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Amer: BD-/DVD-Kritik

Regie: Hélène Cattet & Bruno Forzani
Darsteller: Cassandra Forêt, Charlotte Eugène Guibeaud, Marie Bos
B,F/2009; Start: 31.1.2011 (GB)

Das Leben einer jungen Frau. In drei Akten. Und der Giallo atmet schwer auf der Tonspur.

Was soll man über AMER „sagen“, einen Film, der sich – wie kaum ein anderer in den letzten Jahren – so konsequent der Verbalisierung entzieht. Der auch die Schubladen, in die man ihn zu stecken versucht, mit einer unglaublichen Vehemenz immer wieder zuschlägt. Der unheilvoll wispert: „lass mich geschehen“. Und der dem Zuschauer mit vorgehaltenem Messer die erklärende Zunge aus dem Mund schneiden möchte und dabei so unglaublich verführerisch ist.


AMER, das kann man mit Sicherheit sagen, war eine der großen Überraschungen der vergangenen Festivalsaison. Und das sicherlich auch, weil er dem schnell herbeigeeilten Label „Neo Giallo“ nur in Teilen gerecht wird. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn: Drei Abschnitte bestimmen diesen Film. Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter von Ana, einer dunkelhaarigen Schönheit, deren Leben ganz offen-sichtlich als scharfer Zirkelstrich um das Zentrum ihres sexuellen Erwachens gezogen wird.


Dabei zeichnen die beiden Regisseure Hélène Cattet und Bruno Forzani die Kindheit im düsteren SUSPIRIA Stil, die Jugend ist eine bunte Sommerlandschaft mit verschwitzten Männerkörpern, irgendwo zwischen Maya Deren, Luis Bunuel und Catherine Breillat, während sich der Silvesterabend des bald vergangenen Frauenlebens ganz auf den Behandschuhten Giallo stürzt. Von Story mag man bei all dem eigentlich nicht sprechen. Vielmehr handelt es sich bei AMER um ein Experiment in Bildern, eine ästhetisierte Liebes- und gleichzeitig Hasserklärung an den weiblichen Körper, eine Erfahrung und keine Geschichte.


Überhaupt, der Körper: Wenn die Kamera Anas Nähe sucht, wenn etwa im zweiten Teil das luftige Kleid der jugendlichen Protagonistin vom Sommerwind an ihre Schenkel geweht wird, dann ist dies eine Szene, die erotischer ist, als alles, was es in den letzten zehn Jahren auf der Leinwand zu sehen gab. Wenn der Körper Anas im letzten Akt vom Mörder zerstört wird, dann wiederum ist dies das letzte Wort zum Thema „Body Horror“. Und dieses letzte Wort verzichtet – wie der gesamte Film, in dem vielleicht 10 Sätze gesprochen werden – voll und ganz auf die Sprache. Es braucht sie nicht mehr. Denn mit AMER hat sich der Spielfilm endgültig vom klassischen Storytelling befreit. Dieser Film ist eine Hommage. Das ja. Er ist aber kein Neo Giallo. Er ist ein Liebeserklärung an das Kino, an die Frau, den Ton und das Bild.

Die DVD & Blu-Ray (GB):
Eine tolle, wirklich tolle Veröffentlichung, inklusive brillantem Bild & Ton, und allen bisherigen Kurzfilmen des Regieduos, jeweils ergänzt durch eine kurzen Einführung.

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21 Antworten zu “Amer: BD-/DVD-Kritik”

  1. Sylvio sagt:

    :-)
    Meine Interpretation von „Killing in the name …“ dürftet ihr aber kaum geschlagen haben. Hö hö hö.

  2. Joachim Bauer sagt:

    Ach, das war mir doch gleich nach unserem Abschied klar, als ich in der Karaokebar zurückblieb und erstmal in Tränen ausgebrochen bin, so dass mich die Engländer am Billardtisch erstmal auf ein paar tröstende Bier eingeladen haben. Am Ende haben wir dann gemeinsam in Gedenken an Dich ein paar Songs von den Sex Pistols und The Clash auf der Bühne gegröhlt.

