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Das Ende des 3D-Hypes?

Nein, ich habe keine Zahlen, die zeigen, dass 3D im echten und Heim-Kino bereits wieder vorbei ist. Ich kann es auch nicht mit einer wissenschaftlichen Studie belegen. Aber: ich habe einen Riecher und einen Bauch. Und beide sagen mir: 3D ist erneut tot. Denn 2011 fühlt sich ganz anders an als die Zeit, in der nach AVATAR niemand mehr über Filme sprach, die einfach eine gute Geschichte erzählten, die auf dicke Effekte verzichteten und die vielleicht gerade durch ihre inhaltliche Qualität das Kino zu retten vermocht hätten.

AvatarDamals als AVATAR ins Kino kam, als selbst 2D-Filme noch schnell nachträglich auf 3D gebügelt wurden, um die Kinokasse ein bisschen mehr klingeln zu lassen, da wollte in diesem einzigartigen Augenblick der Kinogeschichte niemand glauben, dass man den Ansturm auf die Lichtspielhäuser nicht einfach so wiederholen könne, nur weil man auf jedes Filmplakat dick „3D“ pinseln würde. Denn man erkannte nicht: AVATAR war ein letztes Aufbäumen des schneller-höher-weiter Economy der Prä-Finanzkrisen-Ära. Er war in dieser entstanden – und inhaltlich war er gleichzeitig ein Abgesang auf diese Zeit, ein lauter Ruf nach „Back to Nature“, nach dem Erschließen neuer Räume. Ein Ende! Nicht ein Anfang!

Heute, nur einen historischen Wimpernschlag später, ist „3D“ fast zu einem Label geworden, das subtil vermittelt: Achtung, Mist, der nicht verstanden hat, wohin die Reise geht. Aber plastisch! Man denke nur an den aktuellen Heuler DRIVE ANGRY, der versucht ein Relikt der 80er und 90er in der dritten Dimension noch einmal auferstehen zu lassen. Und der jetzt angekündigte 3D-Aufguss der 90s-J-Horror-Reihe RINGU zeigt das gleiche Muster und dieselbe Hoffnung: RingPlastische Geister sind (hoffentlich) attraktiver – obwohl die Geschichte erzählt ist. Wenn einem nichts mehr einfällt, dann kündigt man eben an, dass künftig schwarzhaarige Gruselfrauen in 3D dem weißen Rauschen eines 2D (!)-Fernsehers entkriechen. Nach RINGU, RINGU 2 und RINGU 0 jetzt also RINGU 3D? Ein ähnliches Prinzip verfolgte auch schon die FINAL DESTINATION Reihe, die aber mit dem 3D-Teil 4 deutlich zeigte, dass sie nach dem furiosen dritten Teil nichts mehr zu sagen hatte. Außer eben: jetzt sterben sie in der dritten Dimension.

Der große Irrtum, dem die Macher all dieser 3D-Filme unterliegen ist: Dass Erfolg in der Kunst kalkulierbar sei. Dass Menschen an Technik interessiert sind. Dass sie ins Kino gehen, um Effekte zu sehen. Und hier bin ich mir sicher: das ist falsch. Menschen wollen Geschichten. Gute, spannende, aufregende, anrührende, einfache, komplexe, menschliche Geschichten. Eine solche hatte AVATAR zu bieten – und setzte der Story, die viele ansprach, obwohl oder weil sie schlicht, aber archetypisch gestrickt war, auch noch ein dreidimensionales Black SwanSahnehäubchen auf. Doch wo sind sie heute, die 3D-Filme, die uns tatsächlich ansprechen? Wo die Oscar-Nominierungen für einen 3D-Film? Sie sind in die 2. Dimension zurückgewandert. Sie leben in THE SOCIAL NETWORK oder BLACK SWAN. Filme, die die dritte Dimension nicht brauchen, um die Menschen zu erreichen. Das werden auch die Filmstudios erkennen: Teure Technik, die nicht das Interesse der Zuschauer weckt ist nett. Aber sie wird wie damals in den 50ern – als der erste 3D-Hype über die Welt rollte – heimlich still und leise wieder verschwinden. Sobald eine Technologie nichts besonderes mehr ist, zählt wieder einmal nur der Inhalt.

6 Antworten zu “Das Ende des 3D-Hypes?”

  1. Hallo Björn,

    nein, als Standard ist nicht zu erwarten. 3D kommt immer wieder wellenartig.

