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Bergblut: DVD-Kritik

Regie: Philipp J. Pamer
Darsteller: Inga Birkenfeld, Wolfgang Menardi, Jutta Speidel u.a.
Deutschland/2010
Erscheinungstermin DVD und BD: 22.09.2011

1809. Im Streit erschlägt der junge Südtiroler Franz einen französischen Sergeanten. Um vor der Strafe zu fliehen, lassen er und seine Frau, die gebildete Arzttochter Katharina, den Wohlstand Augsburgs hinter sich und ziehen auf den kargen Bergbauernhof seiner Eltern. Während sich Städterin Katharina der puren Ablehnung seiner Familie und des ganzen Dorfs gegenüber sieht, begeistert sich Franz für Andreas Hofers Idee des Freiheitskampfes gegen Bayern und Franzosen und zieht in den aussichtslosen Krieg.

Die Koalitionskriege zwischen Tirol/Österreich und Bayern/Frankreich sind für gewöhnlich kein Stoff, in dem man opulent inszenierte Dramen erwartet. Doch – und das muss man dem Südtiroler Jungregisseur Philipp J. Pamer lassen – mit BERGBLUT ist eben das gelungen. Ein Drama, umrahmt von beeindruckenden Landschaftsaufnahmen der Tiroler Berge wie auch einem selten beleuchteten Teil der deutsch-österreichischen Geschichte um Freiheitskämpfer Andreas Hofer.

Jedoch zielt die Opulenz, um direkt einzusteigen, teils zu sehr auf Gefühle, wenn man die Grenze zum Kitsch mehr als einmal passiert. Etwa, wenn Katharina (Inga Birkenfeld) in aller Theatralik ihr Gastgeschenk an die sie ablehnende Mutter, einen Seidenschal, im Wind gen Klippen entgleiten lässt, freudestrahlend barfuß in warme Kuhfladen steigt, um auch ja das Landleben zu spüren, und schließlich, wenn die Familie beginnt Schriftdeutsch mit der Fremden zu sprechen.

Im Gegenzug verzichtet man hingegen auf die ganz großen Kriegsszenen. Die Parts von Katharina und Franz (Wolfgang Menardi) tragen die Veränderung, die der Krieg bewirkt, aller Unkenrufe zu Trotz, mehr als ausreichend und gleicht den Kitsch durch Extreme wieder aus. Zu sehen, wie sie ihrem Geliebten mit ihrem medizinischen Wissen unter Tränen die angerissene, fast verheilte Achillessehne durchtrennt, um ihn am erneuten Auszug in den Kampf zu hindern, ist unerwartet stark inszeniert. Auf der Flucht aus dem Haus seiner Familie entwickelt die Schönheit der Berge mit einem Mal etwas Bedrohliches, Tödliches, um den Film für die zweite Hälfte der Erzählung eben diese Richtung einschlagen zu lassen.

BERGBLUT ist ein mit vielen Überraschungen gespickter Film, die man von einer deutschsprachigen Produktion nicht erwartet. Auf der einen Seite wird das angehende 19. Jahrhundert mit einer unglaublichen Liebe zum Detail nicht nur dargestellt, sondern direkt zum Leben erweckt, und auch die Authentizität der Charaktere wird beibehalten. So scheute man sich nicht den Tiroler Zungenschlag zu untertiteln, was für einen Heimatfilm dieses Formats eher die Ausnahme darstellt.

Auf der anderen Seite erinnert der dargestellte Heldenmut der Einheimischen, die sich, angeführt von einer „Lichtgestalt an Freiheitsliebe“, der feindlichen Übermacht stellen, zuweilen an ein Kapitel deutscher Filmgeschichte, das man eher der Dekaden um 1930 zuordnet, denn den harmlosen Filmchen der 1950-60. Im Wind wehende Fahnen, die weinende Mutter in der Heimat, der Opfertod für das Vaterland, Bestimmung finden im Krankenschwesterndienst für die Verwundeten. Die Zweischneidigkeit des Tiroler Volksaufstands wird zwar nicht vollends propagandistisch verklärt (im Gegensatz zur Figur des Andreas Hofer und der überzogenen Exekutionsszene), aber der Kampf Heimat gegen Besatzer war auch ein Kampf zwischen religiösem Fundamentalismus und Aufklärung, der nicht erwähnt wird.

Eine nicht zu ignorierende Schwäche, die BERGBLUT trotz der vielen starken Szenen schlussendlich einen unangenehmen Beigeschmack verleiht.

Die DVD und Blu-Ray (bei Amazon bestellen)
Neben einem Blick hinter die Kulissen beinhaltet das Bonusmaterial diverse herausgeschnittene Szenen, Goofs wie auch einen Audiokommentar der Akteure.




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Autor:
Daniel Rehn
Popcorn. Gezuckert. Nicht gerührt.



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