  3. Sylvio sagt:

    Ja ja, man sieht immer erst was man hatte, wenn’s weg ist. ;-)

  4. Joachim Bauer sagt:

    „… und weit und breit keine Leute, die mitten im Film aufstehen, um sich einen “Salat” reinzupfeifen.“

    Das waren doch die angenehmen Minuten im Kino, weil kein quengelnder Sylvio daneben saß, der wie ein kleines Kind auf dem Rücksitz eines Auto ständig unruhig hin- und hergezappelt ist und anstelle von: „Sind wir schon da?“ eher etwas in der Art von: „Kannst Du mir mal bitte sagen, was dieser ganze Scheiß soll?“ gesagt hat.

    Ach ja, Kinobesuche mit dem Constable sind doch häufig Erlebnisse für sich. Das fehlt mir schon … doch wirklich. ;-)

  5. Sylvio sagt:

    Ui, was passiert denn, wenn man keine Geräusche laut aufdreht? Rauschen? Und ja, ich verbitte mir Unterstellungen, ich äße Salate. Pfui Spinne. Die Spinne kann dann mit dem tobenden prallen BITTEREN Leben Ringelpiez mit Anfassen tanzen. Ich werd‘ bekloppt …

  6. Martin Beck sagt:

    Seit wann isst Sylvio denn Salat?? Ich glaube, er meinte nur die Gurkenscheibe auf seinem Burger.

    Björn kennt ja schon meine Meinung: Ganz, ganz toller Film; ich hab’s ja ansonsten eher mit Inhalt und nicht so sehr mit Form, aber hier tobt einfach das pralle Leben.

    Die BD aus England ist besser als Kino; richtig laut aufdrehen und weit und breit keine Leute, die mitten im Film aufstehen, um sich einen „Salat“ reinzupfeifen.

  7. Joachim Bauer sagt:

    Damals nach dem Film hieß es noch, dass er einen Salat essen war und nun ist der Sylvio bei seinen Erinnerungen inzwischen beim Burger angelangt.

    Ich finde den Film nicht atemberaubend oder ähnliches, aber mindestens interessant und in gewisser Weise aufregend. Das muss man nicht mögen, wie man anhand Sylvios Beispiel sieht und ich denke, egal wie groß der Fernseher ist, auf der Kinoleinwand wirkt der einfach viel besser.

  8. Björn Eichstädt sagt:

    @Martin na dann bin ich mal gespannt, was Du sagst. Wenn Du ihn magst, bitte hier Bescheid geben.

  9. Sylvio sagt:

    Prima. Aber den Umweg über mich verstehe ich nicht ganz. Schenk sie doch gleich Stefan. Aber wie ich Dich kenne, wirst Du den bestimmt gut finden. Vielleicht nicht suuuper, aber doch behaltenswert.

  10. Martin Beck sagt:

    Ich habe mir soeben die britische BD bestellt. Falls der Film Müll ist, schreibe ich eine zweite Kritik und schenk die Scheibe Sylvio, der sie dann wiederum Stefan kredenzen kann.

    Alle glücklich soweit?

  11. Björn Eichstädt sagt:

    Stefan – kommt auf den Fernseher an. Auf dem großen Plasma hat er schon gut gewirkt. Wobei er im Kino tatsächlich absolut atemberaubend war, auf dem Fernseher war er nur noch: fantastisch

  12. Stefan sagt:

    Bin da ganz bei Björn! Ein wunderschöner Film! Natürlich auch einer, auf den man sich erstmal einlassen muss, der mit den Sehgewohnheiten bricht (wenn man mal vom ausdrücklichen Experimentalkino absieht). Die Giallo-Hommage isses zwar schon, aber das scheint mir gar nicht so zentral zu sein und passiert auch anders, als man das als Fan erwarten würde. Hab in letzter Zeit immer wieder über Philippe Grandrieux gelesen. Da erwarte ich ähnliches! Ästhetisch sicher anders, aber eben auch eine ganz andere Art der Wahrnehmung! Der Wermutstropfen bei dieser Veröffentlichung bleibt allerdings: Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Film auf dem heimischen Fernseher dieselbe Wirkung entfalten wird wie im Kino.:-(

