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Bad Boy Kummer: Review

Regie: Miklos Gimes
Schweiz/Deutschland, 2010

Sharon Stone, Brad Pitt, Kim Basinger, Sean Penn, Pamela Anderson, Quentin Tarantino. Tom Kummer hat sie alle gehabt. Sie alle haben ihm exklusiv und stundenlang in seinen Interviews ihre intimsten Geheimnisse verraten. Dinge erzählt, die sie niemandem sonst anvertraut haben. Kummer selbst war ein Star unter den deutschen Journalisten. Doch dann platzt die Bombe: keines seiner Interviews hat je stattgefunden. Alles erfunden.

Es war ein mediales Erdbeben, als zur Jahrtausendwende herauskam, dass Tom Kummer die deutsche Presse- und Medienlandschaft jahrelang genarrt hat. Seine Reportagen und vor allem seine über 60 Interviews, von den Kollegen allesamt als Geniestreiche gefeiert, haben ihn zu einem vielumjubelten Helden gemacht, der es verstand mit den Topstars zu reden und sie zu Menschen zu machen. Als jedoch klar wird, dass seine Interviews ebenso künstlich sind wie das affektierte Lächeln der Reichen und Schönen gegenüber der Presse, lassen ihn alle fallen.

Miklos Gimes, ein ehemaliger Kollege Kummers, geht mit seiner Dokumentation BAD BOY KUMMER der ungewöhnlichen Geschichte einer undurchdringlichen Person auf den Grund, obwohl ihm seine aktuellen Kollegen allesamt davon abraten. Der Name Tom Kummer ist nach wie vor ein verbrannter. Zu wütend sind sie auf den Verräter aus den eigenen Reihen, der alle belog, sich zum Wichtigtuer aufspielte, Spesen fälschte, Freunde hinterging, der sich aber auch etwas traute.

Je länger man Kummer sieht, umso weniger nimmt man ihm die Interview-Fakes übel, merkt aber auch, dass er ein Zocker ist, der Grenzen ausloten wollte. Denn Kummer, der nie zugab entlarvt worden zu sein, gibt sich als Künstler. Ein Performance-Artist, der die journalistische Szene unterwandert hat und ihr den Spiegel nach Informationsgier auf Nichtigkeiten der Stars vorhält, indem er ihr lieferte, was sie haben wollte: Sensation, Spektakel, Wahnsinn in Reinkultur. Für mich, der eine journalistische Ausbildung genossen und den Fall damals schon verfolgt sowie sein Buch verschlungen hat, ist die Figur Tom Kummer eine hochinteressante, die alle Konventionen brach und damit eine ganz eigene Art von Erfolg hatte.

Er war ein Interview-Produzent, der mit seinem enormen schreiberischen Talent die größere Herausforderung darin sah den komplett durchgestylten Persönlichkeiten des Showbiz eine neue, tiefgründige Facette zu verleihen. Der sich beim Gedanken an ein Interview mit Martin Scorsese lieber ein Buch zu neuronaler Gehirnforschung greift und in seinem Kopf Gespräche über die Wahrnehmung von Licht und Farbe für das Zusammenspiel von Form entstehen lässt. Einer, der sich an den Küchentisch setzt und dort Interviews entstehen lässt, anstatt sich mit anderen Journalisten wie etwa bei einem Termin mit Pamela Anderson im 15-Minuten-Takt durch ein zu kleines Konferenzzimmer und unter Aufsicht ihres Managements schleusen zu lassen.

Gimes beleuchtet aber nicht nur den Hasardeur Kummer, der in jungen Jahren erst als begnadetster Tennisspieler der Schweiz auffällt, sich später als Künstler einen Namen macht und dann alle foppte, sondern auch die deutsche Medienlandschaft, die sich die Finger nach Topstories leckte. Eine Maschinerie, die nicht hinterfragte, ob irgendetwas an seinen bemerkenswerten Texten nicht stimmen könnte.

Denn bei all dem lesenswerten Stoff schien es für Kummer klar, dass seine Fakes längst als solche entlarvt sind und dennoch gedruckt wurden. Das Entsetzen, mit dem damals auf den Schwindel reagiert wurde, verliert somit an Schrecken. Denn wer wirklich glaubt, dass Boxer Mike Tyson mit Kummer über Körperintelligenz, Nietzsche und Tolstoi philosophierte, den Fake aber nicht als solchen zurückhält, der kann sich nicht auf Unwissenheit berufen. Viel eher fragt sich auch Gimes, warum man diesen journalistischen Künstler nicht einfach danach fragte, ob seine Geschichten erfunden seien. Er brachte es trotz oder auch gerade wegen der engen Zusammenarbeit mit Kummer nicht übers Herz.

So bleibt BAD BOY KUMMER als Story eines Creative Trouble Maker in Erinnerung, der sich in das ganz große Rampenlicht schrieb respektive spielte und nur für gute, smarte Unterhaltung sorgen wollte. Es ist ihm gelungen.

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3 Antworten zu “Bad Boy Kummer: Review”

  1. GG sagt:

    Da war an Kummers „Interview“ also mehr echt als an … Pam Anderson?!

  2. Sylvio sagt:

    Absolut! Selten gab es so geile Interviews zu lesen. Erfunden? Scheiß drauf, das waren angenehme 10 Minuten. Die meisten großen Stars (Schauspieler) haben eh nichts zu sagen. Auf den Film bin ich jetzt doch recht neugierig geworden.

  3. Und genau darum geht es doch: Let me Entertain you!

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Autor:
Daniel Rehn
Popcorn. Gezuckert. Nicht gerührt.



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