweg optimistischen Film gedreht hat und das ist auch das einzige, was man ihm vorwerfen kann. Denn der elementare Konflikt des Protagonisten wird zwar sehr gut herausgearbeitet, allerdings fällt die notwendige innere Zerrissenheit der optimistischen und eher klassischen Dramaturgie des Genres ein wenig zum Opfer. Da passt es wiederum sehr gut, dass DER MANN AUS DEM WESTEN auch als Genrefilm hervorragend funktioniert. Mit den klassischen Elementen des Westerns gestaltet Mann eine atmosphärisch dichte und abenteuerliche Geschichte, deren narrativer Rahmen eben jene Gangsterbande bildet, die – wie so oft – nur noch ein letztes, großes Ding drehen möchte. Die ausdrucksstarken Szenenbilder der Eisenbahn, des kleinen mexikanischen Dorfes und des Mikrokosmos der alten Farm sind dabei aufwendig aber zurückhaltend gestaltet.

Cooper drehte mit DER MANN AUS DEM WESTEN einen seiner letzten Filme, bevor er nur drei Jahre später, im Alter von gerade einmal 60 Jahren, einem Krebsleiden zum Opfer fiel.

Die DVD: (bei Amazon bestellen)
Koch Media präsentiert DER MANN AUS DEM WESTEN in satten Farben und mit klaren Kontrasten, einige kleinere Bildfehler fallen dabei kaum ins Gewicht. An Extras bietet die DVD eine umfangreiche Bildergalerie mit internationalem Werbe- und Pressematerial zum Film sowie den deutschen Kino-Trailer. Als besonderer Bonus ist ein Booklet mit einem Essay von Genreliebhaber und Novuelle-Vague-Ikone Jean-Luc Godard enthalten, in dem dieser ausschweifend über seine Leidenschaft zu DER MANN IM WESTEN erzählt.




Hinterlasse eine Antwort

Autor:
Sascha Schmidt



Neueste Kommentare:
"Heul doch. Und: Danke, ist ausgebessert...."
Bei: Noch eine Liste - die besten Filme 2013
""erste Mal in der Filmgeschichte, das ei..."
Bei: Noch eine Liste - die besten Filme 2013
"Der erste war definitiv der coolere… der..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser
"Dem kann ich nur eines hinzufügen: Das s..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser
"Der erste Teil war jetzt nich so der Ham..."
Bei: The Expendables 3 – der erste Teaser