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Chatroom: DVD-/BD-Kritik

ChatroomRegie: Hideo Nakata
Darsteller: Aaron Johnson, Matthew Beard, Imogen Poots
GB,D/2010; Start: 24.6.2011 (DVD & BD)

Ein Chatroom namens „Chelsea Teens“, ein sinistrer Moderator namens William (Aaron Johnson) und vier jugendliche Mitglieder. Was als lockerer Plausch beginnt, mündet in einen Seelenstriptease und endet schließlich in einem „Suicide Club“.

Hideo Nakata hat das Problem, die ersten beiden RING-Filme gedreht zu haben. Seitdem verfolgt ihn dieser meisterliche Schatten und sorgt nicht nur bei jedem neuen Projekt für obligatorische Vergleiche, sondern bewirkt anscheinend auch eine gewisse Verspannung. Mit der Ausnahme von DARK WATER hat Hideo Nakata keinen weiteren Hit landen können. Die bei den RING-Filmen so zwingende und souveräne Inszenierung verliert sich immer mehr in kompetenter Beliebigkeit.

CHATROOM ist sein zweiter englischer Film, nach dem völlig missglückten RING 2-Remake, und basiert auf einem 2005 geschriebenen Bühnenstück von Enda Walsh. Die Jahreszahl ist hierbei von großer Bedeutung, weil CHATROOM von, äh, Chatrooms handelt, die 2011 einfach nicht mehr die Relevanz wie vor sechs Jahren haben. Offensichtlich wollte sich Nakata eine Schnitte vom jugendlichen Kuchen abschneiden und steht nun in der ungeliebten Ecke angestaubter Hipness. Um bei CHATROOM überhaupt anzukommen, sollte man jedweden Gedanken an Zeitmäßigkeit ganz schnell begraben.

ChatroomWas dafür aber bleiben darf, ist die gelungene Visualisierung der Thematik, die das eigentlich sehr unfilmische Herumhämmern auf Tasten als plüschige Plastikwelt darstellt, in der die Chatteilnehmer mit Wortschwällen die abge-
hackte Kommunikation eines Chats umsetzen. Alle reden, alle reden viel und alle reden durcheinander. Besonders die ersten 30 Minuten von CHATROOM können sich als schwierig erweisen, weil einfach eine Menge gesagt wird und dabei kaum etwas passiert. Der Film muss erst seine Welt und seine Regeln etablieren und plätschert dabei auf eine unverbindliche Weise dahin, die man von Hideo Nakata eigentlich niemals sehen wollte.

Wohlgemerkt, auch zu Beginn gibt es ein hohes Tempo und hübsche Bilder, aber tiefer als die Technobässe des nervösen Scores braucht man dabei nicht zu blicken. Horror ist bei CHATROOM eigentlich gar nicht vorhanden und Spannung kommt immerhin ein bisschen auf – sofern man denn die Schritte der offensichtlichen Charaktere nicht bereits drei Meter gegen den Wind riecht. Was aber leider unvermeidlich ist, denn grob geschnitzte Stereotypen verhalten sich natürlich auch stereotyp und verpassen so der Handlung konventionelle Déjà-Vus. Der Showdown hier ist lang und vorhersehbar. Noch etwas, das man von Hideo Nakata eigentlich niemals sehen wollte.

ChatroomCHATROOM ist nicht unbedingt ein schlechter Film, aber –HA!- verglichen mit früheren Mei-
lensteinen wird hier ganz schön tief gestapelt. Von Nakata würde man große Ideen und mutige Schritte erwarten, doch stattdessen kommt hier nur kalkulierter Mainstream, dessen grundsätzliche Idee keine Relevanz mehr hat. Inszenatorische Kompetenz und ein paar nette visuelle Einfälle – mehr darf man von einem DER ehemaligen Hoffnungsträger des Horrorgenres inzwischen leider nicht mehr erwarten.

Die DVD & Blu-Ray: (Bestellen bei Amazon)
Bild und Ton sind exzellent, die Synchro ist Durchschnitt und Extras gibt es gar nicht – ganz im Gegensatz zur britischen Veröffentlichung, die Interviews, „behind the scenes“ Aufnahmen, Trailer, Musikvideos und noch einiges mehr enthält.



Die offizielle Webseite

2 Antworten zu “Chatroom: DVD-/BD-Kritik”

  1. Martin Beck sagt:

    Na ja, in Sachen Indien ist’s ja klar…und Koreaner lieben’s einfach so richtig schön ausgebügelt am Ende, inklusive Weinkrämpfen und Sterbeszenen in Zeitlupe.

    Hongkong dagegen ist ja eher berühmt dafür, alles unter 90 Minuten nach Hause zu bringen. Und bei diesen ganzen Martial Arts-Epen aus China möchte man halt Größe auch über Länge erreichen – was gleich auch noch für „13 Assassins“ gilt:-)

  2. Jens sagt:

    ich muss sagen die originalen Ring Filme waren nicht so mein fall -ziemlich behäbig udn selten kam wirklich eine schaurige Stimmung auf. Ich bin tatsächlich ziemlich angetan vom Ring (1) Remake weil es die Stärken des originalen Films mit einer Straffung und konzentrierung aufs wesentliche verband.

    teil 2 (remake) war nur noch schrott… keine Ahnung in letzter zeit hat mich so richtig nix aus Asien vom Hocker gerissen. Sagen wir mal ausser Dream Home – das war schon ein ganz schönes Brett.

    genauso verhält es sich mit den asia-regisseuren die dann in Hollywood oder so drehen. da hat doch niemand was reissen können. vielleicht noch john woo…

    Sag mal du kennst dich doch aus ;) Gibt es eigentlich einen Grund warum alle Filme aus Asien rund 2h oder länger sind? das ist mir besonders negativ bei true legend udn 13 assasins (?) aufgefallen…das zieht sich wie kaugummi, ne halbe stunde weniger hätte denen echt gut getan…

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Autor:
Martin Beck
Niemals krank, weint heimlich, schläft ruhig.



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