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Blue Valentine: Kritik

Blue ValentineRegie: Derek Cianfrance
Darsteller: Ryan Gosling, Michelle Williams, John Doman
USA 2010; Kinostart Deutschland: 4.8.2011

In der Ehe von Dean und Cindy kriselt es. Die beiden haben sich kaum noch etwas zu sagen und begegnen sich mit Abneigung. Lediglich die junge Tochter scheint noch ein Bindeglied zu sein. In einem verzweifelten Moment bucht Dean ein Zimmer in einem Hotel, um mit Cindy dort abzuschalten und über eine Lösung für die Zukunft nachzudenken.

BLUE VALENTINE schmerzt. Er ist kein Film, der den Zuschauer in andere Welten führt, unterhält oder ablenkt. Die Story drückt einen Finger in eine Wunde, die fast jeder Zuschauer haben dürfte: Erinnerungen an kaputte, zerstörte Beziehungen; Menschen, die sich nichts, absolut nichts mehr zu sagen haben.

Der Film reiht eine traurige Situation an die nächste: Die junge Cindy lebt in einem Elternhaus, das vom Vater dominiert wird, sie kümmert sich um die alte Großmutter, die in ein Pflegeheim muss. Der Sex mit ihrem Kommilitonen erfolgt mechanisch wie eine Sportübung, den Kopf an eine triste Wand gerichtet. Eine vorzeitige Ejakulation lässt Cindy ins Bad eilen, allein gelassen wäscht sie sich den Unterleib, die Reue und das Unwohlsein sind ihr ins Gesicht geschrieben. Schmerzhaft dann ein paar Wochen später der Abtreibungsversuch. Furchtbar, wie man Cindy die physischen und psychischen Schmerzen ansieht. Bei Dean ist es nicht anders. Der verkannte Musiker schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch Leben und philosophiert mit seinen Kollegen über Frauen. Man ahnt, dass aus der Verbindung dieser „Loser“ nichts werden kann.

Blue ValentineSympathieträger des Film ist Dean, der Cindy während der Schwangerschaft zur Seite steht, sich bereit erklärt, sich um das Kind eines andern zu kümmern. Er ist ein hoffnungsloser Romantiker „I feel like men are more romantic than woman. When we get married, we marry like one girl“. Als er das Zimmer eines alten Mannes in einem Pflegeheim einrichtet, versucht er es so liebevoll wie möglich zu tun. Die Streichholzschachtelsammlung pinnt er dabei an die Wand. Stolz wie ein Kind führt er den Alten darin herum. Seine innigen Gefühle zur Tochter drückt er durch „I love you like crazy“ aus; Sätze, die er nur selten zu Cindy zu sagen wagt. Er weint, als er den toten Hund der Familie begräbt. Diese sensible Art führt aber auch dazu, dass er sich oft wie ein Kind verhält und Cindy das Gefühl gibt, dass sie sich um zwei Kinder kümmern muss. So wie Cindy ist auch Dean fehlbar, aber mit spürbar mehr Liebe im Herzen.

Der Plot konzentriert sich auf die Kennenlernphase der beiden und die Endphase der Beziehung, immer wieder ineinander verwoben durch Rückblenden. Was völlig außer Acht gelassen wird, ist der Mittelteil, der Weg, die Entwicklung, den die beiden als Paar machen. Die Ellipse führt dazu, dass man sich immer wieder fragt: Wie konnte es so weit kommen? Wie konnte es so weit kommen, dass sich die beiden über Nichtigkeiten streiten, endlose Diskussionen führen, völlig sinnlos und wenig zielgerichtet?

Eine große Schwachstelle des Films ist das „Talking Head“-Syndrom: Die beiden müssen einfach viel reden, um ihre ausweglose Situation zu demonstrieren, dadurch wird der Film aber an einigen Stellen enervierend. Denn wieviel stärker wirken die nonverbalen Szenen, zum Beispiel als Dean aus lauter Wut seinen Ehering in die Büsche wirft und ihn kurz darauf wieder sucht, gemeinsam mit Cindy.

Blue ValentineIm Future Room wird überdeutlich, wie weit die beiden schon voneinander entfernt sind. Cindy blockt jeden Annäherungsversuch von Dean ab. Jegliche körperliche Nähe versucht sie zu verhindern, stößt ihn regelrecht zurück. Er bricht die trostlose Penetration ab, schreit, dass er sie will, nicht ihren Körper. In einer der finalen Gespräche kämpft Dean ein letztes Mal verzweifelt und weinend um die Beziehung, erbettelt von Cindy: „Tell me how I should be“, erinnert er sie an ihren Hochzeitsschwur „It was a promise“. Der gemeinsame Song, den er ihr geschrieben hat, bleibt höhnend in Erinnerung. „You and me, nobody but you and me“. Überhaupt greift der Soundtrack (der Trailer vor allen Dingen) die Handlung im Voraus auf. Als die zwei sich frisch kennen, spielt Dean einen Song auf seiner Ukulele: „You always hurt the one you love. The one you shouldn’t hurt at all. You always take the sweetest rose. And crush it till the petals fall. You always break the kindest heart. With a hasty word you can’t recall. So If I broke your heart last night. It’s because I love you most of all“.

Der Film hat durch seinen Realismus eine Grundtraurigkeit und Trostlosigkeit inne, die schwer auszuhalten ist. Dadurch, dass jeder Zuschauer potentiell das erfahren kann, was gezeigt wird, ist er an manchen Stellen unerträglich. Wie können sich zwei Menschen so voneinander entfernen? Wie kann aus Liebe dieser kalte, abweisende Hass werden? Cindy fragt ihre Großmutter in der Quintessenz des Films um Rat: „How can you trust your feelings when they can disappear just like that?“



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Autor:
Filiz Schulz



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