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Bollywood + Telugu = Tollywood: aktuelle Entwicklungen in der erfolgreichsten Filmindustrie Indiens/ Teil 2

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Banaam

BANAAM

BAANAM (Chaitanya Dantuluri, 2009) beispielsweise, ein kleiner Achtungserfolg bei Kritik und Publikum, verzichtet auf Stars, elaborierte Song-und-Tanz-Sequenzen und den berüchtigten comedy track. Allerdings fehlt es dem Film an Originalität. Dantuluri bedient sich schamlos bei Ram Gopal Varmas Klassiker SHIVA (1989), ohne jedoch auch nur ansatzweise an dessen inszenatorische Qualitäten heranzukommen; seine mise-en-scène wirkt geradezu amateurhaft. Im Gedächtnis haften bleibt der Naxal-Kontext, der einerseits als Diskurs zwischen Protagonist und love interest (Atheismus vs. Religion) immer wieder aufgegriffen wird, andererseits in der Naxaliten-Vaterfigur und einigen allzu aufdringlichen Symbolismen zum Tragen kommt: Der Held kämpft zum Schluss mit Hammer und Sichel gegen seinen als traditionell-hinduistisch charakterisierten Antagonisten.

Inszenatorisch deutlich versierter (auch wesentlich besser fotografiert), wenn auch zuweilen immer noch etwas unbeholfen mutet das verwickelte Polit- und Familiendrama PRASTHANAM (Deva Katta, 2010) an. Regisseur Deva Katta entfernt sich hier noch weiter von der Formel als Dantuluri und erzählt seine Geschichte mit einer für Telugu-Verhält-
nisse erstaunlichen Schnörkellosigkeit und Geschlossenheit.

PRASTHANAM

PRASTHANAM

Keine Comedy (allenfalls bei den comichaft überzeichneten Schurkenfiguren) und lediglich zwei Songs kommen einer Geschichte in die Quere, die bisweilen an HK-Triadenfilme der achtziger/neunziger Jahre erinnert. Ohnehin könnte man den Politikkontext locker in einen reinen Mafiakontext umschreiben, so wenig Relevanz besitzt er für die stark an indische Epen erinnernden Konflikte zwischen Vater/Sohn, Vater/Ziehsohn und Bruder/Stiefbruder.

Ähnliches Terrain betritt Sekhar Kammulas LEADER (2009). Allerdings steht hier weniger der Machtkampf im Fokus, sondern der Machterhalt und die Durchsetzung von politischen Beschlüssen inmitten eines durch und durch korrupten Systems, wo politische Prozesse zur reinen Farce geworden sind. Kammula zieht das als Quasi-Massenfilm auf, unterläuft jedoch die Erwartungen des Publikums auf vielfache Weise. Die große Stärke des Films liegt in seiner Zurückhaltung. Da, wo der Massenfilm gewöhnlich laut, penetrant und krude ist – seien es Songs, Inszenierung, Gewalt oder die Tonspur (die Massenfilm-Helden pflegen ihre ohnehin rhetorisch zugespitzten Dialoge regelrecht zu brüllen), gibt sich LEADER vergleichsweise naturalistisch.

Leader

LEADER

Angenehm beispielsweise der Verzicht auf das sonst allgegenwärtige Weitwinkelobjektiv und extreme Einstellungswinkel. Um einige Zugeständnisse kommt zwar auch Kammula nicht umhin – hier sei natürlich vor allem die trotz ihrer Verfehlungen durchweg positive Heldenfigur oder eine deplatzierte, wenn auch nicht gänzlich unmotivierte Item-Nummer genannt –, aber er zeigt auf, wie ein Massenfilm auch aussehen kann. Das macht LEADER vor allem zu einem interessanten (und kommerziell durchaus erfolgreichen) Experiment. Als Film über Politik taugt er leider nur bedingt. Dafür ist die Sichtweise doch zu naiv und überzeichnet. LEADER zeigt wesentlich detailreicher als andere indische Filme, wie politische Entscheidungsfindungen stattfinden, und gewinnt daraus auch einiges an Spannung, aber es ist doch am ehesten ein weiterer Film darüber, wie in Andhra Pradesh über Politik gedacht und in der Populärkultur dargestellt wird.