  13. Sylvio sagt:

    Das finde und fand ich auch schon immer eine tolle Idee! Zumindest ich wäre somit definitiv so dafür wie Martin für eine Fortsetzung des Dschungelcamps. Beim nächsten Mal ohne Zitlow, weil Bach sie aufgefressen hat. Dafür mit mehr Dicki. Jawoll.
    Aber, Björn, ganz ehrlich, ich habe AMER beim FFF gesehen und konnte mich nicht mehr im Sitz halten. Nach dem noch annehmbaren, weil filmischen Anfang, rutschte ich von links nach rechts und von oben nach unten, um dann in der Mitte beim Mäckes am PP einen Burger zu futtern, bevor ich mich den restlichen Endminuten (gefühlten Stunden) todesverachtend stellte. Das mache ich nicht oft, aber da war’s … essentiell!

  14. Björn Eichstädt sagt:

    Finde die Diskussion lustig :-) Aber obwohl ich Sylvio inhaltlich zum Film überhaupt nicht recht gebe, hat er in einem Punkt recht: Martin, schau den Film an und urteile selbst! Vielleicht könnten wir hier ja auch die alte Diskussion aus einer anderen Diskussionsgruppe wieder aufgreifen: wenn Filme sehr kontrovers betrachtet werden, dann durchaus auch eine zweite Kritik zu bringen von jemand, der den Film mit nur einem Stern bewerten würde.

  15. Sylvio sagt:

    Ähm, Bangkok – Guangzhou = 2,5 Stunden, gestern. 04:00 Uhr deutscher Zeit war ich hier. Darf ich jetzt? Küßchen.

  16. Martin Beck sagt:

    Filme gucken ist überbewertet. Ich knuddel mich lieber mit Leuten, die nach einem 10 Stunden Flug erstmal das Internet zutippen.

  17. Sylvio sagt:

    Bei AMER sind das eher so was wie 200 Ausrufezeichen in einem Satz. Guck den doch mal zuerst an, dann kannste von den ganzen „nicht unter die Räder gekommenen Kleinigkeiten“ schwatzen.

  18. Martin Beck sagt:

    Close Ups sind schlimm?? Hmm, dann schau mal besser keinen Giallo. Natürlich sind NUR Close Ups sowas wie ein Satz mit 10 Ausrufezeichen, aber „Amer“ möchte ja wohl schwelgen – in Kleinigkeiten, die bei „Death Race 2“ natürlich umgehend unter die fetten Ränder kommen würden.

  19. Sylvio sagt:

    Die Bilderfluten sind eine Aneinanderreihung von Close-ups, ergo ganz schlimm. Der ganze „Film“ (ich möchte das Ding echt nicht so nennen) ist ein großes Nichts – mit rotem Lippenstift. Oh, und die „Geschichte“ dahinter ist quasi nicht existent. Ein ganz schlimmer Zeitverlust, nur aufgefangen durch den McDonalds-Burger zwischendurch.

  20. Martin Beck sagt:

    Und wem soll ich jetzt glauben??? HILFE!

    „Amer“ ist eine Hommage an den Giallo, dazu kann doch gerne auch Vergötterung gehören. Und wieso denn „katastrophale“ Bilderfluten – sind das jetzt hässliche Bilder, hängt das Mikro ständig ins Bild oder watt?????

    Neben „Martyrs“ ist „Amer“ der am kontroversesten aufgenommene Film, der mir seit langem untergekommen ist – was ihn natürlich nur noch spannender macht!

  21. Sylvio sagt:

    Man kann AMER als „eine Liebeserklärung an das Kino, an die Frau, den Ton und das Bild“ bezeichnen. Oder man bezeichnet diese Zelluloidverschwendung als das, was es letzten Endes ist: ein Versuch. Ein Versuch, etwas auf die Leinwand zu bringen daß man vermutlich selbst vergöttert. Jedoch brauch man auch den Mut zuzugeben, wenn der Versuch kläglich scheiterte! Und genau das passierte mit diesem „Film“. Katastrophale Bilderfluten die keine Schönheit sondern pure Langeweile zeigen. Und das über diese Länge. Wenigstens der Titel ist korrekt gewählt, denn BITTER ist das ganze Unterfangen sicherlich den Bach runter geflossen. Ganz langsam. Aber unaufhörlich. Ohne anzuhalten, um gut auszusehen. Fließ.

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Autor:
Björn Eichstädt



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