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Bollywood + Telugu = Tollywood: aktuelle Entwicklungen in der erfolgreichsten Filmindustrie Indiens

Magadheera

MAGADHEERA

September 2009: Ein Multiplex mit kunterbunter Freizeitparkatmosphäre (inkl. Zuckerwattestand und Kletterwand) in Hyderabad spielt den Telugu-Blockbuster MAGADHEERA (S.S. Rajamouli, 2009). Ein Massenfilm. Kino der Attraktionen. Mit Liebesgeschichte, Gesang und Tanz sowie typisch (süd)indischer comedy. Aber auch mit aufwendigen Spezialeffekten und Actionse-
quenzen, die in ihrer Machart/Choreografie und Inszenierung an Vorbilder aus Hongkong und Hollywood erinnern. Ästhetisch high-gloss bis zum Exzess – und darüber hinaus. Bunter als Bollywood.

Das Kino ist restlos ausverkauft und das Publikum besteht, wie so oft in Indien, weitgehend aus Familien, die selbst zu blutrünstigen Streifen, wie es auch MAGADHEERA einer ist, ihren minderjährigen Nachwuchs mitbringen. Beim Cameo-Auftritt von Chiranjeevi, seines Zeichens größter noch lebender Telugu-Filmstar und Vater des Hauptdarstellers, gerät der Saal fast völlig aus dem Häuschen. Soweit so unspektakulär. Selbst die Tatsache, dass es sich bei Rajamoulis Action/Historien/FX-Film um die erfolgreichsten Telugu-Produktion aller Zeiten handelt, ist nicht weiter der Rede wert – war diese Ehre doch erst sechs Monate zuvor dem Fantasy-Hit ARUNDATHI (Kodi Ramakrishna, 2009) zuteil geworden. Die Superlative geben sich die Hand.

IDHI SANGATHI

IDHI SANGATHI

Ein paar Tage zuvor auf der Dachterrasse eines Anwesens in Hyderabads Filmviertel: Chandra Siddharth und Jayakrishna Gummadi, Regisseur respektive Kameramann der an den Kinokassen erfolglosen schwarzen Komödie IDHI SANGATHI (2008), geben sich in geselliger Runde pessimistisch, was die Zukunft des Telugu-Kinos angeht. Zynismus und Galgenhumor allenthalben. Auch Mohan Krishna Indraganti, Regisseur des preisgekrönten Arthouse-Dramas GRAHANAM (2004) und des Sleeper-Hits ASHTA CHAMMA (2008, eine turbulente Variation auf THE IMPORTANCE OF BEING EARNEST), beklagt die momentane künstlerische Situation der heimischen Filmindustrie bitterlich.

Das Kino des südindischen Bundesstaates Andhra Pradesh, in dem vornehmlich Telugu (eine der 18 ‚offiziellen‘ Sprachen Indiens) gesprochen wird, ist ähnlich dem Kino des Nachbarn Tamil Nadu in seiner kommerziellen Ausprägung noch rigider als das Hindi-Kino aus Bombay – aber in mancherlei Hinsicht auch erfolgreicher. Zwar sind es immer noch fast ausschließlich Hindi-Produktionen, die überregionale Bedeutung besitzen und national wie international distribuiert werden. Nimmt man allerdings andere Parameter, sieht das Bild ganz anders aus: ,Tollywood‘ (nicht zu verwechseln mit dem Bengalischen Kino, das ebenfalls diesen Namen trägt) produziert mittlerweile mehr Filme im Jahr, verbucht höhere Zuschauerzahlen und besitzt die höchste Kinodichte und mit Ramoji Film City das größte Filmstudio Indiens.

GRAHANAM

GRAHANAM

”South Rises as Bollywood withers”, titelt das Branchenblatt Variety Anfang 2010. Einem Bericht von Ernst & Young zufolge machte der Süden (neben Andhra Pradesh und Tamil Nadu auch Kerala und Karnataka) 2008 75% des Gesamteinspiels sowie der Gesamtproduktion aus. Allein Andhra produzierte in jenem Jahr 230 Filme. Als dann die Wirtschaftskrise auch im von corporates dominierten Bombay ankam, konnten Telugu-Produzenten nur müde lächeln. Dank der tradierten, manchmal auch dubiosen Produktions- und Finanzierungsmethoden blieb Tollywood von den Folgen weitgehend unberührt. Zugleich krankt die Filmindustrie in Andhra am selben Problem: Auf einen Superhit kommen etliche Flops, was das Filmgeschäft gerade im Süden zu einem ausgesprochen abenteuerlichen Unterfangen macht. Eine der Folgen: Raum für Experimente ist kaum vorhanden, Abweichungen von der Formel des ‚Massenfilms‘ selten, Indies und Arthouse gibt es nicht (Ausnahmen wie GRAHANAM bestätigen die Regel).