    Das zeigt auch die Geschichte der Photographie. Schon zu Zeiten der Reisekameras (19. Jh.) wurden stereoskopische Aufnahmen gemacht. Dann verschwand das Interesse wieder, keimte aber immer wieder von Zeit zu Zeit auf.

    Viele der aktuellen Filme werden jetzt allerdings in echtem 3D in Hollywood gedreht. Zur Zeit gibts wieder eine Hochzeit für das räumliche Sehen.

  2. Björn Eichstädt sagt:

    Aber eigentlich sind wir uns doch einig: 3D als Standard ist eher unwahrscheinlich….

  3. Ich bin da in Sachen 3D auch etwas unentschlossen: Werke wie PINA beweisen, dass sich mittlerweile auch Regisseure fernab der typischen Blockbuster-Produktionen an dem Format versuchen; gleichzeitig nutzen Filme wie (nicht lachen) NEVER SAY NEVER tatsächlich die begrenzten Nutzungsmöglichkeiten der dritten Dimension gut aus, indem sie sich auf die Plastizität von Emotionen und Situationen beschränken, die man narrativ überhaupt nicht zu erklären hat.
    Dass sind beides Anzeichen dafür, dass mit zunehmender Durchdringung und Verständnis des Formates (sprich: Alles was über das Entgegenwerfen von Sachen hinausgeht) auch die Akzeptanz außerhalb der typischen Box-Office-Regisseure wachsen könnte.

    Konträr zu obigen Aussagen, wird das Angebot an 3D in meinen augen Augen trotz- oder gerade deswegen aber eher wieder zurückgehen – vor allem, weil die qualitative Diskrepanz zwischen den sehr teuren und damit zumeist unrentablen „echten“ 3D-Produktionen, und den billigen Nachkonvertierungen, auch der breiten Masse auffällt. Gleichzeitig wird sich das Ganze aber doch als künstlerische Gesatltungsmöglichkeit etablieren, auf die derjenige zurückgreifen kann, der sie tatsächlich auch auf den restlichen Ebenen seines Films zu rechtfertigen weiß. Und daran gäbe es dann tatsächlich auch nichts dagegen einzuwenden.

  4. Ich glaube auch nicht, dass 3D zu Ende ist oder nur Schrott produziert wird. Das allein liegt wirklich nicht an 3D.

    Wim Wenders „Pina“ ist ein Beispiel für einen qualitativ hochwertigen Film. Der neue „Pirates of the Caribean“ wird ebenfalls in 3D gedreht mit RED Epics mit entsprechendem Rig und wird etwas mehr auf Effekte setzen. Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen – wenn es auch mehr Filme im Unterhaltungsbereich geben wird und weniger, die mit Wenders mithalten können.

    Ich glaube eher, 3D wird zu einer Option, die ab jetzt vor jedem Drehbeginn geprüft und mitbedacht wird. Aber in einer Sache hast Du rechtt: Story rulez!

  5. Martin Beck sagt:

    Äh, Nolan konvertiert gerade „Inception“ in 3D – soviel zur oberen Fahnenstange der 2D-Verfechter.

    Und ansonsten habe ich’s ja Björn schon gesagt: mein Bauchgefühl sagt genau das Gegenteil. Im Moment ist halt jeder schnell mit der 3D Brechstange zugange, aber schon sehr bald gibt’s sicher auch Filmemacher, die über den ersten Thrill hinausdenken und sich was Sinnvolles für 3D einfallen lassen.

  6. Dass mehr Schrott (auch in 3-D) herausgebracht wird, liegt an den immer feigeren Entscheidungen der Börsen-notierten Studios. Die Schlipsträger und nicht die Filmemacher entscheiden heutzutage, was produziert wird. Bei Inception wollte das Studio nur Nolan bei der Stange halten für ein anderes Projekt und stand überhaupt nicht dahinter. Erst nach dem Erfolg bei der Kritik und an der Kasse kommt ein zaghaftes „… ist ganz schön“, aber an einen Richtungswechsel ist nicht zu denken. Es kommen Remakes von remakes, Comicverfilmungen, 4/5/6-te Teile.
    Ob 2D oder 3-D oder 2D->3-D, ist dabei vom fehlenden Inhalts-Niveau unabhängig.
    Da gehe ich doch lieber zu vimeo oder unterstütze crowdsourced film making. Dahinter stecken mehr Ideen und Mut. Und sogar das geht heutzutage in 3-D !

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Autor:
Björn Eichstädt



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