Das System an sich ist korrupt, am Ende muss es, ähnlich wie in Ashutosh Gowarikers SWADES übrigens, ein Außenseiter, hier: NRI, richten. Dass Kammula selbst NRI mit IT-Background ist (ähnlich wie Katta übrigens), dürfte hierbei nicht ganz uninteressant sein. Immerhin bleibt hier die extrem wirtschaftsliberale Ideologie aus Mani Ratnams GURU nicht das letzte Wort. Wird das korrupte Vorgehen des Protagonisten anfangs noch mit heroischer Musik regelrecht abgefeiert (weil ja um der gute Sache willen), macht der Film in der zweiten Hälfte unmissverständlich klar, dass es auch Opfer mit sich bringt. Trotz der Entlastung des Protagonisten, mit der die Schuld auf das korrupte System geschoben wird, bleibt, auch dank einer kritischen Mutterfigur, ein zwiespältiger Eindruck.

Vedam

VEDAM

VEDAM (Radhakrishna „Krish“ Jagarlamudi, 2010) schließlich ist ein waschechter Genrebastard, ein Ensemblefilm voller Widersprüche und Reibungsflächen, der seine fünf Erzählstränge um ganz unterschiedliche (Klischee-)Außenseiter in Andhra Pradesh in einem furiosen Michael-Bay-meets-HARD-BOILED-Finale zusammenführt. Neben einschlägigen westlichen Vorbildern erinnert das durchaus an eine wilde Telugu-Variante von Nikhil Advanis SALAAM-E-ISHQ. Im Gegensatz zu BAANAM, PRASTHANAM oder selbst LEADER ist Jagarlamudis Film dank merklichem DI-Einsatz (ein neben dem Avid gerade in Südindien zu beklagendes Übel) perfekt durchgestylt, verzettelt sich aber im Unterschied zu vielen seiner Kollegen nur ganz selten in aufdringlichen technischen Mätzchen (und ein, zwei recht peinlichen Song-und-Tanz-Sequenzen). Tatsächlich handelt es sich bei VEDAM um den am schönsten und kraftvollsten inszenierten und fotografierten Telugu-Film seit langem.

VEDAM

VEDAM

Brillant z.B. Allu Arjuns misslungener Diebstahlversuch inmitten einer feiernden Hochzeitsgesellschaft, parallel geschnitten mit der Konfrontation von Manoj Manchu und Lekha Washington mit einer Gruppe fanatischer Hindus. Jagarlamudi und Kameramann V.S. Gnanasekhar schütteln immer wieder fast beiläufig Bilder und Sequenzen aus dem Ärmel, die sich durch formale Präzision wie auch eine sympathische Abgeklärtheit auszeichnen. Stilwille, ohne allzu manieristisch zu werden. Etwas, was heute inmitten langweiliger Beliebigkeit, zumal im indischen Kino, zur Seltenheit geworden ist.

Wie das mit dieser Art von Plot so ist, interessiert und überzeugt nicht jeder Erzählstrang gleichermaßen. Für sich genommen hätte wohl keine der Geschichten genug (Langfilm-)Potential, aber in Form eines Mosaikfilms funktioniert es auch dank der unangestrengten Verknüpfung der einzelnen Stränge hervorragend. Im Gedächtnis haften bleibt die Episode um den Konflikt eines Muslims (Ram-Gopal-Varma-regular Manoj Bajpai) mit einem verbissenen Hindu-Polizisten. Erstaunlich hierbei die fast durchgehend negative Darstellung der Hindu-Figuren. Die Erzählung schließt zwar mit einer Verbrüderung und relativiert ihre Darstellung durch die späte Einführung einer Gruppe islamistischer Terroristen. Aber im Bollywood-Mainstream etwa ist man anderes gewohnt. Ohnehin zeugt die Idee, tendenziell Gruppierungen am Rande der Gesellschaft zu Protagonisten zu machen, sowie der nonchalante Umgang mit Themen wie Prostitution und Organhandel nicht nur im Telugu-Kino von Mut. Dass hier Jagarlamudi Grenzen auslotet, lässt sich nicht zuletzt an der heftigen Tonzensur ablesen.

Ob aus diesen versprengten Einzelwerken ein Trend oder gar eine ‚neue Welle‘ entsteht, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall darf man sich auf kommende Projekte wie Deva Kattas AUTONAGAR SURYA oder Kammulas LIFE IS BEAUTIFUL schon jetzt freuen.


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Autor:
Stefan Borsos



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