Chiranjeevi

Chiranjeevi

Der so genannte ,Massenfilm’ ist sowas wie das social des Telugu-Kinos, ein Supra-Genre, das etliche Merkmale eines typischen Masala-Films aufweist, sich aber durch einige bedeutende Eigenheiten unterscheidet. Zum einen ist das die narrative (Rape-)Revenge- und Action-Komponente, die es so heute nur in Andhra und allenfalls noch in Tamil Nadu und Karnataka gibt. Zum anderen die herausragende Stellung des Star(system)s. Kein ‚Massenfilm‘ ohne ,Mega Star‘ (Chiranjeevi), Real Star‘ (Srihari), ,Young Rebel Star‘ (Prabhas), ,Stylish Star‘ (Allu Arjun) usw.usf. Die enge Verflechtung von Film und Politik sei hier nur am Rande erwähnt.

Konnte sich im Zuge des Multiplex-Booms in Bombay auch jenseits des Arthouse-Kinos eine Art alternatives Kino zu Bollywood etablieren, das sich narrativ wie ästhetisch eher an westlichen Mustern orientiert – jüngst etwa 7 KHOON MAAF (Vishal Bhardwaj, 2011), NO ONE KILLED JESSICA (Raj Kumar Gupta, 2010) oder THAT GIRL IN YELLOW BOOTS (Anurag Kashyap, 2010) –, zeichnet sich ähnliches im Süden (noch) nicht ab; einzige Ausnahme: Kerala, wo es dank einer in die sechziger/siebziger Jahre zurückreichenden Kunstfilmtradition hin und wieder Crossover-Produktionen gibt.

KATRATHU TAMIL

KATRATHU TAMIL

Selbst junge Wilde aus Tamil Nadu wie Sushindhran, Pandiraj, M.Sasikumar oder Ameer Sulthan knüpfen in ihren Arbeiten an Vorbilder aus den siebziger/achtziger Jahren an (z.B. Bharathirajas New-Wave-Dorffilme). Andere wie Bala, Mysskin, Vasanthabalan oder Selvaraghavan wiederum bedienen sich bei aller Verfremdung und der betonten Abneigung gegen Kommerz und Konventionen bei Mainstream-Topoi wie der Heldenfigur. Lediglich Ram und Cheran haben mit KATRATHU TAMIL (2007) respektive THAVAMAI THAVAMIRUNDHU (2005) in den letzten Jahren (für tamilische Verhältnisse) tatsächlich Neuland betreten. Noch düsterer sieht es in Andhra Pradesh aus – dachte man bislang.

Während sich Budgets (siehe auch jüngst den Trailer zum aktuellen NTR Jr.-Vehikel SHAKTI) und Erfolge in typischer Blockbuster-Überbietungs-
manier kontinuierlich steigern, tut sich auch künstlerisch etwas in Andhra. Das überrascht umso mehr, als dass die Liste derjenigen, die aufgegeben haben, nicht mehr an frühere Qualitäten anknüpfen konnten oder wohl einfach einen Glückstreffer gelandet hatten, nicht gerade kurz ist: Chandrasekhar Yeleti, Neelakanta, Gangaraju Gunnam, Sekhar Suri oder auch Krishna Vamsi, dessen Hauptaugenmerk seit dem Flop SINDHURAM auf seinen wahnwitzigen, absolut einzigartigen, aber auch inhaltsleeren Song-und-Tanz-Choreografien liegt.

Dennoch besteht Anlass zur Hoffnung – und das mehr als je zuvor in den letzten dreißig Jahren: Neben neuen Projekten von Indraganti (GOLCONDA HIGH SCHOOL, 2011) und Siddharth (ANDARI BANDHUVAYA, 2010) sind an erster Stelle vier Filme junger (und jüngerer) Regisseure zu nennen, die sich in den vergangenen beiden Jahren auf ganz unterschiedliche Art und Weise (und unterschiedlich weit) von den Konventionen des Telugu-Mainstreamkinos entfernt haben.



Teil 2, inklusive Vorstellungen von z.B. BANAAM und LEADER, folgt sehr bald!

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Autor:
Stefan Borsos



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